LONDON (dpa-AFX) - In Großbritannien hat sich die Inflation im Juli unter anderem wegen erhöhter Rechnungen für Strom und Gas an private Haushalte deutlich verstärkt. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 2,9 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mitteilte. Im Vormonat hatte die Jahresrate 2,6 Prozent betragen. Es ist der erste Anstieg der Inflation sei März, und er war von Analysten im Schnitt so erwartet worden.
Für dich zusammengefasst:
Die Inflation in Großbritannien stieg im Juli um 2,9 Prozent.
Besonders Gaspreise stiegen um 14,7 Prozent, Strompreise 3,6 Prozent.
Verbraucherpreise erhöhten sich im Monatsvergleich um 0,3 Prozent.
Die Teuerung liegt damit deutlicher über dem Ziel der britischen Notenbank, die eine Inflationsrate von zwei Prozent anstrebt. Angetrieben wurde die Inflation durch einen spürbaren Anstieg von Kosten, die im Zusammenhang mit Wohnen und Haushaltsdienstleistungen stehen, wie es in der Mitteilung heißt. Besonders deutlich wirkte sich ein Anstieg der Gaspreise um 14,7 Prozent und der Strompreise um 3,6 Prozent aus. Dagegen sind die Kraftstoffpreise im Juli gesunken.
Hintergrund des starken Anstiegs der Kosten für Gas ist eine Änderung der Tarife für die britischen Haushalte, die mit einer Anpassung der von der Regulierungsbehörde Ofgem (Office of Gas and Electricity Markets) festgelegten Preisobergrenze zu erklären ist. Die Änderung der Tarife fand im Juli statt und berücksichtigte mit Verspätung den Anstieg der Gaspreise an den Finanzmärkten nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar.
Im Monatsvergleich stiegen die britischen Verbraucherpreise im Juli um 0,3 Prozent und damit ebenfalls wie erwartet. Auch in dieser Betrachtung haben die Statistiker die Kosten für die Haushaltsführung als einen der stärksten Preistreiber ausgemacht.
Eine kleine Überraschung gab es beim Blick auf die Kernrate der britischen Inflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden. Hier meldete das Statistikamt eine unveränderte Jahresrate von 2,6 Prozent. Analysten hatten einen Rückgang auf 2,5 Prozent erwartet.
Im weiteren Verlauf des Jahres rechnen Ökonomen mit einer erhöhten Teuerung. "Die Energiepreise dürften weiter zulegen", sagte Sanjay Raja, Chefvolkswirt für das Vereinigte Königreich bei der Deutschen Bank. Auch die Inflation im Dienstleistungssektor dürfte demnach leicht anziehen./jkr/jsl/mis
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