AKTIEN IM FOKUS 2: KI-Schwäche hilft Softwarewerten und IT-Dienstleistern

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(Neu: Weitere Aktien, Goldman Sachs)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am Montag hat sich das zuletzt an der Börse regelmäßig gesehene Muster bestätigt: Wenn die Highflyer der KI-Rally schwächeln, profitieren Softwarewerte und IT-Dienstleister. Also jene Aktien, bei denen insgesamt eher Verdrängungssorgen durch Künstliche Intelligenz vorherrschen.

Für dich zusammengefasst:
Hinweis

So zogen zu Wochenbeginn die Aktien von SAP (SAP Aktie) unter den besten Werten im moderat steigenden Dax um bis zu 2,2 Prozent an, sind mit einem Minus von mehr als 30 Prozent im Jahr 2026 aber zweitschwächster Wert im deutschen Leitindex. Scout24 erholten sich ebenfalls, liegen 2026 aber noch klar im Minus.

Die Anteilsscheine von Nemetschek gewannen am Montag im Index der mittelgroßen Werte MDax zeitweise 5,6 Prozent, liegen 2026 aber noch etwa 37 Prozent unter Wasser.

Den letztgenannten Papieren des auf die Bauindustrie spezialisierte Softwareanbieters half eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Analyst Nicolas Herms berücksichtigte nun insbesondere die jüngste Übernahme von HCSS, die er als strategisch sinnvolle Ergänzung lobte. Damit werde das Standbein in Nordamerika im Infrastruktur-Bereich und Ingenieurbau gestärkt.

Experte Andreas Wolf von der Privatbank Berenberg zeigte sich derweil in seinem Ausblick auf den Quartalsbericht optimistisch für Bechtle (Bechtle Aktie) . Die Aktien des IT-Dienstleisters gewannen im MDax gut 4 Prozent, liegen 2026 aber noch knapp ein Viertel im Minus.

Werte aus dem Artikel:
Bechtle Aktie 32,72 € +3,48%
Cancom Aktie 24,15 € -0,82%
Nemetschek Aktie 58,15 € +4,87%
SAP Aktie 140,26 € +0,44%

Demgegenüber schwächelten die in den letzten Monaten im Zuge des Hypes um Künstliche Intelligenz stark gestiegenen Unternehmen aus der Halbleiterbranche. So fielen die Aktien von Infineon (Infineon Aktie) im Dax zeitweise um 3,7 Prozent, konnten dann die Chartunterstützung im Bereich 75 Euro dann aber doch halten. Im MDax ging es für die Anteilsscheine von Suss Microtec um 4,5 Prozent nach unten, und im Nebenwerteindex SDax büßten die Papiere des Zulieferers LPKF zeitweise über 7 Prozent ein.

In Mitleidenschaft gezogen wurden auch die Aktien von Herstellern erneuerbarer Energien. Denn der Energiebedarf für die KI-Rechenzentren ist enorm, und Anleger haben gewettet, dass er auch über grüne Energien wie Solarstrom oder Windkraft gedeckt werden kann. Denn diese bilden das Rückgrat der politisch gewollten Energiewende in Deutschland. Damit verloren die Aktien des Windturbinenherstellers Nordex am MDax-Ende 6 Prozent. Für die Anteilsscheine des Herstellers von Wechselrichtern SMA Solar ging es als Schlusslicht im SDax um bis zu 8 Prozent nach unten.

Um zu beurteilen, welches Potenzial die KI-Highflyer noch haben, blicken die Anleger immer noch schwerpunktmäßig gen USA. Denn die dortige Halbleiterbranche ist ein wichtiger Taktgeber für den gesamten Sektor. In New York deuten sich am Montag zwar für Werte wie Marvell Technology und Intel deutliche Kursanstiege an, allerdings holen sie damit auch Gewinne vom Freitag nach. Zum Wochenschluss waren die US-Börsen wegen der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag geschlossen geblieben.

Die US-Bank Goldman Sachs sieht zwar in den meisten Teilbereichen der US-Halbleiterbranche noch Spielraum für die Markterwartungen. Nach der "dramatischen Outperformance" des US-Branchenindex SOX im zweiten Quartal jedoch werde die Luft für die Aktien dünner, schrieb Analyst James Schneider. Fundamental überzeugt ist der Experte vor allem für die Bereiche Server-Prozessoren, anwendungsspezifische integrierte Schaltkreise sowie den gesamten Speicherkomplex.

Fundamental bleibt JPMorgan-Stratege Mislav Matejka aber überzeugt, dass sich die übergeordneten Trends fortsetzen. Schwächen in der KI-Rally dürften gekauft werden und Erholungen bei Werten mit KI-Sorgen - wie schon im März - eher kurzfristiger Natur sein, wenn die Titel überverkauft sind./la/ag/mis


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