BERLIN (dpa-AFX) - Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), wehrt sich gegen den Vorwurf, die Union habe im Streit über den neuen Wehrdienst den Koalitionsfrieden aufs Spiel gesetzt. Der Gesetzesvorschlag von Verteidigungsminister Boris Pistorius sei überarbeitungsbedürftig gewesen, deshalb hätten Fachleute von Union und SPD gemeinsam eine "Nachschärfung" inklusive des - politisch umstrittenen - Losverfahrens erarbeitet, sagte der CDU-Politiker dem Deutschlandfunk.
Das Vorhaben misslang: Am Dienstag wurde eine angekündigte Pressekonferenz der Bundestagsfraktionen von Union und SPD kurzfristig abgesagt, weil die Vorschläge der Fachpolitiker von Union und SPD bei Pistorius und in der SPD-Fraktion auf Widerspruch stießen.
"Die gerechteste Lösung, die wir zurzeit finden können"
Allein mit der von Pistorius vorgeschlagenen Zwangsmusterung aller jungen Menschen sei nicht viel gewonnen, gab Röwekamp zu bedenken. Entscheidend sei die Frage, wer aus der Gruppe der Gemusterten dann auch in der Bundeswehr dienen müsse. "Wenn die Freiwilligkeit nicht reicht, wollen wir zur Wehrpflicht zurück", so Röwekamp. "Das will auch der Minister. Aber er verschweigt, wie er die Auswahl derjenigen treffen will, die am Ende zum Wehrdienst herangezogen werden."
Es gebe Jahrgänge mit mehr als 200.000 wehrfähigen jungen Menschen, von denen aber nur einen Bruchteil für die Truppe gebraucht werde. "Und deswegen müssen wir ein Verfahren finden, wie wir gerecht unter denen auswählen, die zur Verfügung stehen", sagte Röwekamp. Das Zufallsverfahren per Los sei nicht nur "die gerechteste Lösung, die wir zurzeit finden können" - es sei auch die einzige Möglichkeit, "bei der jeder das gleiche Risiko und die gleiche Chance hat, ausgewählt zu werden"./mk/DP/zb
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