Inflationssorgen? Analysten sehen beim S&P 500 mehr Gewinn
Nicolas Ebert
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Der S&P 500 läuft heiß, doch die Gewinnschätzungen ziehen mit. FactSet-Daten zeigen: Analysten werden für 2026 bullisher. Reicht das für den Sprung Richtung 8.000 Punkte?
Für dich zusammengefasst:
Der S&P 500 verteidigt seine Gewinne in diesem Jahr.
Analysten haben die Gewinnschätzungen für den S&P 500 erhöht.
Die Durchschnittsprognose für den S&P 500 liegt bei 7.716 Punkten.
Der S&P 500 verteidigt bisher erfolgreich seine in diesem Jahr erzielten Gewinne. Die Rallye steht inzwischen auf breiteren Beinen. Der Halbleitersektor gab zuletzt nach, obwohl Chipwerte in diesem Jahr viele Kursgewinne getragen hatten. Anleger nahmen ein paar Gewinne mit und schichteten in andere Branchen um.
Mark Newton, Leiter der technischen Strategie bei Fundstrat, sieht darin ein positives Signal. Die breitere Sektorrotation sei "ein großes Plus". Finanzwerte, Gesundheitswerte und Industriewerte hätten neue Wochen-Allzeithochs erreicht und die Konsolidierung bei Halbleitern mehr als ausgeglichen.
Der Rückgang bei Chipwerten sei zwar kurzfristig ein Gegenwind. Er habe die breiteren Indizes aber nicht belastet. Newton erwartet deshalb, dass der S&P 500 bis Mitte August die Marke von 8.000 Punkten erreichen kann. Bis zur Zielmarke fehlen etwa sieben Prozent.
Auch viele Strategen bleiben für den Rest des Jahres 2026 optimistisch. Laut Yardeni Research liegen die Prognosen für den S&P 500 aber weit auseinander. Yardeni Research sieht den Index zum Jahresende bei 8.250 Punkten. Oppenheimer und Citigroup erwarten jeweils 8.100 Punkte. Die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie), Goldman Sachs und Morgan Stanley rechnen mit 8.000 Punkten.
Der Durchschnitt der Prognosen liegt bei 7.716 Punkten. Das entspräche einem Plus von rund drei Prozent. Am vorsichtigsten ist Stifel Nicolaus mit 7.000 Punkten. Die Bank of America liegt mit 7.100 Punkten ebenfalls am unteren Ende.
Daten von FactSet liefern den Bullen zusätzliche Kursf-Fantasie. Trotz Inflationssorgen haben Analysten ihre Gewinnschätzungen für die Unternehmen im S&P 500 im zweiten Quartal erhöht. Die Prognose für den Gewinn je Aktie stieg vom 31. März bis zum 30. Juni um 3,4 Prozent von 78,84 US-Dollar auf 81,54 US-Dollar.
Das ist ungewöhnlich. Normalerweise senken Analysten ihre Schätzungen im Verlauf eines Quartals. In den vergangenen fünf Jahren lag der durchschnittliche Rückgang bei zwei Prozent. Über zehn Jahre waren es 2,7 Prozent. Über 15 Jahre lag das Minus bei 3,3 Prozent. Über 20 Jahre waren es 4,2 Prozent.
Laut FactSet war es der stärkste Anstieg der Bottom-up-Gewinnschätzung je Aktie seit dem zweiten Quartal 2021. Damals lag das Plus bei 7,7 Prozent.
Besonders stark stiegen die Schätzungen im Energiesektor. Dort legten sie um 61,5 Prozent zu. In der Informationstechnologie lag das Plus bei 8,7 Prozent. Im Gesundheitswesen sanken die Erwartungen dagegen um 15,3 Prozent.
Auch für das Gesamtjahr 2026 wurden die Erwartungen angehoben. Die Bottom-up-Prognose für den Gewinn je Aktie stieg um 6,3 Prozent von 320,39 US-Dollar auf 340,52 US-Dollar. Besonders stark legten Energie, Kommunikationsdienstleistungen, Informationstechnologie und Rohstoffe zu.
Damit bleibt das Bild an der Wall Street gemischt. Die Kurse sind bereits stark gestiegen. Doch die Gewinnschätzungen ziehen an. Das könnte der Sektorrotation weiteren Rückenwind geben.
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