Offensichtlich ist das Zins-Gespenst in Euro-Land noch nicht gebannt. Insbesondere der hohe Ölpreis läßt der Inflation freihen Lauf. Gerade durch diesen Umstand ist auch eine Zinserhöhung in den USA noch lange nicht vom Tisch.
Grüße
Shorty
Zinsen bleiben ein leidiges Thema
Von vwd Börsenkorrespondent Georg-Marcus Hauser
In den letzten zwei Wochen waren wir sehr dankbar über die UMTS-Auktionsberichte, da sie uns halfen das "Nachrichtensommerloch" zu füllen. Es ist schon erstaunlich mit welchen Summen gespielt wurde, knapp 100 Milliarden und jeder erhielt nur zwei Lizenzen. Nach dem Ausstieg von debitel am vergangenen Freitag blieben sechs Bieter übrig. Diese boten munter weiter, anstatt sich gleich zu einigen, denn dann hätte jede der Firmen etwa sechs Milliarden DEM gespart - nice deal.
Jetzt schieben einige frustrierte Bieter die Schuld der Telekom zu, da diese noch vom Staat subventioniert wäre. Man munkelt von Gehilfen des Finanzministers. Allerdings sind die bezahlten Preise ähnlich hoch wie die der Versteigerung in Großbritannien. Der Markt erwartet eine Kündigung weiterer Tranchen des AfW oder den Rückkauf von Anleihen ohne Benchmarkstatus, speziell Laufzeiten zwischen 2000 bis 2002 mit hohen Kupons. Nun ja, wie auch immer - Herr Eichel freut sich.
Was nun? Konzentrieren wir uns nach dem Wahnsinn des Milliardenpokers wieder auf Marktberichte, Technik und die Zinsen. Die Zinsen bleiben ein leidiges Thema am Markt. Die Diskussion über eine Erhöhung der Leitzinsen in den USA verblasste durch die letzten Wirtschaftsdaten. Endgültige Klarheit bringt Alan Greenspan am Dienstagabend, wenn er das Ergebnis der Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve Bank bekannt gibt. In Europa jedoch mehren sich die Stimmen, die eine Erhöhung der Leitzinsen erwarten. Die Märkte reagieren mit lethargischen Kursbewegungen, Umsatzlosigkeit und schwankenden Kursen. Unlust macht sich breit, nicht nur die Hitze lähmt den Markt. Hauptaugenmerk bleibt weiter auf die Konjunkturdaten gerichtet.
Erste Anhaltspunkte über den Stand der Wirtschaft dürfte am Dienstag der ifo-Geschäftsklimaindex liefern. Im Juli erhöhten sich die Konsumentenpreise in Euroland mit einer Monatsrate von 0,2 Prozent, nach 0,5 Prozent im Juni. Die Jahresrate verharrte auf 2,4 Prozent und damit auf dem Höchststand seit Einführung des Euro. Der Ölpreis treibt also nicht nur den Autofahrern Tränen in die Augen, sondern auch die Inflation in die Höhe. Eine Anhebung des Reposatzes durch die EZB auf rund 4,75 Prozent gilt als wahrscheinlich.
Grüße
Shorty
Zinsen bleiben ein leidiges Thema
Von vwd Börsenkorrespondent Georg-Marcus Hauser
In den letzten zwei Wochen waren wir sehr dankbar über die UMTS-Auktionsberichte, da sie uns halfen das "Nachrichtensommerloch" zu füllen. Es ist schon erstaunlich mit welchen Summen gespielt wurde, knapp 100 Milliarden und jeder erhielt nur zwei Lizenzen. Nach dem Ausstieg von debitel am vergangenen Freitag blieben sechs Bieter übrig. Diese boten munter weiter, anstatt sich gleich zu einigen, denn dann hätte jede der Firmen etwa sechs Milliarden DEM gespart - nice deal.
Jetzt schieben einige frustrierte Bieter die Schuld der Telekom zu, da diese noch vom Staat subventioniert wäre. Man munkelt von Gehilfen des Finanzministers. Allerdings sind die bezahlten Preise ähnlich hoch wie die der Versteigerung in Großbritannien. Der Markt erwartet eine Kündigung weiterer Tranchen des AfW oder den Rückkauf von Anleihen ohne Benchmarkstatus, speziell Laufzeiten zwischen 2000 bis 2002 mit hohen Kupons. Nun ja, wie auch immer - Herr Eichel freut sich.
Was nun? Konzentrieren wir uns nach dem Wahnsinn des Milliardenpokers wieder auf Marktberichte, Technik und die Zinsen. Die Zinsen bleiben ein leidiges Thema am Markt. Die Diskussion über eine Erhöhung der Leitzinsen in den USA verblasste durch die letzten Wirtschaftsdaten. Endgültige Klarheit bringt Alan Greenspan am Dienstagabend, wenn er das Ergebnis der Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve Bank bekannt gibt. In Europa jedoch mehren sich die Stimmen, die eine Erhöhung der Leitzinsen erwarten. Die Märkte reagieren mit lethargischen Kursbewegungen, Umsatzlosigkeit und schwankenden Kursen. Unlust macht sich breit, nicht nur die Hitze lähmt den Markt. Hauptaugenmerk bleibt weiter auf die Konjunkturdaten gerichtet.
Erste Anhaltspunkte über den Stand der Wirtschaft dürfte am Dienstag der ifo-Geschäftsklimaindex liefern. Im Juli erhöhten sich die Konsumentenpreise in Euroland mit einer Monatsrate von 0,2 Prozent, nach 0,5 Prozent im Juni. Die Jahresrate verharrte auf 2,4 Prozent und damit auf dem Höchststand seit Einführung des Euro. Der Ölpreis treibt also nicht nur den Autofahrern Tränen in die Augen, sondern auch die Inflation in die Höhe. Eine Anhebung des Reposatzes durch die EZB auf rund 4,75 Prozent gilt als wahrscheinlich.