
Immer nur mehr vom Gleichen? Einseitiges Anlegerinteresse!
Trotz oder gerade wegen der in den vergangenen Jahren starken Kursgewinne bestimmen auch in diesem Jahr Anlegerlieblinge wie Rheinmetall und Siemens Energy das Geschehen am deutschen Aktienmarkt. Am anderen Ende des Spektrums wecken die stark gefallenen Kurse bei Turnaround-Kandidaten wie SAP und Vonovia Begehrlichkeiten.
Diese Werte gehören schon seit Wochen und Monaten zu den hierzulande am stärksten gehandelten – gerade auch unter Privatanlegerinnen und -anlegern, wie die Handelsstatistiken von Retail-Börsen wie Lang & Schwarz und Tradegate belegen. Auch auf Anlegerportalen wie Ariva.de landen diese und ein paar andere Werte (darunter Novo Nordisk und Nvidia) regelmäßig auf Top-Platzierungen bei den Abrufzahlen.
Dabei bietet das traditionsreiche Unternehmen (aus dem auch der gleichnamige US-Ableger Merck & Co hervorgegangen ist) ein bemerkenswert breit diversifiziertes Geschäftsmodell. Die Darmstädter verfügen über ein forschungsstarkes Pharmageschäft, bieten im Bereich Lebenswissenschaften Labor- und Forschungsdienstleistungen an und sind gleichzeitig in der Elektro-, Halbleiter- und Materialindustrie aktiv. Eine solche Breite unter einem Dach findet sich nur selten.
Merck mit anhaltendem Erfolg dank breit aufgestelltem Geschäftsmodell
In den vergangenen 10 Jahren haben sich die Geschäfte trotz der zahlreichen Herausforderungen gut entwickelt. Die Erlöse kletterte von rund 15 auf zuletzt 21,1 Milliarden Euro. Durch konsequente operative Verbesserungen legte der Nettoertrag von 1,63 auf 2,61 Milliarden Euro überdurchschnittlich stark zu, wenngleich dieser vom Rekordniveau im Geschäftsjahr 2022 (3,33 Milliarden Euro) zurückgekommen ist.
2026 dürfte für den Konzern nach Einschätzung von Analystinnen und Analysten ein Übergangsjahr mit einem geringfügigen Umsatzrückgang auf der einen und einem vernachlässigbaren Anstieg der Gewinne auf der anderen Seite werden.
Hohe Unternehmensqualität, günstiger Preis
Da die Aktie gegenüber dem Jahreswechsel zweistellig korrigiert hat, liegt aus fundamentaler Perspektive ein attraktives Bewertungsniveau vor. Anlegerinnen und Anleger legen für die 2026 erwarteten Gewinne gegenwärtig das 18-Fache auf den Tisch. Damit liegt das KGV deutlich unter dem 10 Jahres-Durchschnitt von 23,9.
Im kommenden Jahr soll es dann zu einer Rückkehr des Wachstums kommen, wodurch ein KGV von 15,4 und ein sehr günstiges Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG) von 1,0 vorliegen. Das sind beides exzellente, unter dem Branchendurchschnitt liegende Werte. Am Unternehmenserfolg dürfte Merck Investoren mit einer Dividendenrendite von 2,2 beziehungsweise 2,3 Prozent beteiligen. Das ist zwar "nur" durchschnittlich, trägt aber zum ohnehin attraktiven Gesamtpaket positiv bei.

Aktie nicht ohne technische Schwierigkeiten ...
Auch aus charttechnischer Perspektive ist die Aktie jetzt interessant. Übergeordnet herrscht zwar ein (mehrjähriger) Abwärtstrend vor, doch im Bereich von 100 bis 110 Euro hat in den vergangenen Monaten eine Bodenbildungsprozess stattgefunden.
Der mündete in einen zwischenzeitlich erfolgreichen Anstiegsversuch mit einem Anstieg über die gleitenden Durchschnitte, die außerdem ein Golden Cross und damit ein Kaufsignal geliefert haben. Diese Kursgewinne konnten zwar nicht gehalten werden und vielen vor allem der Iran-Krise zum Opfer, doch im Bereich von 100 Euro zeigte sich wieder Kaufinteresse, sodass gegenwärtig ein Angriff auf 110 Euro läuft.
... aber mit Bodenbildung und Anstiegsperspektiven
Die Chancen, dass sich die Aktie über die vergangenen Tage hinaus erholt, stehen gut. Der RSI lieferte zuletzt bullishe Divergenzen und erholte sich von überverkauften Niveaus, während der Trendstärkeindikator MACD zwar noch einen Abwärtstrend der Aktie anzeigt, aber über seine Signallinie steigen konnte, was ein Entspannungssignal ist.
Solange die 100 Euro nicht nachhaltig (also min. auf Wochenkursbasis) nicht unterschritten werden, ist daher mit einer Erholung bis 120 Euro beziehungsweise zur Abwärtstrendlinie zu rechnen, wo es zu einer mittel- und langfristigen Weichenstellung kommen dürfte.
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Fazit: Ein Investment, das sich auszahlen dürfte
Unter Analystinnen und Analysten genießen die Darmstädter ein hohes Ansehen. Bei insgesamt 16 Einschätzungen ist Merck 11 Mal zum "Kaufen" oder "Übergewichten" empfohlen, während 5 Mal zum "Halten" geraten wird. Verkaufsempfehlungen liegen dagegen keine vor. Im Mittel wird ein fairer Wert von 141,67 Euro genannt, was ein Aufwärtspotenzial von 31,7 Prozent impliziert.
Damit bietet die Merck-Aktie innerhalb des deutschen Leitindex DAX eine aussichtsreiche Wette sowohl auf eine kurzfristige Erholung als auch auf mittel- und langfristig überdurchschnittlich hohe Kursgewinne. Qualität wie diese ist nur selten im Angebot, daher sollten Anlegerinnen und Anleger ihre Chance jetzt nutzen.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
