Richterin Anita Wielopolska wies in der Urteilsbegründung darauf hin, dass die Umweltschutzbehörde alle von der deutschen Organisation vorgebrachten Vorwürfe geprüft und darauf reagiert habe. Auch sei der Investor aufgefordert worden, den Umweltbericht zu ergänzen - und habe dies getan. "Es wurden Konsultationen durchgeführt, darunter auch grenzüberschreitende, die mit einem Protokoll abgeschlossen wurden, in das alle Vereinbarungen aufgenommen wurden", sagte die Richterin.
Containerterminal soll bis 2029 fertig sein
Die Bürgerinitiative Lebensraum Vorpommern, unterstützt durch die Gemeinde Heringsdorf, sowie eine polnische Organisation hatten die umweltrechtliche Genehmigung für den Containerhafen gerichtlich angefochten. Mögliche Auswirkungen des Vorhabens seien nicht ausreichend geprüft worden, so der Vorwurf.
Der Bau eines Tiefwasser-Containerterminals in Swinemünde unweit der deutschen Seebäder auf Usedom ist eines der größten Projekte der polnischen Seewirtschaft. Investor ist die Hafenverwaltung von Stettin (Szczecin) und Swinemünde, das Projekt wird vom polnischen Infrastrukturministerium koordiniert. Das Terminal soll bis 2029 fertiggestellt werden.
Hafen für Schiffe mit bis zu 400 Metern Länge
Der Bau des Containerhafens soll umgerechnet 580 Millionen Euro kosten, die damit verbundene maritime Infrastruktur mehr als 2,3 Milliarden Euro. Der neue Hafen ist ausgelegt für die Abfertigung der größten Transatlantikschiffe mit bis zu 400 Metern Länge.
Zusätzlich ist eine neue Fahrrinne für die Zufahrt nach Swinemünde mit einer Länge von 65 Kilometern und einer Tiefe von 17 Metern geplant. Das Terminal, an dem zwei Containerschiffe gleichzeitig anlegen können, soll von einem Konsortium aus Unternehmen aus Katar und Belgien gebaut werden.
Immer mehr Container in polnischen Häfen
Polen will mit dem neuen Containerterminal seine Kapazitäten erweitern. Die Umschlagzahlen in den polnischen Häfen sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Im vergangenen Jahr wurde ein Volumen von 3,3 Millionen Standardcontainern umgeschlagen. Regierungschef Donald Tusk sagte Anfang des Jahres, der Umschlag könne bis 2030 auf bis zu 10 Millionen Standardcontainer wachsen.
Polens Vize-Infrastrukturminister Arkadiusz Marchewka zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung des Verwaltungsgerichts. "Der Bau des Containerterminals ist eine Priorität für unsere Regierung. Und niemand wird uns bei dieser Investition stoppen." Die Umsetzung des Projekts werde nach Plan verlaufen, bereits im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres solle als erster Schritt mit dem Bau einer technischen Zufahrtsstraße begonnen werden./dhe/DP/jha
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