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Frankfurter Börsenexperten Deutsche Börse Frankfurter Börsenexperten, Deutsche Börse
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Wochenausblick: „Alles dreht sich um die Fed“

Die Aktienmärkte starten ohne große Veränderungen in die neue Handelswoche. Im Fokus steht hier die Sitzung der amerikanischen Notenbank am Mittwoch. Zudem wird an den Märkten die Nachfolge des im Mai scheidenden Fed-Chefs heftig diskutiert.
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8. Dezember 2025. FRANKFURT (Deutsche Börse). Die Aussicht auf sinkende Leitzinsen in den USA hat die Aktienmärkte am Freitag beflügelt. Unter insgesamt geringen Kursschwankungen gelang dem Nasdaq 100 so ein Wochenplus von 1,0 Prozent, der marktbreite S&P 500 legte 0,3 Prozent zu. Beide Indizes liegen damit nur knapp unter ihren Ende Oktober markierten Allzeithochs. Davon ist der DAX (DE0008469008) noch ein gutes Stück entfernt. Dem deutschen Leitindex gelang in der Vorwoche ein Anstieg um 0,8 Prozent auf 24.028 Punkte. Der Stoxx Europe 600 (EU0009658202) gewann 0,4 Prozent und beendete die Woche mit einem Schlussstand von 578,77 Punkten.

Zinssenkung als Auslöser der Jahresendrally?

Der voraussichtliche Höhepunkt der neuen Börsenwoche wird eindeutig die US-Notenbanksitzung am Mittwoch. Martin Hartmann von der Commerzbank sieht zwar einen „gespaltenen Offenmarktausschuss“, er geht aber wie die große Mehrheit trotzdem davon aus, dass die Zinsen gesenkt werden. „Am Ende dürfte die Fed bei einer Abwägung der Risiken den Arbeitsmarkt höher gewichten als die Inflation“. Im Fall einer Leitzinssenkung sollten die Aktienmärkte im Dezember nach Ansicht des Analysten „noch Potenzial haben“. Zudem blickt er „mit vorsichtigem Optimismus“ auf das Aktienjahr 2026, da die Unternehmensgewinne auch im kommenden Jahr weiter wachsen sollten.

Überrascht die Notenbank die Märkte doch noch?

Gegen den Strom schwimmen aktuell die Strategen der Helaba. Die sind der Meinung, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit einer vorweihnachtlichen Zinssenkung am 10. Dezember überschätzt. Die Experten verweisen darauf, dass der nächste für die Notenbank mitentscheidende monatliche Arbeitsmarktbericht erst am 18. Dezember erscheint. Das sei zu lange nach der FOMC-Sitzung, als dass die Geldpolitiker schon einen „Preview“ der Daten haben könnten. „Wir lassen zunächst unseren Prognosepfad für den US-Leitzins unverändert“, heißt es deshalb von Seiten der Helaba, für die die Projektionen für den zukünftigen Leitzins „fast noch wichtiger“ sind als die Zinsentscheidung selbst.

Fed-Chef-Nachfolge wird zum heißen Thema

Viel diskutiert wird in diesen Tagen auch über die zukünftige Besetzung des Chefsessels bei der amerikanischen Notenbank. Hoch gehandelt wird dabei Kevin Hassett, der die Nachfolge von Jerome Powell antreten soll. Dessen Amtszeit endet am 15. Mai 2026. Die Helaba bezeichnet die geplante Neubesetzung als ein „zweischneidiges Schwert“. Einerseits habe sich Hassett insbesondere durch ausgeprägte Loyalität gegenüber dem US-Präsidenten für diesen Job qualifiziert, andererseits könnte der mangelnde Respekt der anderen FOMC-Mitglieder es ihm erschweren, bei Abstimmungen „eine unangemessen expansive Geldpolitik im Sinne seines Herrn und Meisters im Weißen Haus durchzusetzen“.

Uwe Streich sieht noch eine ganz andere Problematik. Der Analyst befürchtet durch die Ernennung eines von Donald Trump ausgewählten Kandidaten, dass die Anleger die Unabhängigkeit der Fed als nur noch bedingt, oder sogar als nicht mehr gegeben ansehen werden. Dadurch könnten weitere Senkungsschritte an den Märkten „sogar mit deutlich negativen Reaktionen quittiert werden.“

„Es staut sich ein ordentliches Bewegungspotenzial auf“

Aus charttechnischer Sicht bewegt sich der DAX unverändert innerhalb der Seitwärtsrange zwischen rund 23.000 und 24.640 Punkten. Jörg Scherer, technischer Analyst bei HSBC, verweist darauf, dass der Index auch im November wieder eine Monatskerze mit kleinem Körper ausgebildet hat. Das sei mittlerweile die sechste Kerze dieser Art in Serie, wodurch sich „ein ordentliches Bewegungspotenzial“ aufstaue. „Der Ausbruch aus dieser Lethargie dürfte die mittelfristige DAX-Richtung festlegen – jetzt und vermutlich auch für 2026“.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche

Montag, 8. Dezember

10.30 Uhr. Euroland: Sentix-Konjunkturindex Dezember. Im Konsens rechnen Volkswirte weiterhin mit einem Indexstand unterhalb der Nulllinie. Nach minus 7,4 Punkten im November wird diesmal ein Stand von minus 6,0 Punkten erwartet. Die DekaBank fürchtet, dass womöglich die Unzufriedenheit mit der Situation in Deutschland durchschlagen wird.

Dienstag, 9. Dezember

08.00 Uhr. Deutschland: Warenausfuhr / -einfuhr Oktober. Geringere Exporte in die USA und nach China haben nach Ansicht der Commerzbank maßgeblich dazu beigetragen, dass die deutsche Wirtschaft bis zuletzt stagnierte. Die Warenexporte in die anderen Euro-Länder sind seit Ende des vergangenen Jahres hingegen deutlich gestiegen. Bei am Dienstag anstehenden Zahlen wird sich zeigen, ob dieser Rückenwind anhält.

Mittwoch, 10. Dezember

20.00 Uhr. USA: Fed-Zinsentscheid. Die Fed Funds Futures preisen aktuell eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung in dieser Woche ein. Da die US-Notenbank bisher kein Signal gegeben hat, dass dies eine Fehleinschätzung ist, rechnen (nicht nur) die Analysten der Commerzbank damit, dass die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt werden.

Donnerstag, 11. Dezember

14.30 Uhr. USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe. Nach zuletzt 191.000 neuen Anträgen gehen die Strategen der Helaba für die Woche bis zum 6. Dezember von einem Anstieg auf 215.000 aus.

 

Von Thomas Koch, 8. Dezember 2025, © Deutsche Börse AG

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