Bitcoin: Niemand weiß, wem mehr als die Hälfte aller Coins gehören
Pascal Grunow
Pascal Grunow
Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Mehr als 11 Millionen Bitcoin lassen sich keinem Besitzer zuordnen. Eine Analyse zeigt, wie wenig selbst Experten über die Eigentumsverhältnisse wissen.
Für dich zusammengefasst:
11,1 Millionen Bitcoin sind nicht identifizierbaren Wallets zugeordnet.
Der Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto hält 1,12 Millionen BTC.
Ein Teil der unidentifizierten Bitcoin könnte dauerhaft verloren sein.
Laut einer Analyse von Galaxy Research befinden sich 11,1 Millionen Bitcoin (BTC) auf Wallet-Adressen, deren Besitzer nicht identifiziert werden konnten. Das entspricht etwa 55 Prozent der bislang geschürften 20,1 Millionen BTC.
Damit bleibt der größte Teil des Bitcoin-Angebots weitgehend unbekannt, obwohl institutionelle Investoren, börsengehandelte Bitcoin-Fonds (ETFs) und große Unternehmen inzwischen eine immer wichtigere Rolle auf dem Kryptomarkt spielen.
Bitcoin bleibt offenbar in privaten Händen
Alex Thorn, Forschungsleiter bei Galaxy, sieht in den Zahlen einen Hinweis darauf, dass Bitcoin trotz seiner zunehmenden Institutionalisierung weiterhin stark von privaten Anlegern geprägt wird.
Viele Investoren verwahren ihre Coins demnach möglicherweise selbst, statt sie Kryptobörsen, Banken oder anderen Finanzdienstleistern anzuvertrauen.
Bei dieser sogenannten Selbstverwahrung behalten Anleger die vollständige Kontrolle über ihre privaten Zugangsschlüssel und sind damit nicht auf einen zentralen Verwahrer angewiesen.
Thorn betonte auf der Plattform X, dass trotz der zunehmenden Konzentration von Bitcoin bei institutionellen Akteuren weiterhin enorme Bestände keiner bekannten Einrichtung zugeordnet werden könnten. Möglicherweise befinde sich sogar der Großteil des Angebots in privater Selbstverwahrung.
Allerdings bedeutet die fehlende Zuordnung nicht zwangsläufig, dass sämtliche 11,1 Millionen Bitcoin privaten Anlegern gehören. Ein Teil der Bestände könnte dauerhaft verloren sein. Dazu zählen beispielsweise Wallets, deren Besitzer ihre privaten Zugangsschlüssel vergessen haben oder verstorben sind, ohne ihren Erben Zugriff auf die Kryptowährungen zu ermöglichen.
Hinzu kommen Bitcoin aus den Anfangsjahren des Netzwerks, die von frühen Minern geschürft wurden und seit langer Zeit nicht bewegt worden sind.
Auch bislang nicht identifizierte institutionelle Investoren könnten erhebliche Mengen kontrollieren. Dazu gehören etwa Investmentfonds, Unternehmen und sogenannte OTC-Handelsplätze, über die besonders große Bitcoin-Transaktionen außerhalb regulärer Kryptobörsen abgewickelt werden.
Zusätzlich erschweren komplexe Verwahrstrukturen die Zuordnung. Große Bestände werden häufig auf zahlreiche Wallet-Adressen verteilt, wodurch selbst professionelle Blockchain-Analysen an ihre Grenzen stoßen.
Als größter Einzelhalter identifiziert Galaxy Research weiterhin den Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto. Laut Galaxy Research werden ihm rund 1,12 Millionen BTC zugerechnet. Bei einem Bitcoin-Kurs von rund 79.600 US-Dollar entspricht das einem Vermögen von etwa 89,4 Milliarden US-Dollar.
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