... punkten können, aber bis der Markt sich bequemt, das zu honorieren, kann es noch einen Moment dauern. Amazon hat einen KGV von über 300 (auf Basis erwarteter Gewinne von $2,45 je Aktie, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen), und BABA einen KGV von 18,5 (ohne Berücksichtigung des jüngsten Aktienrückkaufs und eines zu erwartenden Gewinns von über $3,00 je Aktie. Das manipulierte Spiel geht heute nur in eine neue (weitere) Runde und damit muss man sich eben abfinden.
Das Beste, was uns passieren kann, wäre der erwartete Kurssprung von Yahoo! durch den Verkauf von Yahoo! Core und eine Lösung für die Steuerproblematik. Dann können wir das Geld in BABA schaufeln und abwarten, wohin der Kurs uns in 5 Jahren treibt. Selbst wenn der KGV weiterhin so unterirdisch bleibt, dürften den Anlegern durch das Wachstum 30% bis 50% p.a. sicher sein. Ebenso sicher dürfte ein langfrisitges Short-Investment auf AMZN sein. Selbst wenn sie es irgendwie schaffen, ihren Gewinn auf absehbare Zeit zu verdreifachen, bleibt noch immer ein KGV von 100 und damit 70% Abwärtspotenzial erhalten. Spätestens beim nächsten Crash in den USA dürfte Amazon wieder auf unter $200 pro Aktie fallen, zumal sie von einer Wirtschaftsflaute extrem auch operativ sehr stark betroffen sein dürften.
Was diese Mozilla-Sache angeht, so muss man die Kirche auch ein wenig im Dorf lassen. Auch Mozilla muss seine Verträge erfüllen und Yahoo! verdient mit der Suche zwar nicht viel Geld, aber es reicht locker, um die vereinbarten TAC an Mozilla zu überweisen. Es wäre nicht klug, dieses Geschäft einzustellen. Ein Käufer wäre besser beraten, es entweder auszugliedern oder aber den Vertrag auslaufen zu lassen, wenn er nicht plötzlich $1 Mrd. für Nichts auf den Tisch legen müsste. Das ist noch immer ein Geschäft, das Gewinne abwirft, und demnach auch nicht negativ zu bewerten. Die Meldung kann man getrost der Kategorie "Panikmache zu Gunsten der Shorties" zuordnen und anschließend in die Tonne kloppen ...
Wenn ich das Geld hätte, um Yahoo! Core für $8 Mrd. zu übernehmen und mit ein paar Einsparungen über $1 Mrd. pro Jahr zu verdienen, dann würde schon mein gesunder Menschenverstand so einem Deal nicht negativ gegenüberstehen. So viele Fehler wie die Vorstände der letzten 8 Jahre (seit Jerry Yang) kann man unmöglich noch einmal wiederholen und wenn Yahoo! als Unternehmen diese Gestalten überlebt hat, dann würde es unter einem fähigen CEO mit einer klaren Vision und etwas betriebswirtschaftlichem Know How wohl gelingen, aus den "Trümmern" wieder etwas Tolles aufzubauen, mit dem man auch die nächsten 20 Jahre ordentlich Einnahmen generiert und seine Chancen im globalen Wettbewerb sucht und nutzt. Dazu müsste man jetzt aber ordentlich die Kupplung treten, das Lenkrad komplett einschlagen und die Handbremse ziehen, damit es wieder in die richtige Richtung geht. Dafür braucht es aber einen CEO mit "Eiern" (auch im übertragenen Sinn) und einer entsprechenden Expertise. Schade, dass Tim Armstrong und Verizon offenbar kein Geld für ein vernünftiges Angebot haben ...