SpaceX-Börsengang zweifach überzeichnet: Und das soll erst der Anfang sein
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Es soll der größte Börsengang aller Zeiten werden, und das Investoreninteresse scheint ungebrochen. Insider berichten, dass der SpaceX IPO bereits deutlich überzeichnet ist.
Für dich zusammengefasst:
Der SpaceX-Börsengang ist zweifach überzeichnet.
Es gibt eine Investorennachfrage von rund 150 Milliarden US-Dollar.
SpaceX hat in drei Jahren die meisten Orbitalnutzlasten realisiert.
Der SpaceX-Börsengang ist noch nicht einmal über die Bühne, da ist er schon zweifach überzeichnet. Rund 150 Milliarden US-Dollar an Investorennachfrage sollen sich bisher angesammelt haben, das Doppelte dessen, was das Unternehmen von Elon Musk ursprünglich einsammeln wollte. Für den größten IPO der Börsengeschichte ist das nach Einschätzung von Bankern und Investoren beachtlich – auch wenn die Messlatte für kleinere Deals schon mal deutlich höher liegt.
Wichtig zu wissen: Der Prozess steckt noch in einer frühen Phase. Institutionelle Großinvestoren geben ihre Orders oft erst kurz vor der Preisfestlegung ab, die für kommende Woche erwartet wird. Was jetzt kursiert, sind Absichtserklärungen, keine verbindlichen Zeichnungen. Der endgültige Nachfragedruck kann sich also noch erheblich verschieben.
Doch SpaceX hat den Roadshow-Auftritt offenbar nicht verschlafen. Das Unternehmen präsentierte sich Investoren nicht als Raketenbauer mit gelegentlichem Satelliten-Nebenprojekt, sondern als Plattform für einen adressierbaren Markt von sage und schreibe 23 Billionen US-Dollar.
Der Hebel: Künstliche Intelligenz aus dem Weltall. SpaceX argumentiert, dass Rechenzentren auf der Erde an Kapazitäts- und Stromgrenzen stoßen, teilweise weil China bei Infrastrukturprojekten schneller vorankommt als die USA. Die Lösung? Datenzentren ins All schicken, gestartet mit eigenen Raketen.
Das klingt nach Science-Fiction, kommt aber offenbar an. "Viele werden erklären müssen, warum sie nicht investiert sind, statt rechtfertigen zu müssen, warum sie es getan haben", wird ein Hedgefondsmanager von Reuters zitiert. Ein Satz, der die Dynamik rund um hochgejubelte Tech-IPOs gut beschreibt: Wer nicht dabei ist, steht unter Erklärungsdruck.
Jenseits der KI-Vision kann SpaceX auf handfeste operative Zahlen verweisen. Das Unternehmen hat in den vergangenen drei Jahren den überwiegenden Teil der weltweit in den Orbit gebrachten Nutzlast auf sich vereint. Starlink, der Satelliten-Internetdienst, versorgt nach eigenen Angaben bereits Millionen von Nutzern und soll mittelfristig mehr als drei Milliarden Menschen ohne bestehende Internetverbindung erreichen.
Autor: Julian Schick
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