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Deutsche Anleihen: Kursgewinne - EZB-Vertreter dämpfen Erwartung an Zinserhöhung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Montag nach Verlusten an den vergangenen Handelstagen merklich gestiegen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future legte um 0,56 Prozent auf 125,18 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 3,03 Prozent. Am Freitag hatte die Rendite mit 3,12 Prozent noch den höchsten Stand seit 2011 erreicht.

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Die Anleihen stabilisierten sich damit nach den zuletzt deutlichen Kursverlusten. EZB-Vertreter dämpften die Erwartung auf baldige Leitzinserhöhungen, die im Zuge der deutlichen gestiegenen Ölpreise aufgekommen waren. "Die Finanzmärkte haben die Situation in den letzten Tagen etwas überinterpretiert", sagte der Präsident der französischen Notenbank in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Stampa". "Die Debatte über festgelegte Termine erscheint mir sehr verfrüht."

Neben Villeroy de Galhau hat sich auch EZB-Direktorin Isabel Schnabel zuletzt eher zurückhaltend zur Möglichkeit einer schnellen Zinserhöhung gezeigt. Die EZB sollte ihre Reaktion auf den Iran-Krieg nicht überstürzen. "Wir haben Zeit, die Daten zu prüfen und zu analysieren, was tatsächlich geschieht", sagte Schnabel am Freitag bei einer Veranstaltung in Zürich.

Ausgelöst durch den Ölpreisschock sind in Deutschland die Verbraucherpreise im März deutlich gestiegen. Mit 2,7 Prozent erreichte die Inflationsrate den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer warnt: "Der Anstieg der Inflation im März ist erst der Anfang. Die höheren Energiekosten werden sich in den kommenden Monaten durch die Wertschöpfungsketten fressen, sofern der Krieg nicht rasch endet." Der Euro gab nach der Veröffentlichung der Daten weiter nach. Die Zahlen für den gesamten Euroraum werden am Dienstag veröffentlicht.

Die Unsicherheit mit Blick auf den Iran-Krieg bleibt jedoch hoch. In der fünften Kriegswoche hält der militärische Schlagabtausch im Nahen Osten an. Ein schneller diplomatischer Durchbruch zur Beendigung des Konflikts zeichnet sich bislang nicht ab. Stattdessen droht im Iran eine US-Bodenoffensive. Deren Ziele könnte nach Medienberichten sein, das hochangereicherte iranische Uran zu bergen und die Kontrolle über Irans Öl (Rohöl) zu übernehmen. US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit massiven Angriffen, falls es keine rasche Einigung zur Beendigung der Kämpfe und zur Öffnung der Straße von Hormus gibt./jsl/he

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