22. Mai 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). An den Anleihemärkten herrscht weiterhin hohe Volatilität. In der ersten Wochenhälfte setzte sich der jüngste Aufwärtstrend der Renditen zunächst fort. „Rund um den Globus sprangen die Renditen langlaufender Staatstitel auf neue Jahreshöchststände“, konstatiert Elmar Völker von der LBBW. Neben der Markttechnik sieht der Analyst für diese Entwicklung vor allem einen Grund: „Die wachsende Gefahr, dass die Inflation nachhaltiger auf einem erhöhten Niveau bleibt, treibt die Anleger am Rentenmarkt offenbar erheblich um.“ An den Rohstoff- und Aktienmärkten scheint diese Sorge mit Blick auf die jüngsten Kursbewegungen weniger stark ausgeprägt zu sein.
Rücksetzer nach neuen Mehrjahreshochs
In den USA kletterte die Rendite zehnjähriger US-Treasuries im Wochenverlauf bis auf 4,69 Prozent und damit den höchsten Stand seit über zwei Jahren. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen erreichte mit 3,20 Prozent sogar ein neues Fünfjahreshoch. Diese Niveaus konnten zunächst aber nicht gehalten werden. Am Freitagvormittag rentieren die Bonds bei 4,57 Prozent bzw. 3,06 Prozent. „Die Kurse sind wieder in die alte Trading-Range zurückgekehrt“, erklärt Ilona Korsch von Hauck Aufhäuser Lampe. Hierzulande deute das Niveau unter 3,10 Prozent nun wieder auf fallende Renditen in Richtung 3 Prozent hin.
Viele Käufe in Anleihen der Deutschen Telekom
Im Segment der Unternehmensanleihen waren vor allem Neuemissionen gefragt. Raffaele Antacido von der ICF Bank berichtet von frisch aufgelegten Staatsanleihen von Frankreich (), Marokko (), Kanada () und den USA (). Auffällig ist aus Sicht des Händlers, dass es gerade mehrere Neuemissionen in Schweizer Franken gibt. Als Beispiel nennt er einen Bond der Deutschen Telekom (). Gesucht war aber auch eine auf Euro lautende Anleihe der Bonner, die schon seit 2019 am Markt ist und bis zum Jahr 2034 eine Rendite von 3,5 Prozent verspricht (XS2024716099). Eine Schuldverschreibung der Commerzbank mit Fälligkeit im Jahr 2028 wurde laut Antacido „in beide Richtungen gehandelt“ (DE000CZ40M39).
PNE bietet Bonus beim Anleihe-Tausch
Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank verweist ebenfalls auf zwei neue Anleihen, die „prompt gekauft“ wurden. Das in US-Dollar notierte Papier des argentinischen Energieversorgers Empresa Distribuidora y Comercializadora Norte ermöglicht nach sieben Jahren Laufzeit eine Rendite von fast 10 Prozent (USP3710FBA14). Die 2035 fällige Anleihe von Heidelberg Materials rentiert mit gut 4 Prozent (XS3379436598).
Der Händler berichtet zudem von leichten Aufschlägen bei einer Anleihe von PNE (DE000A30VJW3). Hintergrund ist die Meldung des Unternehmens, einen neuen Bond mit Fälligkeit im Juni 2031 und einem Zinssatz in einer Spanne von 6,75 bis 7,75 Prozent zu emittieren (). Die Gläubiger der alten, noch bis 2027 laufenden Anleihe sollen im Rahmen eines Tauschangebots einen zusätzlichen Barausgleichsbetrag in Höhe von 12,50 Euro erhalten.
Die Anleihe kann ab Dienstag über die Deutsche Börse Frankfurt gezeichnet werden.
Von Anna-Maria Borse, 22. Mai 2026 © Deutsche Börse AG
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