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ETFs: Bewertungssorgen verschwunden

Das Thema KI-Blase ist in den Hintergrund gerückt, US-Aktien sind gefragt – auch Tech-Werte. Schwellenländer-Aktien sind ebenfalls beliebt. Der Abverkauf von Defense-ETFs ist außerdem vorbei.
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9. Dezember 2025. FRANKFURT (Deutsche Börse). Die Kauflaune am ETF-Markt hält an. Frank Mohr von der Société Générale meldet einen klaren Kaufüberhang, mit Schwerpunkt US- und World-Aktien. „Wir sehen aber auch einiges an Interesse an Schwellenländertiteln“, ergänzt er. Auch Holger Heinrich von der Baader Bank berichtet von mehr Käufen als Verkäufen. Janis Völker von Lang & Schwarz kann einen echten Trend nicht erkennen: „Die großen Themen wie Verteidigung und KI-Blase sind weiter virulent, es ist aber ruhiger um sie geworden.“ 

Der DAX hat sich zuletzt erholt und liegt am Dienstagmittag bei 24.153 Punkten. Die US-Märkte nähern sich wieder ihren Allzeithochs und notieren aktuell kurz darunter. 

Doch keine KI-Blase? 

Überwiegend Zuflüsse registriert Mohr für World-Tracker wie den iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983), auch als Value- oder Momentum-Strategie (IE00BL25JM42IE00BL25JP72). Heinrich registriert sogar eine Verschiebung zugunsten von thematischen und Faktorstrategien. Auf den Einkaufslisten stehe etwa der iShares Edge MSCI World Value Factor (IE00BP3QZB59). 

Im Bereich der US-Aktien sieht Mohr nach der Zurückhaltung in den Vorwochen wieder Zuflüsse in die großen S&P 500-Tracker. Doch auch auf Small und Midcap-Produkte werde gesetzt, etwa den SPDR S&P 400 US Mid Cap (IE00B4YBJ215) und den SPDR MSCI USA Small Cap Value Weighted (IE00BSPLC413). Bei der Baader Bank-Kundschaft liegt der Schwerpunkt auf US-Large Caps und breit gestreuten US-Wachstums- und Qualitätsstrategien. Gesucht seien etwa der iShares Nasdaq Top 30 (IE000Z7P04F4) und der Xtrackers MSCI USA ESG (IE0000MMQ5M5).

MSCI Emerging Markets: Plus von 27 Prozent

Im Handel mit europäischen Aktien kann Heinrich keinen klaren Trend ausmachen: „Es zeigt sich ein differenziertes Bild mit Umsatzanstiegen sowohl bei Value-Strategien als auch bei dividendenorientierten Ansätzen“, erläutert er. Nicht so bliebt sind DAX-Tracker (LU0274211480DE0005933931), wie Mohr feststellt, Short-DAX-ETFs würden hingegen gekauft. 
Weiter gut an kämen zudem Schwellenländer-ETFs, etwa von Xtrackers, iShares oder HSBC. Für den MSCI Emerging Market ging es nach einem kleinen Rücksetzer zuletzt wieder nach oben. Seit Jahresanfang ist der Index mittlerweile um 27 Prozent gestiegen. Damit hängt er den Nasdaq 100 (plus 22 Prozent), den DAX (21 Prozent) und den S&P 500 (17 Prozent) ab. 

Im November Abflüsse aus US-Aktien

Der europäische ETF-Markt nimmt bei den Nettozuflüssen in diesem Jahr Kurs auf die 300 Milliarden Euro-Marke, wie Claus Hecher von BNP Paribas Asset Management berichtet: Nach 19,5 Milliarden Euro an Nettozuflüssen im November sind es seit Jahresanfang nun kumuliert 295 Milliarden Euro. Aktien-ETFs behaupteten im November ihre Führungsrolle (13,9 Milliarden Euro), schwerpunktmäßig World- (6,9 Milliarden Euro), Schwellenländer- (3,4 Milliarden Euro) und europäische Aktien-ETFs (3,3 Milliarden Euro). US-Aktien-ETFs verzeichneten nach monatelangen kontinuierlichen Zuflüssen hingegen erstmals Nettoabflüsse. In Anleihe-ETFs flossen im November 5,3 Milliarden Euro, meist in ultrakurze Laufzeiten (2,4 Milliarden Euro). 

Defense-ETFs: Erste Käufe

Das Geschäft mit Branchen-ETFs wird Mohr zufolge weiter von Tech-Indexfonds dominiert. Beliebt sind der iShares S&P 500 Information Technology Sector (IE00B3WJKG14) und der iShares Automation & Robotics (IE00BYZK4552). Abgegeben werde dagegen der iShares Digital Security (IE00BG0J4C88). Ebenfalls gefragt: der VanEck Space Innovators (IE000YU9K6K2). 
Die Verkaufswelle von Rüstungs-ETFs ist unterdessen abgeebbt, wie Völker von Lang & Schwarz beobachtet. „Zuletzt haben wir sogar wieder Käufe gesehen“, bemerkt er. Auslöser sei wohl die am Freitag veröffentlichte neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA, in der Europa stark kritisiert wird.

Anleihe-ETFs: Längst nicht nur Geldmarkt-Tracker

Anleihe-ETFs erfreuen sich darüber hinaus großer Beliebtheit. „Die Nachfrage ist stabil, nicht nur nach Geldmarkt-ETFs, sondern auch nach iBonds mit fester Fälligkeit und aktiven Bond-ETFs“, berichtet Völker. Bei Société Générale bleiben Geldmarkt-ETFs Umsatzspitzenreiter. Gefragt seien aber auch Unternehmensanleihen-ETFs, etwa der iShares Core EUR Corp Bond (< IE00B3F81R35>). 

Reger Rohstoff-ETC-Handel, bei Krypto-ETNs ruhig

Einiges los ist Völker zufolge zudem bei Rohstoff-ETCs. „Es sind meist Energie- und Edelmetall-ETCs – mit Handel in beide Richtungen.“ Eher ruhig sei es bei den Krypto-ETNs. „Die Flows sind niedrig, mal wird gekauft, mal verkauft“, erklärt der Händler. Schwerpunkt seien klar Bitcoin, Ethereum, Ripple und Solana. Nach dem Fall auf 81.000 US-Dollar im November und einer kleinen Erholung kostet der Bitcoin aktuell 90.400 US-Dollar – immer noch ein Minus von 28 Prozent gegenüber dem Allzeithoch vom Oktober.

Von Anna-Maria Borse, 9. Dezember 2025 © Deutsche Börse AG

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