Berenberg streicht KION-Gewinnprognose um bis zu sechs Prozent
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Vorgezogene Bestellungen rächen sich: Bei KION bricht das Auftragsgeschäft im zweiten Quartal ein, während Umsatz und Marge überraschend zulegen. Berenberg reagiert mit einem neuen Kursziel.
Für dich zusammengefasst:
KION sieht beim Auftragseingang einen Rückgang im Q2.
Berenberg senkt die Gewinnprognose um bis zu sechs Prozent.
Der Gabelstapler- und Intralogistik-Konzern KION muss beim Auftragseingang im zweiten Quartal einen spürbaren Dämpfer hinnehmen. Das geht aus einer aktuellen Einschätzung der Analysten von Berenberg hervor, die im Zuge eines Investorentelefonats des Unternehmens Anfang Juli entstand. Demnach dürften die neuen Aufträge im Vergleich zu den bisherigen Markterwartungen im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zurückbleiben. Umsatz und bereinigtes Ergebnis fallen dagegen etwas besser aus als gedacht.
Hintergrund des Auftragsrückgangs ist ein Vorzieheffekt: Viele Kunden hatten ihre Gabelstapler-Bestellungen noch vor einer Preiserhöhung im April ins erste Quartal vorgezogen, was die Vergleichsbasis für das zweite Quartal verzerrt. Hinzu kommt, dass die Sparte für Lagerautomatisierung im Vorjahresquartal außergewöhnlich viele Großaufträge verbuchte, was den Jahresvergleich zusätzlich erschwert. Die Analysten rechnen für das zweite Quartal mit einem Auftragsrückgang von rund einem Fünftel gegenüber dem Vorjahr, während der Umsatz um etwa sieben Prozent steigen soll.
Positiv fällt auf, dass sich die operative Marge weiter verbessert. Kosteneinsparungen aus dem laufenden Effizienzprogramm, geringere Aufwendungen für die langfristige Vergütung von Führungskräften sowie Rückerstattungen im Zusammenhang mit US-Zöllen stützen das Ergebnis in der Gabelstapler-Sparte. Auch das Lagerautomatisierungsgeschäft zeigt eine Verbesserung der Profitabilität.
Trotz der guten Ertragsentwicklung bleiben die Analysten vorsichtig. Sie senken ihre Jahresprognose für den Auftragseingang leicht und kappen die Gewinnschätzung deutlicher, da sie zuvor offenbar zu optimistisch für beide Geschäftsbereiche kalkuliert hatten. In der Folge sinkt das Kursziel von 50 auf 47 Euro. Die Einstufung bleibt bei "Hold". Zur Begründung heißt es, man bleibe angesichts des weiterhin schwierigen makroökonomischen Umfelds vorsichtig, was die kurzfristige Entwicklung der Auftragslage angehe.
Die KION-Aktie notierte zuletzt bei rund 41,50 Euro und damit deutlich unter ihrem Jahreshoch von über 70 Euro. Anleger dürften nun genau auf die Quartalszahlen schauen, um zu sehen, ob sich der positive Margentrend fortsetzt, während das Auftragsgeschäft an Fahrt verliert.
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