Blackstone – Kaum Angst vor KI-Blase, aber vor der KI-Disruptionskraft! - Wie Jonathan Gray die Investmentstrategie des Konzerns umstellt!
Während an den Märkten über eine mögliche KI-Blase diskutiert wird, verfolgt die Private-Equity-Ikone Blackstone einen völlig anderen Ansatz. Präsident Jonathan Gray sieht nicht die Überhitzung der Bewertungen als Risiko – sondern die Unterschätzung der Zerstörungskraft künstlicher Intelligenz.
Als Jonathan Gray, Präsident des weltgrößten Private-Equity-Hauses Blackstone, auf dem Financial Times Private Capital Summit in London die Bühne betrat, machte er unmissverständlich klar: Künstliche Intelligenz ist kein Randthema mehr – sie steht im Zentrum jeder Investmententscheidung des Hauses. "Wir haben unseren Kredit- und Eigenkapitalteams mitgeteilt: Behandelt KI auf den ersten Seiten eurer Investitionsmemos", erklärte Gray. "Wir behaupten nicht, alles zu wissen. Aber so zu tun, als bliebe alles beim Alten, wäre ein Fehler."
Kein "Business as usual"
Während viele Investoren vor einer spekulativen Überhitzung im KI-Sektor warnen, sieht Gray die größere Gefahr auf der anderen Seite. Nicht in überzogenen Bewertungen, sondern in der trügerischen Sicherheit etablierter Geschäftsmodelle. "Die wahre Bedrohung liegt nicht in einer Blase, sondern in der Unterschätzung der Disruptionskraft von KI", so Gray. Ganze Branchen könnten in den kommenden Jahren obsolet werden – von der Buchhaltung über die Rechtsberatung bis hin zur Schadenbearbeitung in Versicherungen. Er verglich die mögliche Wucht des Umbruchs mit dem Preisverfall der New Yorker Taxi-Lizenzen nach dem Aufstieg von Uber und Lyft.
Neuausrichtung der Investmentstrategie
Blackstone hat aus dieser Einschätzung weitreichende Konsequenzen gezogen. Investitionen in Software-, Beratungs- oder Callcenter-Unternehmen, die stark von Automatisierung bedroht sind, werden mittlerweile vollständig gemieden. Stattdessen richtet sich der Blick auf physische Infrastruktur und Industrien, die vom Boom der Datenökonomie profitieren.
"Wir investieren nicht mehr in Unternehmen, die leicht durch KI ersetzt werden könnten", erklärte Gray. Das Kapital fließt in Energieversorger, Industrieunternehmen und Betreiber von Rechenzentren – die Lebensadern der neuen Datenwelt. Besonders im Fokus: Infrastruktur, die Systeme von OpenAI und Microsoft (Microsoft Aktie) stützt.
Pflicht zur KI-Analyse in jedem Investment
Die neue Regel bei Blackstone ist ebenso simpel wie konsequent: Jedes Investment-Memo muss gleich zu Beginn die potenziellen Auswirkungen von KI behandeln – Risiken ebenso wie Chancen. Für Blackstone ist das mehr als ein formaler Schritt: Es markiert eine kulturelle Wende in der Investmentanalyse. "Künstliche Intelligenz beeinflusst jedes Geschäftsmodell", so Gray. "Wer das ignoriert, investiert blind."
Zwischen Risiko und Chance
Trotz aller Warnungen sieht Gray in der Technologie enorme Wachstumsimpulse. "Der Produktivitätsschub, den KI langfristig auslösen kann, ist gewaltig", sagte er in London. Gleichzeitig müsse man akzeptieren, dass viele bestehende Geschäftsmodelle unter Druck geraten werden. "Business as usual wäre ein Fehler."
Blackstone reagiert damit pragmatischer als viele Marktbeobachter. Während sich Hedgefonds über die Bewertung von Nvidia (Nvidia Aktie) streiten oder Tech-Fonds KI-Aktien jagen, stellt Gray die Frage nach der Substanz – und nach der Infrastruktur, die das Rückgrat dieser neuen Welt bildet.
Fazit: Blackstone denkt weiter, als es die Angst vor einer Blase vermuten lässt. Die größte Private-Equity-Gesellschaft der Welt sieht in KI kein Spekulationsobjekt, sondern eine tektonische Verschiebung der globalen Wirtschaft. Wer die Risiken versteht und die Infrastruktur liefert, wird profitieren – wer sie ignoriert, könnte schon bald viel Geld verlieren!
Ariva-Redaktion MW
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