Die Notenbank erhöhte ihre Inflationsprognose. Demnach wird im laufenden Jahr eine Teuerung von 2,7 Prozent erwartet. Zuvor hatten die Währungshüter mit 2,2 Prozent gerechnet. Außerdem wurden auch die Inflationsprognosen für die Jahre 2026 und 2027 angehoben, allerdings nur leicht.
Notenbankchef Ueda spielte den Inflationsanstieg auf der Pressekonferenz herunter und dämpfte damit die Spekulation an den Finanzmärkten auf eine Zinserhöhung. Demnach sieht Ueda kein hohes Risiko einer zu stark steigenden Inflation.
Nach Einschätzung des Analysten Volkmar Baur von der Commerzbank (Commerzbank Aktie) sind die höheren Inflationsprognosen mit einer unerwartet starken Teuerung bei Lebensmitteln zu erklären. "Allerdings ist nicht ganz klar, was die Zentralbank gegen eine Inflation bei den Reispreisen unternehmen kann, welche eher mit einer schwachen Ernte von vor zwei Jahren als mit der Geldpolitik zu tun hat", sagte Baur.
Bei der Einschätzung der konjunkturellen Lage geht die Notenbank davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum abschwächen dürfte. Im Konjunkturausblick der Zentralbank wird in diesem Zusammenhang auf "Handels- und andere politische Maßnahmen" in den einzelnen Ländern verwiesen, die generell belasten würden. Derzeit wird die konjunkturelle Entwicklung in vielen Staaten vor allem durch die Folgen der aggressiven Zollpolitik der US-Regierung gebremst.
Am Devisenmarkt reagierte der japanische Yen zunächst kaum auf die geldpolitischen Beschlüsse. Nach den Aussagen von Notenbankchef Ueda im Anschluss an die Zinsentscheidung geriet die japanische Währung aber unter Druck. Zeitweise wurden für einen US-Dollar 150 Yen gezahlt und damit so viel wie seit Anfang April nicht mehr./jkr/jsl/jha/
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