FRANKFURT (dpa-AFX) - Am Mittwoch treiben die Anleger wieder vermehrt Sorgen vor den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf etablierte Geschäftsmodelle um. Bereits bekannt ist die Angst im Internet- und Softwarebereich sowie bei Informationsdienstleistern, doch relativ neu ist sie im Finanzbereich, wo zuletzt Versicherer und ihre Dienstleister erwischt wurden.
Für dich zusammengefasst:
Anleger sorgen sich um Künstliche Intelligenz im Finanzbereich.
Aktien von Flatexdegiro fielen um 8,3 Prozent.
Barclays stuften den Versicherungssektor auf "Underweight" ab.
Nun kommt die Angst auch bei Online-Brokern oder Vermögensverwaltern an, die am Vorabend schon in New York unter Druck geraten waren. Dem Abschlag bei US-Unternehmen wie Charles Schwab folgten hierzulande die Papiere von Flatexdegiro , die am Mittag mit 8,3 Prozent ins Minus gerutscht waren. DWS büßten wenige Tage nach ihrem Rekordhoch 2,6 Prozent ein.
Experte Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies sprach von einem "Ausverkauf auf breiter Basis" bei europäischen Online-Brokern in der Sorge, dass die Margen bedingt durch alternative, KI-gestützte Angebote unter Druck geraten. Kunden erwarteten mehr Automatisierung und Personalisierung zu niedrigeren Kosten. Der unmittelbare Auslöser sei die Einführung eines KI-gestützten Steuerplanungstools durch das Vermögensverwaltungs-Startup Altruist.
Am Vortag schon waren die Aktien der Allianz (Allianz Aktie) abgerutscht wegen KI-Bedenken. Die Experten Claudia Gaspari und Ivan Bokhmat von der britischen Bank Barclays glauben, dass der Rückschlag in der Versicherungsbranche erst am Anfang steht, während er bei dem Börsenbetreiber LSE wohl übertriebene Formen angenommen habe. Dessen Aktien konnten sich am Mittwoch etwas erholen, Allianz jedoch blieben unter Druck.
Die Barclays-Strategen um den Experten Emmanuel Cau stuften den Versicherungssektor am Mittwoch auf "Underweight" ab. Angst herrsche vor und Aktien würden wahllos als Verlierer abgestempelt. Der Tiefpunkt sei möglicherweise noch nicht erreicht, schrieb der Experte. Versicherungen seien dafür besonders anfällig, während es anderswo in den Bereichen Software, Medien, Internet und Finanzdienstleistungen durchaus selektive Chancen geben könne.
Bislang erfolglos versuchte der Berenberg-Experte Michael Huttner, die Sorgen im Versicherungsbereich zu dämpfen. Es gebe bei weitem nicht nur KI-Risiken, sondern auch Chancen. Die Konkurrenz im Vertrieb könnte durch Kosten- und Effizienzvorteile am Ende klar kompensiert werden, kommentierte er. Überhaupt stehe die Entwicklung noch ganz am Anfang.
In der Breite gehörten am Mittwoch die SAP (SAP Aktie) -Aktien nach einer mehrtägigen Erholungsphase auch wieder zu den Verlierern im Dax . Noch stärker galt dies für deutsche Werte aus dem Internetbereich wie Scout24 , Zalando (Zalando Aktie) , Redcare Pharmacy , Auto1 , Delivery Hero oder Hellofresh . Deren Verluste reichten von fast 4 bis über 6 Prozent./tih/ag/jha/
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