... üblich ist, dass der Vorstand selbst Mitglied des Verwaltungsrates (bei uns wäre das ja der Aufsichtsrat) ist und obendrein die Möglichkeit hat, dessen Zusammensetzung zu beeinflussen, sollte man sich da keine zu großen Hoffnungen machen. Außerdem wäre es ja ein (wiederholtes) Armutszeugnis des Verwaltungsrates, wenn man schon wieder bei der Auswahl des CEO danebengegriffen hätte. Als ob da noch was zu retten wäre...!?
Die spielen sich also bei Yahoo! (im Gegensatz zu Google und Apple, wo der Verwaltungsrat tatsächlich eine Art Kontrollgremium ist) gegegenseitig die Bälle zu und verdienen sich dabei eine goldene Nase. Ich hätte auch kein Problem damit, wenn die Aktionäre nicht als die dummen Verlierer dieser Posse dastehen würden. Ein Kontrollorgan sollte weitgehend unabhängig von dem zu kontrollierenden Organ agieren. So wie wir das in Deutschland geregelt haben, sind solche Mauscheleien zwischen der operativen Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat weniger gut möglich, auch weil im Aufsichtsrat die Vertreter der Belegschaft sitzen, die noch einmal einen ganz anderen Blickwinkel auf die Arbeit des Vorstandes geben können.
Ich frage mich nur, was man bei Yahoo! denn nach 3,5 Jahren noch erwarten will, außer (weiteren) Lippenbekenntnissen, ohne dass sich etwas zum Guten hin verändert? Marissa Mayer schafft es doch nicht einmal, die von ihr selbst gesetzten (und niedrig angesetzten) Ziele zu erreichen - und das von einem Quartal zum nächsten! Seit wann hält man so sehr an so wenig performanten Managern fest? Ist da irgendetwas, was man ihr (persönlich) gutschreiben könnte? Ich sehe nur verschleuderte Milliardenbeträge und Beteiligugnen sowie stetig rückläufige Geschäftszahlen, wenn ich auf die Arbeit von Marissa Mayer in den letzten Jahren schaue. Es hat sich nichts zum Besseren gewendet - und nach so langer Zeit und so viel Geld, das aus dem Fenster geworfen wurde, darf man schon auch andere Ergebnisse erwarten.
Es bleibt die Hoffnung, dass lediglich ihre aktuelle Schwangerschaft der Grund dafür ist, sie jetzt nicht zu feuern. Ich hoffe daher, dass sie nach der Geburt ihrer Kinder von sich aus erklärt, aus privaten Gründen kürzer treten zu wollen und dass der CEO-Posten bei Yahoo! kein Teilzeitjob ist, den man nebenher erledigen könnte, während zeitgleich drei kleine Kinder nach ihrer Mutter verlangen. Ich bin sicher, dass sie das Geld und die Möglichkeiten hat, auch trotz der 3 Kinder Vollzeit zu arbeiten. Die Frage hierbei ist nur, was hat das bislang gebracht und wieso sollte sich daran zukünftig etwas ändern? Ihre Position ist doch keine Ausbildungsstelle für angehende CEO's und man muss leider festhalten, dass genau das in den letzten 3,5 Jahren der Fall gewesen ist. Leider hat der bestbezahlte Azubi der Welt aber trotzdem nichts gelernt und dabei auch noch jede Menge Unternehmensressourcen verschwendet! Eine Schande ist das ...