Ich hatte vor einiger Zeit berichtet, dass ich in „Anti-JPY“ investiert hatte, d. h. einen Put-OS auf EUR/JPY, nämlich DH4DGD. Erstkauf war am 15.08.2025, als man 172,30 JPY für 1 EUR erhielt. Ich war der Meinung (bzw. der Hoffnung), dass die JPY-Schwäche allmählich eni Ende haben müsste – leider haben die Marktirren bisher anders entschieden. Und folglich steht „mein“ Schein kräftig im Minus.
Aus Anlass von #12946 deshalb – speziell an Grandi, aber auch an alle „wissenden“ anderen – die Frage: Wie seht ihr die „künftige“ Entwicklung des JPY?
Die „historische“ Schwankungsbreite lag ja sehr lange Zeit zwischen 90 und 170 JPY/EUR, genau genommen mindestens von 1997 bis 05/2025, doch seit 05/2025 wurde diese „historische“ Grenze nach oben überschritten: Derzeit erhält man 183 JPY/EUR, d. h. der JPY hat allein seit 05/2025 nochmals 7% an Wert eingebüßt.
Es „kann“ ja nicht im Sinne der Japaner sein, dass deren Währung immer weiter an Wert verliert. Japan ist natürlich nicht dafür bekannt, eine so schwache Wirtschaft zu haben, dass sie ihr „Heil“ in einer Abwertung ihrer Währung suchen müssten. Aber ein schwacher Außenwert verteuert ja das Leben für die Japaner deutlich; denn es müssen ja z. B. fast alle Rohstoffe importiert werden. Theoretisch soll ja – zumindest in den Erklärungsversuchen einiger sog. Wirtschaftswissenschaftler – ein niedriger Währungswert die Exporte „beflügeln“. Das ist aber – wenn überhaupt – bekanntlich nur eingeschränkt zutreffend. Denn wenn „meine“ Währung weniger Wert ist/hat, dann sind zwar „meine“ Produkte aus Sicht eines Menschen, dessen Arbeit in anderer Währung entlohnt wird (also im Wesentlichen für alle Nicht-Inlands-Wohnende), billiger. Gleichzeitig verteuert sich aber das Leben der „Inländer“, denn für alle Importe müssen die Inländer deutlich mehr bezahlen. Das kann dann so weit führen, dass sich die Inländer gewisse ausländische Produkte nicht mehr leisten können. U. a. führt eine schwache Währung auch dazu, dass sich „das Volk“ keine Auslandsreisen mehr leisten kann, d. h. die „ausländische“ Fremdenverkehrswirtschaft (also z. B. die in Europa und USA) verliert – im Falle von Japan – einen großen und (zumindest in der Vergangenheit) finanzstarken Kundenzweig.
Es wäre natürlich nicht auszuschließen, dass die japanische Regierung weiterhin auf einen dauerhaft schwachen Yen setzt, denn das verringert de facto die Staatsverschuldung, wenn der Gläubiger ein Ausländer ist: Kleines Rechenbeispiel: Nehmen wir an, ich hätte dem japanischen Staat in 09/2012 genau 1.000 EUR „geliehen“, d. h. der japanische Staat hätte sich (bei damals 100 JPY/EUR) mit damals 100.000 JPY bei mir verschuldet. Dann würde mir der japanische Staat heute diese Summe noch schulden. In „meiner“ Währung beträgt der Gegenwert aber nur noch (bei nun 180 JPY/EUR) 555,56 EUR, d. h. ich als Gläubiger hätte einen großen Verlust gemacht. Aber auf „Dauer“ kann das auch nicht funktionieren. Und es gilt ohnehin nur, wenn der Kredit auf „ausländische Währung“ ausgestellt ist.
Der Verkauf von Staatsanleihen ausländischer Staaten (die also z. B. auf USD oder EUR lauten) bringt dem Land Japan in erster Linie Devisen ein (hier nämlich die „Rückzahlung“ oder der „Erlös“ in USD bzw. in EUR). Das ändert aber in erster Linie doch rein gar nichts an der massiven Staatsverschuldung des Staates Japan! Andererseits „relativiert“ sich das Ganze etwas, wenn quasi „alle“, d. h. Europa, Japan und USA „wechselseitig“ verschuldet sind.
Und am Beispiel D (aber auch fast aller anderen EU-Länder) sieht man, dass die Staatsschulden NIE getilgt werden, sondern nur „weginflationiert“ werden. (Das ist auch der Grund, warum ich niemals Staatsanleihen von D oder der EU kaufen würde.) Laut destatis.de hat sich die Schuldenstandsquote von D im Zeitraum von 2021 bis 2024 zwar rein „optisch“ verringert, nämlich von 67,9% auf 62,2%. Basis ist aber das BIP. Und das BIP steigt – gleichbleibende „tatsächliche“ Wirtschaftsleistung vorausgesetzt – quasi „automatisch“, da es jeweils in nomineller Währung angegeben wird – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. In nominalen Zahlen, d. h. gemessen in EUR, sind die Schulden aber um im o. g. Zeitraum um über 8% gestiegen, nämlich von 2.321 Mrd EUR (2021) auf 2.511 Mrd. EUR (2024).
Und im Amiland und mit dem USD sieht es (leider) nicht wesentlich anders aus.
Nur leider weiß ich auch nicht, welche Auswirkungen all dies langfristig auf die Wechselkurse haben wird, denn auf diese gibt es ja ganz viele Einflussfaktoren.
Aus Anlass von #12946 deshalb – speziell an Grandi, aber auch an alle „wissenden“ anderen – die Frage: Wie seht ihr die „künftige“ Entwicklung des JPY?
Die „historische“ Schwankungsbreite lag ja sehr lange Zeit zwischen 90 und 170 JPY/EUR, genau genommen mindestens von 1997 bis 05/2025, doch seit 05/2025 wurde diese „historische“ Grenze nach oben überschritten: Derzeit erhält man 183 JPY/EUR, d. h. der JPY hat allein seit 05/2025 nochmals 7% an Wert eingebüßt.
Es „kann“ ja nicht im Sinne der Japaner sein, dass deren Währung immer weiter an Wert verliert. Japan ist natürlich nicht dafür bekannt, eine so schwache Wirtschaft zu haben, dass sie ihr „Heil“ in einer Abwertung ihrer Währung suchen müssten. Aber ein schwacher Außenwert verteuert ja das Leben für die Japaner deutlich; denn es müssen ja z. B. fast alle Rohstoffe importiert werden. Theoretisch soll ja – zumindest in den Erklärungsversuchen einiger sog. Wirtschaftswissenschaftler – ein niedriger Währungswert die Exporte „beflügeln“. Das ist aber – wenn überhaupt – bekanntlich nur eingeschränkt zutreffend. Denn wenn „meine“ Währung weniger Wert ist/hat, dann sind zwar „meine“ Produkte aus Sicht eines Menschen, dessen Arbeit in anderer Währung entlohnt wird (also im Wesentlichen für alle Nicht-Inlands-Wohnende), billiger. Gleichzeitig verteuert sich aber das Leben der „Inländer“, denn für alle Importe müssen die Inländer deutlich mehr bezahlen. Das kann dann so weit führen, dass sich die Inländer gewisse ausländische Produkte nicht mehr leisten können. U. a. führt eine schwache Währung auch dazu, dass sich „das Volk“ keine Auslandsreisen mehr leisten kann, d. h. die „ausländische“ Fremdenverkehrswirtschaft (also z. B. die in Europa und USA) verliert – im Falle von Japan – einen großen und (zumindest in der Vergangenheit) finanzstarken Kundenzweig.
Es wäre natürlich nicht auszuschließen, dass die japanische Regierung weiterhin auf einen dauerhaft schwachen Yen setzt, denn das verringert de facto die Staatsverschuldung, wenn der Gläubiger ein Ausländer ist: Kleines Rechenbeispiel: Nehmen wir an, ich hätte dem japanischen Staat in 09/2012 genau 1.000 EUR „geliehen“, d. h. der japanische Staat hätte sich (bei damals 100 JPY/EUR) mit damals 100.000 JPY bei mir verschuldet. Dann würde mir der japanische Staat heute diese Summe noch schulden. In „meiner“ Währung beträgt der Gegenwert aber nur noch (bei nun 180 JPY/EUR) 555,56 EUR, d. h. ich als Gläubiger hätte einen großen Verlust gemacht. Aber auf „Dauer“ kann das auch nicht funktionieren. Und es gilt ohnehin nur, wenn der Kredit auf „ausländische Währung“ ausgestellt ist.
Der Verkauf von Staatsanleihen ausländischer Staaten (die also z. B. auf USD oder EUR lauten) bringt dem Land Japan in erster Linie Devisen ein (hier nämlich die „Rückzahlung“ oder der „Erlös“ in USD bzw. in EUR). Das ändert aber in erster Linie doch rein gar nichts an der massiven Staatsverschuldung des Staates Japan! Andererseits „relativiert“ sich das Ganze etwas, wenn quasi „alle“, d. h. Europa, Japan und USA „wechselseitig“ verschuldet sind.
Und am Beispiel D (aber auch fast aller anderen EU-Länder) sieht man, dass die Staatsschulden NIE getilgt werden, sondern nur „weginflationiert“ werden. (Das ist auch der Grund, warum ich niemals Staatsanleihen von D oder der EU kaufen würde.) Laut destatis.de hat sich die Schuldenstandsquote von D im Zeitraum von 2021 bis 2024 zwar rein „optisch“ verringert, nämlich von 67,9% auf 62,2%. Basis ist aber das BIP. Und das BIP steigt – gleichbleibende „tatsächliche“ Wirtschaftsleistung vorausgesetzt – quasi „automatisch“, da es jeweils in nomineller Währung angegeben wird – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. In nominalen Zahlen, d. h. gemessen in EUR, sind die Schulden aber um im o. g. Zeitraum um über 8% gestiegen, nämlich von 2.321 Mrd EUR (2021) auf 2.511 Mrd. EUR (2024).
Und im Amiland und mit dem USD sieht es (leider) nicht wesentlich anders aus.
Nur leider weiß ich auch nicht, welche Auswirkungen all dies langfristig auf die Wechselkurse haben wird, denn auf diese gibt es ja ganz viele Einflussfaktoren.
