Der heutige Beitrag könnte leicht zu einem Abklatsch des allseits beliebten Dinner for One werden, in dem die berühmt-berüchtigte Miss Sophie ihren 90. Geburtstag feiert und sich die Rituale gehäuft wiederholen.
Warum diese Parallele gilt? Nun, in der letzten Woche, als der DAX knapp über 3.000 Punkten stand, mahnte ich zur Vorsicht und wies darauf hin, dass der Index zur Zeit zwar durchaus einmal die Bandbreite von 2.800 bis 3.000 Punkten verlassen könne, dass dafür aber, zumindest was einen nachhaltigen Ausbruch nach oben angeht, keine fundamentale Veranlassung bestehe.
Heute sind wir eine Woche weiter et voila! Der DAX hat die erwartete Gegenbewegung aus-geführt und kämpfte gestern sogar mit der Marke von 2.800 Punkten. Damit hat sich die Tra-dingrange, die sich jetzt seit einigen Wochen ausgebildet hat, noch einmal mehr bestätigt und die unerschrockenen Trader, die mit Derivaten auf geringe Schwankungen setzen, wa-ren auch wieder mit Käufen im Markt – bisher jedoch nur mit bedingtem Erfolg.
Wie geht es weiter? Ich traue mich schon fast nicht mehr den seit Wochen verbreiteten Blues zu spielen, aber: Die Daten der Realwirtschaft geben keinerlei Anlaß für steigende Börsen-kurse. Auch wenn immer gesagt wird: „Die Börse nimmt die Entwicklungen der nahen Zu-kunft schon vorweg.“, dann kann man nur entgegnen: „Das kann schon sein, aber in unserer Situation wäre es fast besser, die Börse täte das nicht.“ Denn: Überall stehen die Konjunktu-rampeln auf „rot“, und ein Wechsel auf „gelb“ ist nirgendwo abzusehen.
Spiegelbildlich ist dies in den Gewinnschätzungen für europäische Aktien zu sehen. Während die jüngste Berichtssaison noch einige positive Überraschungen brachte (was ange-sichts der zuvor stark nach unten revidierten Erwartungen auch nicht sehr schwierig war), sind die Prognosen für 2003 und 2004 in den letzten Wochen noch einmal stark herabge-setzt worden. Der Grund dafür ist ebenso banal wie offensichtlich: Wenn schon die Firmen-chefs kein Vertrauen in die eigene Firma haben und sich noch nicht einmal trauen, öffentlich eine Prognose für das weitere Geschäftsjahr abzugeben, dann muß die wirkliche Situation doch schon sehr ernst sein.
Dazu kommt, dass einige charttechnische Indikatoren mittlerweile wieder im stark überkauften Bereich angekommen sind. So liegt beispielsweise die relative Stärke des globalen Akti-enmarktes bei über 90 – ein historischer Top-Wert, der alle Alarmglocken schrillen läßt. In den USA werden regelmäßig Privatanleger befragt, ob sie eher bullish oder bearish sind. Das jüngste Ergebnis: Die Zahl der Bullen ist, nachdem es einige ruhigere Tage mit besse-ren Unternehmensmeldungen gab, markant angestiegen. Noch immer hoffen zu viele Marktteilnehmer auf eine schnelle und ggfs. auch dynamische Erholung. Es fehlt vielerorten noch am Blick auf die Realitäten, und die sehen nun einmal eher trübe aus. Von daher kann das, was wir zur Zeit an den Märkten erleben, noch einige Monate so weitergehen. 3 Schritt vor und 2 zurück in dieser Woche – 2 Schritt vor und 3 zurück in der nächsten Woche. Das ist aber auch gar nicht schlimm, denn auch seitwärts gerichtete Märkte bieten durchaus in-teressante Kaufgelegenheiten.
Von daher werden wir an der Börse noch einige Zeit Miss Sophie’s Butler beobachten, wie er unverzagt weiter seine Runden dreht ....
So long,
Calexa
www.investorweb.de
Warum diese Parallele gilt? Nun, in der letzten Woche, als der DAX knapp über 3.000 Punkten stand, mahnte ich zur Vorsicht und wies darauf hin, dass der Index zur Zeit zwar durchaus einmal die Bandbreite von 2.800 bis 3.000 Punkten verlassen könne, dass dafür aber, zumindest was einen nachhaltigen Ausbruch nach oben angeht, keine fundamentale Veranlassung bestehe.
Heute sind wir eine Woche weiter et voila! Der DAX hat die erwartete Gegenbewegung aus-geführt und kämpfte gestern sogar mit der Marke von 2.800 Punkten. Damit hat sich die Tra-dingrange, die sich jetzt seit einigen Wochen ausgebildet hat, noch einmal mehr bestätigt und die unerschrockenen Trader, die mit Derivaten auf geringe Schwankungen setzen, wa-ren auch wieder mit Käufen im Markt – bisher jedoch nur mit bedingtem Erfolg.
Wie geht es weiter? Ich traue mich schon fast nicht mehr den seit Wochen verbreiteten Blues zu spielen, aber: Die Daten der Realwirtschaft geben keinerlei Anlaß für steigende Börsen-kurse. Auch wenn immer gesagt wird: „Die Börse nimmt die Entwicklungen der nahen Zu-kunft schon vorweg.“, dann kann man nur entgegnen: „Das kann schon sein, aber in unserer Situation wäre es fast besser, die Börse täte das nicht.“ Denn: Überall stehen die Konjunktu-rampeln auf „rot“, und ein Wechsel auf „gelb“ ist nirgendwo abzusehen.
Spiegelbildlich ist dies in den Gewinnschätzungen für europäische Aktien zu sehen. Während die jüngste Berichtssaison noch einige positive Überraschungen brachte (was ange-sichts der zuvor stark nach unten revidierten Erwartungen auch nicht sehr schwierig war), sind die Prognosen für 2003 und 2004 in den letzten Wochen noch einmal stark herabge-setzt worden. Der Grund dafür ist ebenso banal wie offensichtlich: Wenn schon die Firmen-chefs kein Vertrauen in die eigene Firma haben und sich noch nicht einmal trauen, öffentlich eine Prognose für das weitere Geschäftsjahr abzugeben, dann muß die wirkliche Situation doch schon sehr ernst sein.
Dazu kommt, dass einige charttechnische Indikatoren mittlerweile wieder im stark überkauften Bereich angekommen sind. So liegt beispielsweise die relative Stärke des globalen Akti-enmarktes bei über 90 – ein historischer Top-Wert, der alle Alarmglocken schrillen läßt. In den USA werden regelmäßig Privatanleger befragt, ob sie eher bullish oder bearish sind. Das jüngste Ergebnis: Die Zahl der Bullen ist, nachdem es einige ruhigere Tage mit besse-ren Unternehmensmeldungen gab, markant angestiegen. Noch immer hoffen zu viele Marktteilnehmer auf eine schnelle und ggfs. auch dynamische Erholung. Es fehlt vielerorten noch am Blick auf die Realitäten, und die sehen nun einmal eher trübe aus. Von daher kann das, was wir zur Zeit an den Märkten erleben, noch einige Monate so weitergehen. 3 Schritt vor und 2 zurück in dieser Woche – 2 Schritt vor und 3 zurück in der nächsten Woche. Das ist aber auch gar nicht schlimm, denn auch seitwärts gerichtete Märkte bieten durchaus in-teressante Kaufgelegenheiten.
Von daher werden wir an der Börse noch einige Zeit Miss Sophie’s Butler beobachten, wie er unverzagt weiter seine Runden dreht ....
So long,
Calexa
www.investorweb.de
