
BioNTech wird von der starken Branche abgehängt
Während Biotech-Werte den Gesamtmarkt weiterhin outperformen können – der iShares Biotechnology ETF liegt mit einem Plus von 47,8 Prozent in den vergangenen 12 Monaten deutlich über dem US-Gesamtmarktindex S&P 500 (+33.3 Prozent) beziehungsweise dem Nasdaq 100 (+44,2 Prozent) – fristet die BioNTech-Aktie weiter ein Schattendasein.
Sie konnte im selben Zeitraum lediglich rund 4 Prozent zulegen. Zeitweise handelte sie sogar mit deutlichen Verlusten, nachdem die beiden Unternehmensgründer Ugur Sahin und Özlem Türeci ihr Ausscheiden aus dem Unternehmen bekannt gegeben hatten, um sich künftig neuen Projekten zuwenden zu können.

Verkaufssignal nach Gründerabgang verpufft folgenlos
Nach dem Ende der Corona-Pandemie befindet sich die Aktie in einem übergeordneten Abwärtstrend, der in den vergangenen drei Jahren deutlich an Dynamik verloren hat und einem volatilen Seitwärtstrend gewichen ist.
Die Entwicklung der zurückliegenden 12 Monaten spiegelt diesen Kursverlauf mit einem Tief bei 80 US-Dollar und oberen Begrenzungen bei 115 beziehungsweise 120 US-Dollar ebenso wieder, wie die eng beieinander verlaufenden gleitenden Durchschnitte, in denen sich Kauf- und Verkaufssignale immer wieder abwechseln. Zuletzt war es nach dem Intraday-Crash am 09. März zu einem Death Cross gekommen.
Das jedoch blieb nach einer Bodenbildung im Bereich von 85 US-Dollar folgenlos, da die Verkäuferinnen und Verkäufer ihr Pulver bereits verschossen hatten, wie der Blick auf den im März überverkauften Relative-Stärke-Index (RSI) zeigt.
Die Aktie ist nach dem Anstieg in einer starken Verfassung, ...
Die Erholung der vergangenen 3 Wochen verlief in einem steilen Aufwärtstrendkanal mit einer Breite von rund 5 US-Dollar. Mit dessen Hilfe konnte zunächst der deutlich breite Abwärtstrendkanal der vergangenen Wochen nach oben verlassen werden, anschließend gelang mit der Rückeroberung der 50-Tage-Linie ein erstes prozyklisches Kaufsignal.
Am Donnerst ist BioNTech dann knapp unterhalb der 200-Tage-Linie angelangt, wo ein weiteres Kaufsignal generiert werden und Platz bis 115 US-Dollar geschaffen werden könnte. Für anhaltenden Schwung sorgt gegenwärtig der Trendstärkeindikator MACD, der mit seinem Sprung über die Signallinie ebenfalls ein Kaufsignal liefern konnte.
... doch kurzfristig besteht Pullback-Gefahr
Allerdings ist der RSI mit 82 Punkten bereits deutlich im überkauften Bereich angelangt. Daher besteht die Gefahr eines Pullbacks. Selbst wenn kurzfristig ein Anstieg über die 200-Tage-Linie gelingt, könnte dieser rasch wieder abverkauft werden. Möglicherweise kommt es auch gar nicht erst zu einem Ausbruchsversuch und die Aktie geht direkt in die Konsolidierung über, um die Überhitzung im RSI abzubauen und so im nächsten Anlauf über mehr verbliebenes Kurspotenzial zu sorgen.
Solange dabei die Unterstützung bei 95 US-Dollar nicht nachhaltig (also mindestens auf Wochenschlusskursbasis) aufgegeben wird, sollten Rücksetzer folgenlos bleiben. BioNTech dürfte dann lediglich einen etwas langsameren Aufwärtstrend verfolgen. Eine übergeordnete Trendwende läge hingegen erst für Kurse oberhalb von 125 US-Dollar vor, die ein neues Mehrjahreshoch und damit ein starkes technisches Kaufsignal bedeuten würden.
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Fazit: Technisch sind die Weichen gestellt, doch ein Konkurrent ist attraktiver
Die BioNTech-Aktie befindet sich nach der Rallye in den vergangenen Tagen in einer grundsätzlich guten Ausgangslage für weitere Gewinne, allerdings ist sie kurzfristig überkauft, sodass es zu einem Pullback kommen könnte. Solange die Aktie dabei über 95 US-Dollar verbleibt, besteht die Chance zum Einstieg, ehe es über die 200-Tage-Linie und in Richtung 115 US-Dollar gehen sollte.
Was die fundamentale Seite betrifft, ist BioNTech dringend auf neue Forschungserfolge und Produktinnovationen angewiesen, denn gegenwärtig schreibt das Unternehmen rote Zahlen. Weder für 2026 noch für 2027 erwarten Analystinnen und Analysten einen Gewinn.
Der Börsenwert von 25,8 Milliarden US-Dollar spiegelt daher vor allem das Nettovermögen in Höhe von 15,8 Milliarden US-Dollar und in der Pipeline befindliche Produkte und weniger ein starkes operatives Geschäft wider. Wer ein solches zu einem günstigen Preis haben möchte, sollte sich bei der Aktie von Halozyme umsehen!
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
