Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Nvidia hat laut einem Bericht der Financial Times die Zahl der asiatischen Unternehmen, die seine leistungsstarken KI-Beschleuniger erwerben dürfen, um mehr als die Hälfte reduziert. Hintergrund sind verschärfte Compliance-Prüfungen, mit denen verhindert werden soll, dass die Chips trotz bestehender Exportbeschränkungen nach China gelangen.
Die Nvidia-Aktie reagierte zuletzt schwächer auf die anhaltenden regulatorischen Unsicherheiten. Das Papier beendete den Handel am Montag mit einem Minus von 3,52 Prozent bei 203,53 US-Dollar.
Neue "White List": Nvidia verschärft Zulassungsverfahren
Im Mittelpunkt der neuen Strategie steht eine sogenannte "White List". Auf diese Liste werden ausschließlich Unternehmen aufgenommen, die die verschärften Compliance-Anforderungen des Konzerns erfüllen. Nach Informationen der Financial Times, die sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft, wurde dadurch mehr als die Hälfte der bisherigen asiatischen Kunden von der Liste gestrichen.
Besonders betroffen sind sogenannte Neo-Cloud-Anbieter, die Rechenzentrumsleistungen und KI-Infrastruktur für Unternehmen bereitstellen. Diese Kundengruppe galt bislang als wichtiger Wachstumstreiber für den Absatz von Hochleistungs-Grafikprozessoren in der Region.
Umfangreiche Prüfungen in mehreren asiatischen Ländern
Nvidia hat seine Sorgfaltsprüfungen in den vergangenen Monaten insbesondere in Singapur, Malaysia und Japan deutlich intensiviert. Bevor ein Unternehmen künftig KI-Chips beziehen darf, analysiert der Konzern unter anderem die Eigentümerstruktur des Unternehmens, die vorgesehenen Endnutzer der Chips, bestehende Kaufverträge sowie den geplanten Einsatz in Rechenzentren.
Unternehmen, die das erste Prüfverfahren nicht bestehen, sind nach dem Bericht jedoch nicht dauerhaft ausgeschlossen. Sie können ihre Compliance-Unterlagen ergänzen, zusätzliche Informationen über ihre Kunden bereitstellen und anschließend erneut eine Zulassung beantragen.
Exportkontrollen der USA
Die verschärften Prüfungen erfolgen vor dem Hintergrund der zunehmend strengeren US-Exportkontrollen für Hochleistungshalbleiter. Die USA versucht den Zugang Chinas zu modernsten KI-Chips einzuschränken, um technologische Fortschritte in strategisch wichtigen Bereichen zu begrenzen.
US-Behörden beobachten dabei insbesondere mögliche Umgehungsgeschäfte über Drittstaaten. Länder wie Singapur oder Malaysia stehen deshalb verstärkt im Fokus der Aufsichtsbehörden, da sie als potenzielle Zwischenstationen für Lieferungen nach China gelten könnten.
Autor: Ariva-Redaktion/pg
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