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Anleihen: Trump versus Powell – das Sticheln geht weiter

Die Aufregung wegen Trumps Attacken gegen US-Notenbankchef Powell hat sich etwas gelegt, die Sorgen bleiben aber. Für die EZB-Sitzung nächsten Donnerstag wird keine Zinsänderung erwartet. Und von den Unternehmensanleihen ziehen weiter die großen Namen.
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18. Juli 2025. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Dass US-Präsident Trump erneut die Entlassung von US-Notenbankchef Powell gefordert hat, sorgte diese Woche für Nervosität an den Anleihemärkten. „Trump fordert immer niedrigere Zinsen. Die negativen Auswirkungen der US-Wirtschaftspolitik bleiben dabei unberücksichtigt“, stellt Anleihehändler Tim Oechsner von der Steubing AG fest. Die US-Zollpolitik führe zu höherer Inflation. „Da müsste die Fed eigentlich die Zinsen erhöhen.“ 

Zwar ruderte Trump nach Gesprächen mit republikanischen US-Senatoren etwas zurück. „Dennoch lassen sich Sorgen vor einer Einflussnahme der US-Administration auf die Fed-Entscheidung nicht ganz ausräumen“, bemerkt Helaba-Analyst Ulrich Wortberg.

Mit den langfristigen Renditen ging es diese Woche nach oben: Zehnjährige Bundesanleihen rentierten kurzzeitig mit über 2,73 Prozent. Am Freitagmorgen sind es immer noch 2,70 Prozent, nach 2,65 Prozent vor einer Woche. Da die kurzfristigen Zinsen sinken, wird die Renditekurve steiler. „Einerseits fallen die kurzen Renditen im Einklang mit den sinkenden Zentralbankzinsen. Gleichzeitig scheuen Investoren Anleihen mit langer Laufzeit aufgrund der langfristigen Inflationsrisiken und der Staatsschuldendynamik“, stellt Analyst Hauke Siemßen von der Commerzbank fest.

„Abwartende Haltung der EZB“

Wenig Neues dürfte der kommende Donnerstag mit der letzten EZB-Sitzung vor der Sommerpause bringen – erwartet wird keine Zinsanpassung. „Die jüngsten Äußerungen von Seiten der Ratsvertreter signalisieren eine abwartende Haltung der Notenbank“, erläutert Analyst Christian Reicherter von der DZ Bank. Angesichts der Unsicherheit im Zusammenhang mit den US-Zöllen und deren Auswirkungen auf Wachstum und Inflation sehe sich die EZB mit dem aktuellen Leitzinsniveau gut positioniert. Nach der Sommerpause rechnet die Bank mit einem letzten Lockerungsschritt von 25 Basispunkten.
 
Suche nach Mehrrendite mit bulgarischen und rumänischen Staatsanleihen

Im Handel mit Staats- und staatsnahen Anleihen sind diese Woche Bonds der Europäische Union mit Fälligkeit 2031 und aktueller Rendite von 2,65 Prozent (EU000A3L1DJ0) gesucht, wie Händler Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichtet. Ebenfalls beliebt: österreichische Anleihen mit Fälligkeit 2034 und aktuell 2,9 Prozent (AT0000A10683).

Gut angenommen würden zudem neue Staatsanleihen von Bulgarien: Die bis 2035 laufende Tranche bietet einen Kupon von 3,375 Prozent (XS3124345631), die bis 2045 4,125 Prozent (XS3124393367). Steubing-Händler Oechsner meldet gute Umsätze in neuen US-Dollar-Bonds von Rumänien mit Laufzeit bis 2030 und 5,75 Prozent-Kupon (XS3114901336) sowie neuen KfW-Euro-Anleihen mit Laufzeit bis 2028 und 2,125 Prozent (DE000A4R2L42). 
 
Mercedes, Fresenius und Eon gefragt

Im Geschäft mit Unternehmensanleihen ist nicht viel los. „Es ist extrem ruhig“, berichtet Marcus Mielert, der für Oddo BHF Anleihen handelt. „Es fehlen die Impulse“, bemerkt Daniel. Verkäufe gab es in der Anleihe des Wiener Immobilienentwicklers UBM Development (AT0000A2QS11), wie Daniel berichtet. „Es finden sich aber schnell wieder Käufer.“

Oechsner zufolge ziehen weiter bekannte Namen. Beispiele: 2030 fällige Bonds von Mercedes-Benz mit aktuell 2,58 Prozent Rendite (DE000A289QR9) sowie Fresenius SE mit 2,99 Prozent (XS2698713695). Daniel zufolge sind Eon-Bonds mit Fälligkeit 2028 und aktuell 2,24 Prozent beliebt (XS2574873266). 
Einiges um geht laut Ochsner auch in US-Dollar-Bonds, etwa von Pharmakonzern Johnson & Johnson mit Fälligkeit 2030 und aktuell 4,19 Prozent (US478160DJ00) und Autobauer Ford bis 2045 und 7,16 Prozent (US345370CS72).
 
Von Anna-Maria Borse, 18. Juli 2025, © Deutsche Börse AG

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