Der stille Boom rund ums Wasser

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Eine Frau beim Abfüllen von Wasser (Symbolbild).
© Wavebreakmedia / iStock / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de
Wasser galt lange als selbstverständlich. Doch Klimawandel, alternde Infrastruktur und steigender Verbrauch machen die Ressource zum Milliardenmarkt. Diese Unternehmen könnten vom Kampf um das Wasser der Zukunft profitieren.
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Nach Hitzeperioden und Trockenheit wird Wasser in Europa zunehmend zum Wirtschaftsthema. Laut Bertrand Lecourt, Senior Fondsmanager bei J O Hambro, sind im EU-Durchschnitt jedes Jahr rund 30 Prozent der Fläche und ein Drittel der Bevölkerung zeitweise von Wasserknappheit betroffen.

Sinkende Flusspegel zeigen, wie schnell daraus wirtschaftliche Folgen entstehen können. Besonders betroffen ist laut Lecourt die Energieversorgung: Das ungarische Kernkraftwerk Paks musste seine Produktion zeitweise reduzieren, auch das rumänische Kernkraftwerk Cernavoda war eingeschränkt. Fehlt Wasser für die Kühlung, wird ein natürlicher Engpass zum wirtschaftlichen Risiko.

Die Europäische Union will bis 2030 die Wassereffizienz um 10 Prozent verbessern, Leckagen reduzieren und die Infrastruktur modernisieren. Damit gewinnt Wasser auch für Anleger an Bedeutung.

Lecourt sieht Wasserknappheit als langfristige Herausforderung für Wirtschaft und Infrastruktur. Kraftwerke, Industrieunternehmen und Halbleiterhersteller benötigen große Mengen Wasser, während Bevölkerungswachstum, Landwirtschaft und Industrie den Wettbewerb um die Ressource verschärfen.

Werte aus dem Artikel:
Organo Aktie 16,365 $ 0,00%
Xylem Aktie 91,81 € +0,95%

Effizienz schafft neue Chancen

Gefragt sind Unternehmen, die Wasserverluste reduzieren, Recycling ermöglichen und die Aufbereitung verbessern. Ein Beispiel ist der brasilianische Versorger SABESP. Das Unternehmen investiert 21 Milliarden brasilianische Real in die Sanierung des Flusses Tietê. Die Abwasserbehandlung soll von rund 20 auf 99 Prozent steigen.

Auch in den USA bestehe erheblicher Investitionsbedarf. In den kommenden zwei Jahrzehnten werden mehr als 740 Milliarden US-Dollar für Trinkwasser- und Abwasserinfrastruktur benötigt. Alternde Netze und zunehmende Klimarisiken erhöhen den Druck auf Versorger.

Die Investmentchance reicht zudem über klassische Wasserunternehmen hinaus. Die Halbleiterindustrie benötigt für die Chipproduktion große Mengen ultrareinen Wassers. Für einen einzigen Mikrochip können bis zu 30 Liter erforderlich sein.

Davon profitieren laut Lecourt Spezialanbieter wie Kurita Water Industries, Organo und Xylem mit Lösungen für Wasseraufbereitung und Wassermanagement.

Wasser könnte damit zu einem der großen strukturellen Investmentthemen des kommenden Jahrzehnts werden. Unternehmen, die Versorgung sichern, Qualität verbessern und eine effizientere Nutzung ermöglichen, könnten langfristig profitieren.



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