Billige Aktien, boomende Exporte: Gehört China jetzt in Ihr Depot?

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Die chinesische Flagge.
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Elektroautos, Chips, Werkzeugmaschinen: China erobert die Weltmärkte, der Handelsüberschuss nähert sich der Billion. Ein Fondsmanager sieht eine unterschätzte Chance. Doch zwei Risiken lauern.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

"Made in China" hat heute nicht mehr den schlechten Ruf wie früher. Die Volksrepublik exportiert heute Elektroautos, Chips und Industrieroboter. Im September stiegen ihre Ausfuhren im Jahresvergleich um 36,3 Prozent. Laut Reuters häufte China von Januar bis September einen Handelsüberschuss von 938 Milliarden US-Dollar an. Die Folgen spüren Fabriken in Deutschland und den USA.

Hinter dem Boom stecken Subventionen aus Peking. Im Inland fehlt die Nachfrage, weil die Immobilienkrise das Vermögen der Verbraucher bindet. Also drängen die Waren ins Ausland.

Autos und Chips als Zugpferde

Am sichtbarsten ist der Wandel bei Autos. China verkauft mehr Fahrzeuge ins Ausland als Deutschland und die USA zusammen. In Europa verkaufte Leapmotor im ersten Halbjahr laut dem europäischen Herstellerverband 558 Prozent mehr Autos, BYD legte um 146 Prozent zu. Die Chiplieferungen verdoppelten sich im gleichen Zeitraum fast auf 177,28 Milliarden US-Dollar. "Künstliche Intelligenz verändert Chinas Handelslandschaft", sagt Ruby Osman vom Tony Blair Institute for Global Change.

Werte aus dem Artikel:
BASF Aktie 53,21 € -0,23%

Europa wehrt sich bereits. Die Europäische Union einigte sich Anfang Oktober mit Peking darauf, die Einfuhr chinesischer Hybridautos mehr als zu halbieren.

Fabrik der Fabriken

China überholte Deutschland als größten Exporteur von Werkzeugmaschinen. Europas Anteil am weltweiten Volumen bei Investitionsgütern schrumpfte laut Goldman Sachs seit 2005 von 54 auf 43 Prozent. Auch Chemiekonzerne wie BASF (BASF Aktie) warnten vor dem Preisdruck. Neue Fabriken im Westen lösten das Problem kaum, sagt Fred Neumann von HSBC. Die Produktion bleibe von Bauteilen aus China abhängig.

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Billige Aktien, fester Yuan

Für Chinas Wachstum sind die Exporte unverzichtbar. Die Wirtschaft wuchs im dritten Quartal um 4,5 Prozent. Der Einzelhandel legte in den ersten neun Monaten dagegen nur um 1,1 Prozent zu. Ein US-Dollar kostet nur noch rund 6,66 Yuan und damit 4,7 Prozent weniger als zu Jahresbeginn. Analysten der US-Notenbank Fed halten den Yuan trotzdem für 24 Prozent unterbewertet. Für chinesische Standardwerte zahlen Anleger laut World PE Ratio rund neun US-Dollar je US-Dollar Gewinn, weltweit sind es rund 20.

"Aus unserer Sicht haben die Kapitalmärkte die Folgen dieser Verschiebung noch nicht vollständig eingepreist", sagt James Syme von J O Hambro. Er gewichtet chinesische Aktien über. Bei Exporteuren aus Korea und Taiwan bleibt er vorsichtig. Ein Abschwung bei künstlicher Intelligenz könnte Chinas Exporte dagegen stärker bremsen als jede Handelsschranke, warnt Max Zenglein vom Conference Board.

Fazit

Chinas Exportmaschine läuft auf Hochtouren und setzt Europas Industrie unter Druck. Chinesische Aktien wirken dagegen günstig bewertet. Wer einsteigt, braucht aber starke Nerven, denn neue Zölle können den Boom jederzeit bremsen.


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