Die Dekabank erwartet, dass es im nächsten Jahr an den Aktienmärkten weiter turbulent zugeht. "Die Verunsicherung, wie sich die Krise weiter entwickelt, wird noch eine Weile anhalten, schlechte Nachrichten aus dem Finanzsektor sind weiter möglich. Doch nach allem, war wir von Bankenkrisen der Vergangenheit wissen, klingen die Meldungen irgendwann ab. Den Grad der Verunsicherung aus dem Jahr 2008 wird es nicht mehr geben", urteilen die Experten.
Sorgen bereitet nun vor allem die Konjunktur. Die Dekabank geht davon aus, dass die Welle der Produktionsunterbrechungen langsam ausläuft und dass sich die Erwartungen schrittweise wieder verbessern. Sollten gegen Ende des Jahres erneut positive Wachstumsraten in den großen Volkswirtschaften auftauchen, dann "wird der Aktienmarkt wieder Tritt fassen", zeigen sich die Landesbanker überzeugt.
Für die Bank of America gehen die Zentralbanken weltweit mit einem "nahezu einmaligen Stimulus gegen die Krise vor". Sie erwartet, dass es den Notenbanken und Regierungen gelingt, bis zum Frühjahr das Finanzsystem so zu stabilisieren, dass die erheblich niedrigeren Zinsen auch bei Bürgern und Unternehmen ankommen. Damit könne die Wirtschaft im Herbst der Rezession entkommen. Der Aktienmarkt werde das Ende der Rezession wie üblich vorwegnehmen. Das sieht auch die UBS so, die mit Blick auf 2010 starke Gewinnerwartungen konstatiert und ein Gewinnplus von 20 Prozent bei den Unternehmen im Durchschnitt für möglich hält. Bei einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien von rund 14,5 ergibt sich ein Jahresendstand von 6 000 Punkten im Dax.
Die Bären unter den Banken können sich dem nicht anschließen. Dabei ragt insbesondere M.M. Warburg heraus. Diese Bank sieht den Dax Ende 2009 bei 3 600 Zählern. Die meisten Ökonomen seien sich darin einig, dass der wirtschaftliche Abschwung stärker sei und länger anhalten werde als die Rezessionen zu Beginn dieses Jahrtausends und zu Beginn der 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. "Zudem gibt es bislang noch keine belastbaren Hinweise, wann es zu einer Stabilisierung bzw. zu einer konjunkturellen Erholung kommen wird", sagen die Privatbanker. Die Erwartung, dass sie in der zweiten Jahreshälfte 2009 einsetzen werde, basiere mehr auf Wunschdenken als auf Fakten.