WOCHENAUSBLICK: Starker Euro und Ölpreis bedrohen 3.000-Punkte-Marke im DAX
In der kommenden Woche bleiben Unternehmensnachrichten an der Börse Mangelware. Die dritte Dezemberwoche ist zudem traditionell eine der umsatzärmsten des Jahres. Zahlreiche Marktteilnehmer haben ihre Orderbücher bereits geschlossen - die Privatanleger bleiben in der Minderheit. Dazu kommt der letzte "dreifache Hexensabbat" des Jahres am Freitag, wenn Futures, Optionen und Terminkontrakte gleichzeitig auslaufen.
Entsprechend rücken andere Faktoren in das Blickfeld der verbleibenen institutionellen Investoren: der Irak-Konflikt, der Ölpreis, Konjunkturdaten oder der Euro-Wechselkurs. Für einen Vorgeschmack sorgte bereits der letzte Handelstag der Woche. Am Freitag belastete ein kräftig anziehender Ölpreis sämtliche Autowerte und zog den DAX nochmals kräftig unter 3.100 Punkte.
3.000 PUNKTE ALS WIRKSAME UNTERSTÜTZUNG
Dabei bildete sich die Marke von 3.000 DAX-Zählern nach übereinstimmender Auffassung von Experten inzwischen als starke Unterstützung aus. Sollte allerdings das Säbelrasseln der USA gegenüber dem Irak zunehmen, und dafür gibt es Anzeichen, reagiert der DAX erfahrungsgemäß viel empfindlicher als andere Märkte. Die Politik wird das Geschehen an der Börse verstärkt mitbestimmen, prognostizierte die Hamburger Sparkasse in einer Markteinschätzung.
Mit Spannung wird am Mittwoch an der Börse die Entwicklung des ifo-Geschäftsklimaindex für Dezember erwartet. Die WestLB rechnet mit einem weiteren Abgleiten des vielbeachteten Stimmungsindikators auf 86,8 Punkte. Einen Tag später dürfte nach Einschätzung der gleichen Adresse die Industrieproduktion in Deutschland auf eine weitere Verlangsamung der Konjunktur hinweisen. Und das sind keine guten Nachrichten für den DAX, selbst wenn die Erwartungen getroffen werden.
'WENIG POTENZIAL BERI UNVERÄNDERT HOHEM RISIKO'
Fazit der HypoVereinsbank: "Das kurzfristige Kurspotenzial nach der Senkung der Leitzinsen durch die EZB in der vorvergangenen Woche bleibt trotz mittelfristigem Bewertungsumfeld begrenzt." Frühestens im Frühjahr 2003 werde sich der große Zinsschritt in Europa positiv bemerkbar machen, hieß es. Bis dahin sind Aktien derzeit zwar sehr günstig zu haben, werden aber im Kurs, wenn überhaupt, nur wenig ansteigen. Das Risiko für weitere Kursverluste bleibt dabei aber unverändert hoch./mr/ck/jh/
---Von Martin Reinert, dpa-AFX---
In der kommenden Woche bleiben Unternehmensnachrichten an der Börse Mangelware. Die dritte Dezemberwoche ist zudem traditionell eine der umsatzärmsten des Jahres. Zahlreiche Marktteilnehmer haben ihre Orderbücher bereits geschlossen - die Privatanleger bleiben in der Minderheit. Dazu kommt der letzte "dreifache Hexensabbat" des Jahres am Freitag, wenn Futures, Optionen und Terminkontrakte gleichzeitig auslaufen.
Entsprechend rücken andere Faktoren in das Blickfeld der verbleibenen institutionellen Investoren: der Irak-Konflikt, der Ölpreis, Konjunkturdaten oder der Euro-Wechselkurs. Für einen Vorgeschmack sorgte bereits der letzte Handelstag der Woche. Am Freitag belastete ein kräftig anziehender Ölpreis sämtliche Autowerte und zog den DAX nochmals kräftig unter 3.100 Punkte.
3.000 PUNKTE ALS WIRKSAME UNTERSTÜTZUNG
Dabei bildete sich die Marke von 3.000 DAX-Zählern nach übereinstimmender Auffassung von Experten inzwischen als starke Unterstützung aus. Sollte allerdings das Säbelrasseln der USA gegenüber dem Irak zunehmen, und dafür gibt es Anzeichen, reagiert der DAX erfahrungsgemäß viel empfindlicher als andere Märkte. Die Politik wird das Geschehen an der Börse verstärkt mitbestimmen, prognostizierte die Hamburger Sparkasse in einer Markteinschätzung.
Mit Spannung wird am Mittwoch an der Börse die Entwicklung des ifo-Geschäftsklimaindex für Dezember erwartet. Die WestLB rechnet mit einem weiteren Abgleiten des vielbeachteten Stimmungsindikators auf 86,8 Punkte. Einen Tag später dürfte nach Einschätzung der gleichen Adresse die Industrieproduktion in Deutschland auf eine weitere Verlangsamung der Konjunktur hinweisen. Und das sind keine guten Nachrichten für den DAX, selbst wenn die Erwartungen getroffen werden.
'WENIG POTENZIAL BERI UNVERÄNDERT HOHEM RISIKO'
Fazit der HypoVereinsbank: "Das kurzfristige Kurspotenzial nach der Senkung der Leitzinsen durch die EZB in der vorvergangenen Woche bleibt trotz mittelfristigem Bewertungsumfeld begrenzt." Frühestens im Frühjahr 2003 werde sich der große Zinsschritt in Europa positiv bemerkbar machen, hieß es. Bis dahin sind Aktien derzeit zwar sehr günstig zu haben, werden aber im Kurs, wenn überhaupt, nur wenig ansteigen. Das Risiko für weitere Kursverluste bleibt dabei aber unverändert hoch./mr/ck/jh/
---Von Martin Reinert, dpa-AFX---