Zinssenkungen laden zum Aktienkauf ein
11. Dezember 2002 Obwohl die amerikanische Notenbank die Leitzinsen in den vergangenen Monaten massiv und gleichzeitig auf ein Rekordtief gesenkt hat und in jüngster Zeit sogar die Europäische Zentrabank nachgezogen hat, können viele Marktteilnehmer ihre Skepsis nicht so richtig ablegen. Sie sind nicht so richtig überzeugt, dass diese Maßnahmen in der aktuellen Situation mit strukturellen Verwerfungen, deflationären Tendenzen und bürokratischen Verkrustungen die übliche Wirkung in Form steigender Kurse haben.
Aber genau das besagt eine Studie des Ökonomen Dieter Wermuth von der japanischen UFJ Bank in Frankfurt. Danach ist es eine ziemlich profitable Strategie, den Markt nach der letzten Zinssenkung eines entsprechenden Zinssenkungszyklus zu kaufen. Die durchschnittliche Performance des Dax ein Jahr nach dem letzten Zinsschritt belief sich danach auf ein Plus von 24,1 Prozent, bei einer Standardabweichung von 21,4 Prozent. Der Zusammenhang war in allen entsprechenden Fällen der vergangenen Jahrzehnte eindeutig positiv. Auf Grund einer durchschnittlichen Inflationsrate von drei Prozent lag die reale Entwicklung bei plus 21 Prozent.
Wirtschaftsteilnehmer nutzen tiefe Zinsen in der Regel aus
Seit Mitte der 60er Jahre gab und gibt es bisher sechs Zinssenkungszyklen. Nach einem ersten Zinsschritt der Bundesbank folgte bisher eine Serie weiterer Maßnahmen. Die Europäische Zentralbank dürfte sich nun ähnlich verhalten, denkt Wermuth. Da die Wirtschaftsteilnehmer nach mehreren Zinssenkungen davon ausgehen, dass danach die Zinsen irgendwann wieder steigen werden, nutzen sie in der Regel das günstige Kreditangebot aus. Das wiederum regt den Konsum an, lässt damit die Gewinne der Unternehmen und auf Grund dessen auch die Aktien steigen.
Oft ist nicht so richtig absehbar, wann die Zentralbank sich zum letzten Mal bewegen wird. Aus diesem Grund bietet sich die „Notlösung“ an, dann mit dem Kauf von Aktien zu beginnen, wenn die ersten Zinssenkungen schon im Markt sind. Denn auf Grund der stimulierenden Geldpolitik dürfte sich der wirtschaftliche Ausblick verbessern und sowohl Analysten als auch Anleger werden optimistischer bezüglich der Gewinnerwartungen.
Ausnahmen bestätigen die Regel
Das einzige Mal, in dem diese Strategie nicht funktionierte, ist das Jahr nach dem ersten Zinsschritt der Europäischen Zentralbank im Mai des Jahres 2001. Zu dieser Zeit waren die Märkte noch damit beschäftigt, sich durch die Trümmer der geplatzten Kursblase zu kämpfen. Sie nahmen kaum zur Kenntnis, dass die Zentralbank begonnen hat, die Geldpolitik zu lockern.
Insgesamt scheint es jedoch eine viel versprechende und robuste Strategie zu sein, im Zeitraum der letzten Zinssenkungen Aktien zu kaufen.
11. Dezember 2002 Obwohl die amerikanische Notenbank die Leitzinsen in den vergangenen Monaten massiv und gleichzeitig auf ein Rekordtief gesenkt hat und in jüngster Zeit sogar die Europäische Zentrabank nachgezogen hat, können viele Marktteilnehmer ihre Skepsis nicht so richtig ablegen. Sie sind nicht so richtig überzeugt, dass diese Maßnahmen in der aktuellen Situation mit strukturellen Verwerfungen, deflationären Tendenzen und bürokratischen Verkrustungen die übliche Wirkung in Form steigender Kurse haben.
Aber genau das besagt eine Studie des Ökonomen Dieter Wermuth von der japanischen UFJ Bank in Frankfurt. Danach ist es eine ziemlich profitable Strategie, den Markt nach der letzten Zinssenkung eines entsprechenden Zinssenkungszyklus zu kaufen. Die durchschnittliche Performance des Dax ein Jahr nach dem letzten Zinsschritt belief sich danach auf ein Plus von 24,1 Prozent, bei einer Standardabweichung von 21,4 Prozent. Der Zusammenhang war in allen entsprechenden Fällen der vergangenen Jahrzehnte eindeutig positiv. Auf Grund einer durchschnittlichen Inflationsrate von drei Prozent lag die reale Entwicklung bei plus 21 Prozent.
Wirtschaftsteilnehmer nutzen tiefe Zinsen in der Regel aus
Seit Mitte der 60er Jahre gab und gibt es bisher sechs Zinssenkungszyklen. Nach einem ersten Zinsschritt der Bundesbank folgte bisher eine Serie weiterer Maßnahmen. Die Europäische Zentralbank dürfte sich nun ähnlich verhalten, denkt Wermuth. Da die Wirtschaftsteilnehmer nach mehreren Zinssenkungen davon ausgehen, dass danach die Zinsen irgendwann wieder steigen werden, nutzen sie in der Regel das günstige Kreditangebot aus. Das wiederum regt den Konsum an, lässt damit die Gewinne der Unternehmen und auf Grund dessen auch die Aktien steigen.
Oft ist nicht so richtig absehbar, wann die Zentralbank sich zum letzten Mal bewegen wird. Aus diesem Grund bietet sich die „Notlösung“ an, dann mit dem Kauf von Aktien zu beginnen, wenn die ersten Zinssenkungen schon im Markt sind. Denn auf Grund der stimulierenden Geldpolitik dürfte sich der wirtschaftliche Ausblick verbessern und sowohl Analysten als auch Anleger werden optimistischer bezüglich der Gewinnerwartungen.
Ausnahmen bestätigen die Regel
Das einzige Mal, in dem diese Strategie nicht funktionierte, ist das Jahr nach dem ersten Zinsschritt der Europäischen Zentralbank im Mai des Jahres 2001. Zu dieser Zeit waren die Märkte noch damit beschäftigt, sich durch die Trümmer der geplatzten Kursblase zu kämpfen. Sie nahmen kaum zur Kenntnis, dass die Zentralbank begonnen hat, die Geldpolitik zu lockern.
Insgesamt scheint es jedoch eine viel versprechende und robuste Strategie zu sein, im Zeitraum der letzten Zinssenkungen Aktien zu kaufen.