so zum anstehenden Sonntag..., noch mehr "Gedankenfutter" :-) man kommt ja kaum nach... erst P&F jetzt Pivot Points... und da darf Leonardo da Pisa nicht fehlen...
Die Berechnungmethode für Unterstützungs- und Widerstandzonen bezogen auf das Kurslevel des Pivot Punktes, kann auch von obiger Standard Methode abweichend sein (#2590).
Eine mögliche Berechnung soll dabei nicht unerwähnt bleiben:
für resistance1:
R1 = P + (0.382 x (Hoch - Tief))
sowie resistance2
R2 = P + (0.618 x (Hoch - Tief))
im Unterschied zur Standardmethode (R1 = (P x 2) - Tief ; R2 = P + (Hoch - Tief))
sind in diesen Formeln (sowie auch für die der Unterstützungen, die ich mal weglasse, ist analog zum Vorgehen von P nach oben, nur nach unten) jedenfalls tauchen hier zwei Faktoren auf, "0.382" sowie "0.618", um die Widerstands- (als auch Unterstützungs) zonen vom Pivot Point aus zu berechnen und auf diese beiden Faktoren wollte ich noch zu sprechen kommen.
Diese Berechnungsmethode, ist die "Fibonacci Methode" eben aufgrund dieser gewählten Faktoren.
Kann man im Vergleich zur Standardmethode einfach mal ausprobieren und bei SC, wenn Pivot Point aktiviert ist, bei "Parameters" ein "F" eingeben im Menü "Overlays". Dann werden S1,2,3 und R1,2,3 nach Fibonaccimethode berechnet. Manchmal können diese Niveaus auch recht hilfreich sein.
Der Name geht auf einen Mathematiker aus Pisa zurück, Leonardo da Pisa (auch Fibonacci genannt) der im 12. Jahrhundert gelebt hat.
de.wikipedia.org/wiki/Leonardo_Fibonacci
Wieso reiten wir auf dem so herum? Eigentlich machen wir ja Charttechnik??
Er entdeckte eine Zahlenfolge, die auch als Fibonacci Folge bekannt geworden ist.
de.wikipedia.org/wiki/Fibonacci-Folge
Diese Zahlen-Folge:
0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, u.s.w.
wird nach dem einfachen Prinzip gebildet, die beiden Vorgängerzahlen jeweils zu addieren, um die nächste Folgezahl zu bilden:
0+1 = 1 ; 1+1 = 2 ; 1+2 = 3 ; 2+3 = 5, u.s.w.
sowohl die einzelnen Mitglieder dieser Folge, als auch das Verhältnis der Zahlen zueinander sind in manigfaltige charttechnsiche Überlegungen und Betrachtungen eingeflossen, da angenommen wird, dass die Folge, bzw. das Verhältnis der Zahlen zueinander mit dem Wellenprinzip sich ausformender Kursbewegungen eng verknüpft zu sein scheint. Selbstverständlich ohne auf der ersten Blick klar zu sein!
wie kommt man von der Folge auf die merkwürdigen Faktoren (0,382 und 0,618)?
das Verhältnis der Fibonacci Zahlen zueinander, wenn man eine Fibonacci Zahl durch die nächst höhere teilt, nähert sich das Ergebnis langsam 0.618
1 ÷ 2 = 0,5
2 ÷ 3 = 0,666
3 ÷ 5 = 0,6
.
.
.
89 ÷ 144 = 0,618
u.s.w.
die Ergebnisse schwanken zunächst etwas um den ideal-Wert und nähern sich ihm dann an.
wenn man jeweils die übernächste Zahl als Divisor nimmt, nähert sich das Ergebnis 0,382
1 ÷ 3 = 0,333
3 ÷ 8 = 0,375
55 ÷ 144 = 0,382
u.s.w.
beide ergänzen sich zu 1 dementsprechend ist
1 - 0,0382 = 0,618
ferner ist
1 ÷ 0,618 = 1,618
dieses Verhältnis von 0,618 zu 1 ist eines der faszinierensten Verhältnisse in belebter und unbelebter Natur um uns herum, wird von uns, wenn es z.B. in Kunst verborgen ist, unwillkürlich als "schön", "ansprechend", "perfekt" wahrgenommen ("der goldene Schnitt")
wenn man eine Strecke von 1 m Länge unterteilt in
0,618 m und 0,382 m, dann verhält sich der kleine Streckenabschnitt zu dem großen, wie der große zum Ganzen. Hä?
also
0,618 m sind 61,8% vom Ganzen (1 m) aber
0,382m sind *auch* 61,8% von 0,618 m und zugleich
38,2% vom Ganzen
Das Verhätnis des goldenen Schnitts findet man von der Antike über die Renaissance bis heute in Architektur, Kunst, Komposition von herausragend perfekt wahrgenommenen Gemälden von Weltklasse, in der belebten Natur, dem Anordungsprinzip von Blattstellungen an Pflanzen, der Blütenkonstruktion von Sonneblumen, der Konstruktion von Schneckenhäusern, der Organisation ferner Spiralgalaxien weit draußen im Weltall... u.s.w u.s.w. und - wie sollte es anders sein...
in der Charttechnik :-)
zum goldenen Schnitt & Fibonacci:
de.wikipedia.org/wiki/Der_Goldene_Schnitt
www.uni-giessen.de/~g013/goldfibo/goldfibo.pdf
Fibonacci selbst war vermutlich die Bedeutung seiner Entdeckung nur höchst ansatzweise bewusst, währenddessen der goldene Schnitt unabhängig von Fibonacci bekannt war. Beides in eindeutigen Zusammenhang gebracht wurde erst später.
Für die Charttechnik behalten wir in erster Linie
die Mitglieder der Fibonacci Folge im Sinn, sie finden sich z.B. in manchen gleitenden Durchschnitten (z.B. die "21 Tageslinie" im Zusammenhang mit dem obv ist eine Fibonacci Zahl) oder sonstwo wieder
und die Verhältnisse 0,382 sowie 0,618 zu 1
oder einfach 38,2% und 61,8%
Diese Zahlen finden sich in der Berechnung für support und resistance von Pivot Punkten wieder (s.o), ferner werden die Prozentsätze gerne verwendet, um Retracements zu bestimmen, als nach einem Ausbruch, Anstieg des Kurses, wie weit wird er nun durchpendeln? wie tief wird die Konsolidierung laufen? Welche Kurslevel darf man erwarten? bzw. wenn eines fällt, wo ist das nächste zu erwartende? wenn in den wertbezogenen threads der Kollaps eintritt und sich die Leute am liebsten gegenseitig abmesser würden... ziehen wir Fibonacci aus der Tasche... denn dazu wird das Fibonacci Verhätnis gern verwendet.
So genug der Worte... Chartbeispiele folgen... und können mit SC leicht selbst im Chart angewendet werden, mithilfe der entsprechenden Tools, wie z.B. bei SC vorhanden. Da bietet sich eine bietet sich eine unendliche Palette an Spekulationsmöglichkeiten und wenn man Konsolidierungen oder Trends untersucht finden sich Fibonacci Retracements oder deren Verhältnisse tausendfach wieder... als ober der Chart ein Kunstgemälde wäre...