Israel: Palästinenser nach Angriffsversuch im Westjordanland getötet
RAMALLAH/TEL AVIV (dpa-AFX) - Israelische Grenzpolizisten haben im besetzten Westjordanland israelischen Angaben zufolge einen Palästinenser erschossen, der mit einem Gewehr auf sie gefeuert haben soll. Die israelischen Einsatzkräfte hätten ihn deshalb getötet, teilten Israels Polizei und Militär mit. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Der Vorfall, bei dem keine Sicherheitskräfte verletzt worden seien, ereignete sich laut Israels Polizei und Armee in Kalandia bei Ramallah während eines israelischen Einsatzes in der Gegend. Das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah teilte mit, bei dem Getöteten handle es sich um einen 30-Jährigen.
Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, Israels Einsatzkräfte hätten während des Vorfalls ein Berufsausbildungsinstitut gestürmt. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA). Auch die israelische Zeitung "Haaretz" berichtete, der bewaffnete Palästinenser sei bei einem israelischen Einsatz in einer UNRWA-Einrichtung getötet worden. Israels Polizei bestätigte die Angaben auf Anfrage zunächst nicht. Es wäre allerdings nicht die erste Razzia in der Einrichtung.
Immer wieder Tote im Westjordanland
Israelische Soldaten und Grenzpolizisten sind regelmäßig im Westjordanland im Einsatz, dabei gibt es immer wieder Tote. Die Lage hat sich seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel und den dadurch ausgelösten Gaza-Krieg noch einmal verschärft. Laut Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und Anschlägen seitdem mehr als 1.000 Palästinenser getötet. Gleichzeitig gibt es verstärkt Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser./cir/DP/jha
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