Friedensforscher warnen vor neuem atomaren Wettrüsten

dpa-AFX  | 
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Wirtschaftsnachrichten (Symbolbild).
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STOCKHOLM (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund globaler Spannungen haben die neun Atommächte ihre Arsenale nach Einschätzung von Friedensforschern im vergangenen Jahr modernisiert und weiterentwickelt. Das zeigt ein neuer Bericht des Stockholmer Sipri-Instituts. "Es gibt immer mehr Anzeichen dafür, dass die Atomwaffenstaaten ihre Abrüstungsverpflichtungen vernachlässigen oder sogar ganz aufgeben und stattdessen ihre nukleare Stärke zur Schau stellen", sagte Sipri-Forscher Hans Kristensen laut einer Mitteilung. "Indem sie nach nuklearen Lösungen greifen, schaffen Staaten neue Risiken und schüren die Dynamik des Wettrüstens."

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Moskau etwa hat im Angriffskrieg in der Ukraine auf sein Atompotenzial angespielt, um westliche Länder von der Unterstützung für die Ukraine abzuhalten. Russland und die USA verfügen nach Sipri-Schätzungen zusammen über rund 83 Prozent aller gelagerten Nuklearsprengköpfe. Nach dem Ende des Kalten Krieges hatten die beiden Länder ausgemusterte Sprengköpfe zunächst nach und nach abgebaut. Der weltweite Bestand der Atomwaffen war dadurch schrittweise gesunken. "Dieser Trend dürfte sich in den kommenden Jahren umkehren, da sich das Tempo der Abrüstung verlangsamt, während die Stationierung neuer Atomwaffen zunimmt", berichtete das Sipri-Institut.

Mehr Atomsprengköpfe in höchster Einsatzbereitschaft

Nach Schätzungen der Friedensforscher verfügten die neun Atomwaffen-Mächte USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel im Januar 2026 über 12.187 Atomsprengköpfe. Etwa 9745 davon befanden sich den Forschern zufolge in militärischen Beständen für den potenziellen Einsatz.

Mehr als im Vorjahr - schätzungsweise 4012 Stück - waren den Angaben zufolge auf Raketen und Flugzeugen platziert. Zwischen 2100 und 2200 wurden demnach auf ballistischen Raketen in höchster Einsatzbereitschaft gehalten - fast alle davon befanden sich im Besitz von Russland oder den USA und in geringerem Maße von Großbritannien und Frankreich. In der EU ist Frankreich inzwischen die einzige Atommacht./DP/zb



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