Netflix-Chef räumt Wachstumsschwäche ein: Können Fury und Joshua den Streaming-Riesen retten?

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Netflix AG ist ein international führendes Streaming-Unternehmen, das eine breite Palette von Serien, Filmen und Dokumentationen über eine Internet-basierte Plattform anbietet.
©unsplash.com
Netflix-Chef Ted Sarandos gibt zu: Der Streaming-Riese wächst zu langsam. Neue Kunden soll der Live-Sport bringen, etwa Fury gegen Joshua. Geht der Plan auf?
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Ted Sarandos ist unzufrieden. "Insgesamt wachsen wir nicht so schnell, wie ich es mir wünsche", sagte der Co-Chef von Netflix am Mittwoch auf der Konferenz Screentime des Finanzdienstes Bloomberg in Los Angeles. Man arbeite daran, das Tempo zu erhöhen. Zugleich tue Netflix aber Dinge, die dem Wachstum kräftigen Gegenwind bescherten. Wenig später schob Sarandos nach, das Geschäft laufe großartig und wachse gut.

Live-Sport als Kundenmagnet

Rund fünf Prozent seines Budgets von 20 Milliarden Dollar (Dollarkurs) für Inhalte steckt Netflix in Live-Programme. Diese machen nur etwa ein Prozent der Sehzeit aus. Live-Events bringen laut Sarandos aber "zahlreiche Neuanmeldungen" und senken die Zahl der Kündigungen, berichtet The Hollywood Reporter.

Wie das aussieht, zeigte sich am Mittwoch in London. Dort standen sich die früheren Schwergewichtsweltmeister Tyson Fury und Anthony Joshua gegenüber. Am 11. Dezember steigen der 38-Jährige und der 36-Jährige im Principality Stadium in Cardiff in den Ring. Netflix überträgt den Kampf. Das Geld bringt der saudische Promoter Turki Alalshikh mit. Fury sprach vom "größten Kampf unserer Zeit und unserer Generation".

Werte aus dem Artikel:
Netflix Aktie 71,085 $ +1,99%

YouTube jagt das Publikum

An der Börse wächst dennoch die Skepsis. Laut HSBC gehen die Zuwächse von YouTube auf Kosten von Netflix. Im Juli kam Netflix in den Vereinigten Staaten nach Daten von Nielsen auf 7,8 Prozent der Fernsehzeit, YouTube auf 14 Prozent. HSBC stufte die Aktie auf Halten ab und kappte das Kursziel von 96 auf 76 Dollar. Wells Fargo rät sogar zum Untergewichten und senkte das Ziel auf 57 Dollar. Die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) hält dagegen. Sie hob Netflix am Dienstag auf Kaufen, senkte das Ziel aber auf 95 Dollar.

Starke Zahlen, schwache Aktie

Operativ läuft es rund. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 13 Prozent auf 12,6 Milliarden US-Dollar. Die operative Marge erreichte 33,4 Prozent. Die Aktie hat seit Jahresbeginn dennoch mehr als 20 Prozent verloren und schloss am Mittwoch bei 69,58 US-Dollar. Die 51 von Stockanalysis erfassten Analystinnen und Analysten raten im Schnitt zum Kauf. Ihr mittleres Kursziel von 92,82 US-Dollar liegt ein Drittel über dem aktuellen Kurs.

Fazit

Netflix verdient weiter glänzend. Das Problem ist die Aufmerksamkeit des Publikums. Live-Sport und Werbung sollen gegensteuern. Ob das gelingt, ist offen. Mutige nutzen den Kursrutsch für einen ersten Einstieg. Vorsichtige warten die Zahlen zum dritten Quartal im Oktober ab.


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