Bei aller verständlichen Emotionalität bei so einem Investment, aber manchmal gehen mir diese (Verschwörungs-)Theorien und Anschuldigungen auf den Keks. Was jetzt hier an Sachen herausgehauen werden, was die deutsche Presse betrifft, ist schon harter Tobak. Das liest sich alles so als würde der Kurs ohne die Presse bei >150 Euro stehen und die armen Kleinaktionäre werden auf kriminelle Art von Schreiberlingen um ihr Geld gebracht. Das fing schon damit an, dass der FT Artikel hier als von den Briten initiiertes „Brexit-Rachekonstrukt“ gesehen wurde. Herr, lass H....
Aber aller manchmal/teilweise berechtigter Kritik, eine freie Presse ist für mich mit das wichtigste Gut in einer Demokratie und wir sollten uns all glücklich schätzen, dass wir so etwas hier haben und keine chin./koreanischen/sonstigen Zustände, wo auch solche Foren wie dieses hier nicht möglich wären.
Inhaltlich: die zu Grunde liegenden Anschuldigungen vom Whistleblower, den initialen R&T Bericht, der (anfängliche) Verdacht zweifelhafter Umsätze, die Beurlaubung des Mitarbeiters, die Klageschrift bezüglich der Indientransaktion, die Kursreaktionen, der seit fast zehn Monaten andauernde R&T Bericht, der Polizeibesuch in Singapur, die teilweise Niederlage Wirecards vor Gericht in Singapur, die Klagen der amerik. Kanzleien, die Anfangsuntersuchung der SA München, etc. - das sind doch alles mittlerweile bestätigte Dinge, die natürlich von der Presse so aufgenommen werden dürfen/sollen. Dass diese dann teilweise dramatischer geschrieben werden, Stichwort Clickbaiting, das sollte niemanden überraschen. Aber dann sollte man mE nicht die deutsche Presse per se in Frage stellen und mit „ich kaufe nie wieder eine deutsche Zeitung“ anfangen.
Sich hier drüber aufregen, dass der Praktikant bei IT-Times (Wer? Ach ja, genau, die Zeitschrift, die in Finanzkreisen noch vor WSJ, FT und Nikkei bei den wichtigsten Wirtschaftsblättern rangiert, die jeder institut. Investor liest, und die die Kurse von DAX-Unternehmen bewegt) falsche Formulierungen benutzt hat - und dann anschließend sich über deren Eigentümerstrukturen und Werbegeschäft zu mokieren, geht dann langsam ins Lächerliche, findet Ihr nicht?
Wenn Braun die FAZ als Sprachrohr für seine Botschaft nimmt oder die FAZ für Wirecard positive Nachrichten von der Staatsanwaltschaft in München veröffentlicht, die den Kurs unterstützt, dann beschwert sich hier ja auch niemand.
Ich komme noch mal zurück auf meinen Anfang: bitte etwas mehr Sachlichkeit, etwas mehr Objektivität & Neutralität.
Amen & danke!