Findet bei Audiera (BEAT) Marktmanipulation statt?

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Tageszeitungen (Symbolbild).
- pixabay.com

Eigentlich ist die Stimmung im Krypto-Space am Tiefpunkt. Die Märkte schimmern tiefrot, Anleger sitzen auf dicken Verlusten und Besserung scheint bis auf Weiteres nicht in Sicht. Umso erstaunlicher ist die Performance von Audiera (BEAT). Der Altcoin hat auf Wochensicht über 400 Prozent zugelegt, im Monatsvergleich sogar um über 1.400 und steht zum Zeitpunkt des Schreibens auf Rang 34 der wertvollsten Kryptowährungen. Doch nun werden Vorwürfe laut, die dem Projekt heftige Marktmanipulationen vorwerfen. Bei genauer Betrachtung ergibt sich ein wiederkehrendes Muster.

Pump and Dumps sind im Krypto-Space nichts Neues. Seit der Entstehung des Space gab und gibt es solche Vorfälle. Das Playbook ist simpel: Coin launchen, Hype erzeugen und verkaufen. Doch die Methodik scheint sich im Laufe der Zeit gewandelt zu haben. Das zumindest schreibt @0xbaed in einer langen Analyse auf X. Der Kernvorwurf: Marketmaker würden gezielt Altcoins in die Top-100 katapultieren, um Privatanleger anzulocken, die sie im Anschluss als Exit Liquidity nutzen können.

Methode Pump and Dump: So gehen die Akteure vor

Im Fall von Audiera (BEAT) gebe es Anzeichen, die es in der Vergangenheit auch bei anderen Coins wie RIVER, LAB oder RAVE gegeben habe, so der Analyst. Das Muster: Über Wochen oder Monate wird der frei handelbare Supply eines Tokens systematisch aufgesammelt. Oft geschieht das nicht über eine einzelne Wallet, sondern über mehrere Adressen, die auf den ersten Blick unabhängig wirken. Sie sollen suggerieren, dass viele einzelne Investoren auf den Hype aufspringen. In Wahrheit sind es aber womöglich Cluster aus einigen Wallets, die von einer oder mehreren Entitäten kontrolliert werden. Mit On-Chain-Tools wie Bubblemaps lässt sich eine solche Verteilung visualisieren. Im Fall von BEAT teilen sich sieben Cluster den Großteil des Supplys auf.

Entscheidend sei laut @0xbaed aber nicht, wie viele Token gehalten werden, sondern auch, wie wenig davon noch wirklich am Markt verfügbar ist. Je geringer die Liquidität, desto leichter lässt sich der Preis bewegen. Leere Orderbücher, geringe Handelsvolumina und wenige aktive Käufer schaffen ein Umfeld, in dem schon vergleichsweise kleine Orders große Kursbewegungen auslösen können.

An diesem Punkt greife laut der Analyse der zweite Teil der Masche. Sobald genug Token vom Markt genommen wurden, eröffnen die beteiligten Akteure Long-Positionen auf großen zentralisierten Börsen. Dadurch entsteht zusätzlicher Kaufdruck. Gleichzeitig sendet der Derivatemarkt ein scheinbar bullisches Signal: Steigt die Nachfrage nach gehebelten Longs, zieht häufig auch die Funding Rate an. Für Außenstehende wirkt das, als positioniere sich der Markt geschlossen auf weiter steigende Kurse – ein teurer Trugschluss.

Shorten bringt nichts

Starke Kursbewegungen locken nicht nur Glücksritter an, die am vermeintlichen Erfolg des Tokens partizipieren wollen. Sie ziehen auch Short-Seller an, die den Anstieg für übertrieben halten und auf fallende Kurse setzen. Laut @0xbaed sei die mutmaßliche Masche genau auf diesen Moment ausgelegt.

Sobald der Pump läuft, dreht das Funding stark ins Negative, sagt der Analyst. Dann sind es nicht mehr die Long-Trader, die für ihre Positionen zahlen, sondern die Short-Seller. In Extremfällen, so der Analyst, könne die annualisierte Funding Rate auf Werte von bis zu minus 4.000 Prozent fallen. Für Shorts bedeutet das: Selbst wenn ihre grundsätzliche Einschätzung richtig ist und der Token später tatsächlich abstürzt, kann das Halten der Position vorher extrem teuer werden.

Denn das Konsortium, so der Vorwurf, hält den Kurs in dieser Phase künstlich hoch, weil es einen großen Teil des handelbaren Supplies kontrolliert. Kleinere Rücksetzer würden dabei sogar ins Bild passen. Sie nähren die Hoffnung der Short-Seller, dass der Pump bald endet, und verleiten so zu neuen Wetten auf fallende Kurse. Bleibt der große Abverkauf jedoch aus, werden diese Positionen durch Funding-Kosten zunehmend ausgedünnt.

Anders gesagt: Der Gewinn entsteht nicht nur dadurch, dass spät einsteigende Kleinanleger den Token zu überhöhten Preisen kaufen. Er kann auch über den Derivatemarkt entstehen. Während Short-Seller für ihre Wette gegen den Pump bezahlen, profitieren jene Akteure, die früh Long-Positionen aufgebaut haben und den Spotpreis über die Kontrolle des Supplies stabilisieren können.

Die Zeche zahlt der Kleinanleger

Und dann ist irgendwann Zahltag. Wenn die großen Akteure koordiniert ihre Long-Positionen schließen, massenhaft Token in den Markt verkaufen und das Kartenhaus zusammenfällt, sind vor allem Kleinanleger die Geprellten. Bei illiquiden Token fehlt häufig die natürliche Käuferbasis, die einen solchen Abverkauf auffangen könnte. Was zuvor wie Stärke aussah, entpuppt sich dann als dünne Fassade.

Ob BEAT tatsächlich Teil eines solchen koordinierten Pump-and-Dump-Schemas ist, lässt sich auf Basis der öffentlich vorliegenden Informationen nicht abschließend beweisen. Die On-Chain-Beobachtungen werfen jedoch Fragen auf. Vor allem die Kombination aus starker Supply-Konzentration, auffälligen Börsenzuflüssen, extremem Kursanstieg und Derivatemarkt-Dynamik passt in ein Muster, das zuletzt auch bei anderen Altcoins beobachtet wurde. Sollte dieses Vorgehen Schule machen, verlöre der Kryptomarkt nicht nur an Wert, sondern vor allem an Glaubwürdigkeit.



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