Der Vergleich mit dem Vorjahresquartal zeigt den operativen Sprung. Im ersten Quartal 2025 hatte Heliostar 8.787 Unzen Gold produziert, nun waren es 11.743 Unzen. Der Umsatz erhöhte sich von 22,7 Millionen US-Dollar auf 54,4 Millionen US-Dollar. Das Ergebnis vor Steuern drehte von einem Verlust von 27,6 Millionen US-Dollar auf einen Gewinn von 23,1 Millionen US-Dollar.
Auch die Bilanz fiel stärker aus. Das Working Capital, also kurzfristige Vermögenswerte abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten, stieg auf 70,0 Millionen US-Dollar nach 41,4 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. CEO Charles Funk erklärte laut Unternehmen, Heliostar habe im Quartal Rekorde bei Goldproduktion, Umsatz, operativem Minen-Ergebnis und Working Capital erreicht. Das Unternehmen nutze das starke Goldpreis-Umfeld, um aus den produzierenden Minen Cash zu generieren und Ana Paula in Richtung Produktion zu entwickeln.
Heliostar verkaufte im Quartal 9.980 Unzen Gold und 10.610 Unzen Silber. Die Cash Costs lagen bei 1.602 US-Dollar je verkaufter Goldunze. Cash Costs sind die direkten zahlungswirksamen Kosten des Minenbetriebs, etwa für Abbau, Zerkleinerung, Verarbeitung und laufende Betriebskosten.
Die AISC (All-in Sustaining Costs) lagen bei 1.996 US-Dollar je verkaufter Goldunze. AISC beschreibt die breiter gefassten laufenden Gesamtkosten, die neben dem Betrieb auch Erhaltungs-Ausgaben und weitere nachhaltige Kosten enthalten. Heliostar wies darauf hin, dass Cash Costs und AISC keine Kennzahlen nach IFRS (International Financial Reporting Standards) seien.
Nach Angaben des Unternehmens lagen die Kosten im ersten Quartal unter der eigenen Jahresprognose. Das Management nannte als Gründe den Abschluss der Investitionen bei San Agustin zur Wiederaufnahme der Produktion sowie Nebenprodukt-Gutschriften aus goldhaltigen Carbon Fines. Carbon Fines sind feines kohlenstoffhaltiges Material aus der Verarbeitung, das noch Gold enthält und im Quartal verkauft wurde.
Die Mine La Colorada produzierte im ersten Quartal 6.890 Unzen Gold und 33.480 Unzen Silber. Verkauft wurden 5.562 Unzen Gold und 8.413 Unzen Silber. Die AISC lagen bei La Colorada bei 1.703 US-Dollar je verkaufter Goldunze. Heliostar erklärte, der Abbau der aktuell definierten oberflächennahen Lagerhalden sei im ersten Quartal 2026 abgeschlossen worden. Für den Rest des Jahres würde die Produktion nach Management-Angaben aus PIT (Pressure Injection Technology) und Restlaugung stammen. Bei diesem Verfahren wird Flüssigkeit gezielt in bereits aufgeschüttetes Gestein eingebracht, um zusätzliches Gold herauszulösen.
Ein zentraler nächster Schritt wäre nach Unternehmensangaben die Erweiterung der Veta-Madre-Grube. Das Management erklärte, Heliostar würde in der zweiten Jahreshälfte 2026 mit dem Abtragen von taubem Gestein beginnen, um 48.000 Unzen Goldreserven zugänglich zu machen. Erz aus Veta Madre würde laut Unternehmen ab dem ersten Halbjahr 2027 in Produktion kommen und bis 2028 beitragen.
Bei San Agustin stand der Neustart im Mittelpunkt. Die Mine produzierte im ersten Quartal 4.853 Unzen Gold und 10.318 Unzen Silber. Die erste Goldproduktion aus neuem Erz, das auf das Laugungsfeld gebracht wurde, erfolgte Ende Januar 2026. Nach Unternehmensangaben erreichte der Betrieb Mitte des Quartals einen stabilen Produktionszustand. Die Reserven im Corner-Bereich werden mit 68.000 Unzen Gold angegeben.
Heliostar erklärte, dort laufe zusätzlich ein Bohrprogramm mit 15.000 bis 18.000 Metern, um weiteres oxidiertes Material am Rand der bestehenden offenen Grube zu definieren. Oxidiertes Material ist oberflächennah verwittertes Gestein, das häufig einfacher per Haufenlaugung verarbeitet werden kann als tiefer liegendes, unverwittertes Gestein.
Neben der laufenden Produktion investierte Heliostar weiter in das Ana-Paula-Projekt. Im ersten Quartal gab das Unternehmen 4,8 Millionen US-Dollar für Entwicklung und Exploration bei Ana Paula aus. Exploration bedeutet die Suche und genauere Untersuchung von mineralisiertem Gestein. Ziel sei es laut Management, genug Daten für eine Feasibility Study (Machbarkeits-Studie) zu sammeln. Eine solche Studie bewertet, ob eine Mine technisch, wirtschaftlich und genehmigungsseitig belastbar geplant werden kann. Heliostar schloss im Quartal ein 25.000-Meter-Bohrprogramm bei Ana Paula ab. Nach Unternehmensangaben sollten die Daten Mineralreserven für eine geplante Minenlaufzeit von zehn Jahren unterstützen. Das Unternehmen meldete breite Abschnitte mit hohen Goldgehalten, darunter 68 Meter mit 10,1 Gramm Gold je Tonne Gestein.
Zusätzlich laufe laut Heliostar ein weiteres 10.000-Meter-Programm in der Expansion Zone unterhalb des High Grade Panel. Dort wurden 101 Meter mit 5,34 Gramm Gold je Tonne berichtet. Die Ergebnisse würden nach Angaben des Managements in eine aktualisierte Ressource einfließen, die als Grundlage der Feasibility Study dienen würde.
Im Quartal kam Goldstrike in Utah hinzu. Heliostar erwarb das Projekt von Liberty Gold Corp. für eine Gesamtgegenleistung von 72,5 Millionen US-Dollar über fünf Jahre. Davon wurden 10,0 Millionen US-Dollar bezahlt und 1.593.213 Heliostar-Aktien bei Abschluss ausgegeben. Goldstrike liegt im Great Basin und enthält laut Heliostar angezeigte Ressourcen von 975.000 Unzen Gold mit 0,48 Gramm Gold je Tonne in 65,8 Millionen Tonnen Gestein. Das Unternehmen verwies zusätzlich auf mögliches Antimon-Potenzial bei Antimony Ridge. Antimon ist ein kritischer Rohstoff, der unter anderem in Legierungen und bestimmten Industrie-Anwendungen genutzt wird.
Heliostar erklärte, das Unternehmen sehe sich weiter auf Kurs, die unveränderte Jahresprognose von 50.000 bis 55.000 Unzen Gold und 290.000 bis 320.000 Unzen Silber zu erreichen. Im Mittelpunkt stünden nach Angaben des Managements die Beiträge von La Colorada und San Agustin sowie die Finanzierung von Ana Paula aus operativer Kraft. CEO Charles Funk erklärte, Heliostar würde eine Produktionsbasis aufbauen um bis zum Ende des Jahrzehnts 500.000 Unzen Gold pro Jahr zu erreichen.
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