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Ölmarkt: Widersprüchliche Signale bei Ölvorräten

IEA senkt Nachfrageprognose und berichtet deutlichen Abbau der Ölvorräte

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Die Internationale Energieagentur (IEA) hat in ihrem Monatsbericht die Prognose für die Ölnachfrage in diesem Jahr nach unten revidiert. Sie erwartet nun keinen Anstieg mehr, sondern einen leichten Rückgang der weltweiten Nachfrage. Grund hierfür ist eine kräftige Abwärtsrevision der Prognose im laufenden Quartal um 1,9 Mio. Barrel pro Tag. Der Nachfragerückgang konzentriert sich vor allem auf die Produktsegmente LPG, Naphtha und Ethan, die als Vorprodukte in der petrochemischen Industrie verwendet werden und besonders von den Lieferunterbrechungen betroffen sind. Die IEA geht offenbar davon aus, dass die Marktverwerfungen am Ende des Quartals beendet sind. Denn im dritten Quartal soll die Ölnachfrage nahezu auf das zuvor erwartete Niveau zurückkehren. Die Ölproduktion der OPEC+ lag laut IEA-Monatsbericht im März knapp 8 Mio. Barrel pro Tag niedriger als im Vormonat. Die größten Produktionsrückgänge gab es in den von der Schließung der Straße von Hormus betroffenen Ländern am Persischen Golf. Kasachstan erhöhte dagegen die Ölproduktion deutlich, womit das Land keine freien Produktionskapazitäten mehr besitzt. Die IEA berichtete außerdem einen Rückgang der Lagerbestände in den Ländern außerhalb der Golfregion im März um 205 Mio. Barrel bzw. 6,6 Mio. Barrel pro Tag, was dem Angebotsdefizit im vergangenen Monat nahekommen dürfte. Für das laufende Quartal zeichnet sich ein Angebotsdefizit von rund 5 Mio. Barrel pro Tag ab, wenn man die aktuelle OPEC-Produktion dem von der IEA geschätzten Bedarf an OPEC-Öl gegenüberstellt. Die Lage am Ölmarkt bleibt somit äußerst prekär, solange die Straße von Hormus geschlossen bleibt.

China stockte auch im März die Ölvorräte weiter auf

China hat auch im März deutlich mehr Rohöl importiert als benötigt. Laut Daten der Zollbehörde beliefen sich die Rohölimporte auf 50 Mio. Tonnen (11,8 Mio. Barrel pro Tag). Dem stand eine Rohölverarbeitung von 61,7 Mio. Tonnen (14,5 Mio. Barrel pro Tag) gegenüber, wie die Nationale Statistikbehörde (NBS) berichtete. Die ebenfalls vom NBS veröffentlichte Rohölproduktion Chinas lag bei gut 19 Mio. Tonnen (4,5 Mio. Barrel pro Tag). Daraus ergibt sich ein Überangebot von 7,4 Mio. Tonnen bzw. 1,74 Mio. Barrel pro Tag, das in den Lageraufbau gegangen sein dürfte. Im gesamten ersten Quartal kam es zu einem Lageraufbau von 17,3 Mio. Tonnen oder 1,4 Mio. Barrel pro Tag. Im März war der tagesdurchschnittliche Lageraufbau somit sogar etwas stärker als in den beiden Monaten zuvor. Das erklärt sich damit, dass die Rohölverarbeitung im März etwas reduziert wurde, während die Importe und die Rohölproduktion leicht anstiegen. Letztere erreichte sogar ein Rekordniveau. Die Unterbrechung der Öllieferungen durch die Straße von Hormus hatte bei den Importen im März noch keine Auswirkungen, weil die Tanker die Meerenge zuvor schon passiert hatten. In den April-Zahlen dürfte sich das voraussichtlich ändern. Von daher dürften die Lagerbestände im März vorerst zum letzten Mal aufgebaut worden sein. Im April dürfte es auch in China zu einem Lagerabbau kommen.

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