ich würde niemals nur auf Aktien spekulieren. Mein Standbein für meine Rente ist meine Immobilie.
Japan zeigt doch seit 16 Jahren was eine Baisse sein kann.
"Blutbad" an Tokios Aktienbörse - "Es kann noch schlimmer kommen" Von Lars Nicolaysen, dpa (Mit dpa-Grafik 4057)
Tokio (dpa) - Es war ein schwarzer Tag für Japans Börsianer. Im Sog der US-Technologiebörse NASDAQ stürzte die asiatische Leitbörse in Tokio am Donnerstag geradewegs ins Bodenlose. Kurz vor Handelsende sackte der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte um mehr als 730 Punkte in den Keller. Zum Schluss notierte das Börsenbarometer einen massiven Verlust von 491,22 Punkten oder 3,5 Prozent beim Stand von 13 423,21 Punkten. Auf diesem kläglichen Niveau hatte der Tokioter Aktienindex zuletzt am 13. Januar 1999 gelegen.
Vor zehn Jahren hatte der Nikkei noch bei fast 40 000 Punkten gelegen. Doch davon wagt heute keiner der Investoren mehr auch nur zu träumen. Allein seit Beginn dieses Jahres hat die japanische Börse rund 30 Prozent verloren. Auslöser für das "Blutbad" am Donnerstag, wie es Händler nennen, war erneut die Ausverkaufsstimmung an der Wall Street. Dort war die US-Technologiebörse NASDAQ am Mittwoch um 7,1 Prozent auf den tiefsten Stand seit März vergangenen Jahres gestürzt.
Eine frühe Zinssenkung der US-Zentralbank ist nach Ansicht von Yuji Nakamura von Shinko Investment Trust Management der einzige Weg, der NASDAQ und damit letztlich auch dem Nikkei-Index wieder auf die Beine zu helfen. Für Tokios Aktien sei es schwierig geworden, sich vom US-Trend zu lösen, da die Volkswirtschaften beider Länder inzwischen in eine annähernd gleiche Richtung drifteten, sagte Kazunori Jinnai von Daiwa Securities SB Capital der Agentur Jiji Press.
Die Bank von Japan hatte kürzlich die Befürchtungen der Märkte bestätigt, dass sich die japanische Konjunkturerholung verlangsamt. Regierungsvertreter spielten jedoch die neuerlichen Kursstürze an der Börse herunter: Japans Wirtschaft bleibe auf dem Pfad der graduellen Erholung, auch wenn an der Börse Flaute herrsche, sagte Vize- Industrieminister Katsusada Hirose am Donnerstag. Die jüngste Börsentalfahrt liege vor allem am amerikanischen Aktienmarkt.
Auch Regierungssprecher Yasuo Fukuda führte den Kurssturz mit auf die Entwicklung an den Auslandsmärkten zurück. Die grundlegenden japanischen Wirtschaftsdaten seien keineswegs schlecht. Noboru Saruya von Shinko Securities führte dagegen die miese Stimmung auf die sich verdüsternden Aussichten für die Erträge japanischer Firmen zurück.
Bis kürzlich sei der Nikkei noch von der Annahme gestützt worden, die Erträge der Japaner seien trotz der Gewinnwarnungen US- amerikanischer Firmen solide. Doch könne man sich darauf nun immer weniger verlassen, wurde Noboru Saruya zitiert. Im schlimmsten Fall könnte der Nikkei seiner Ansicht nach auf 12 800 Punkte sacken. Den bisher tiefsten Schlusskurs nach den Spekulationsexzessen Ende der 80er Jahre erreichte der Index am 9. Oktober 1998: 12 879,97 Punkte.
Marktteilnehmer in Tokio sind sich Händlern zufolge inzwischen darin einig, dass das Schicksal der asiatischen Leitbörse jetzt in der Hand der Wall Street liegt. Und so gerieten auch am Donnerstag und damit am bereits sechsten Tag in Folge Aktien diesmal auf ganzer Front ins Taumeln, insbesondere wieder die ohnehin gebeutelten Hochtechnologiewerte. Die Zahl der Aktien, die ein neues Jahrestief schrieben, erreichte 266 und damit den höchsten Stand des Jahres.
Dazu zählen Bluechips der High Tech- und Telekombranche wie Hitachi, Sony, Fujitsu, Advantest, Fanuc, Kyocera, Nikon, Canon, NTT und KDDI. Auch der Mobilfunkriese NTT DoCoMo sackte auf einen neuen Jahrestiefstand und war der an diesem Tag am meisten gehandelte Titel an der ersten Börsensektion. Ebenso sackte der einstige Börsen- Highflyer Softbank auf den tiefsten Stand in diesem Jahr.
Von den 266 Werten mit einem neuen Jahrestief notierten 69 sogar Rekordtiefs. Auf der Sonnenseite standen am Donnerstag Stromversorger wie Tokyo Electric Power, die um 105 Yen auf 2 800 Yen zulegten. Die fallenden Ölpreise halfen auch Nippon Mitsubishi Oil um sieben auf 549 Yen. Auch die Pharmawerte Sankyo und Takeda legten zu. Unter der Hand voll Gewinner befinden sich auch Honda, Kao und Fuji Photo Film.
©dpa
211120 Dez 00
Wie es dazu kam $$$$$$$$$$$$$$ Wie es früher einmal war
14.4.00 Börsencrash in Wallstreet - Kurse im freien Fall
New York - Die Kurse an der Wall Street befanden sich am Freitag auf Grund von plötzlichen Inflations- und Zinsängsten in nahezu freiem Fall. Es gab panikartige Verkäufe und nur wenige Abnehmer.
Die drei wichtigsten amerikanischen Börsenbarometer erlebten ihre bisher stärksten Punkteinbrüche. Der Dow-Jones-Index stürzte um 617,78 Punkte oder 5,66 Prozent auf 10 305,77 Punkte ab. Das war der schlimmste Punktverlust in der mehr als 100-jährigen Geschichte des Dow. Allerdings kam der Rückschlag prozentual gemessen nicht einmal unter die schlimmsten 20 Einbrüche.
Das Börsenbarometer hatte seinen bislang schlimmsten prozentualen Verlust am 19. Oktober 1987 erlebt, dem so genannten "Schwarzen Montag". Beim damaligen Börsenkrach war der Dow-Jones-Index um 22,6 Prozent eingebrochen.
Der mit Technologieaktien vollgepackte Nasdaq-Index stürzte am Freitag um 355,49 Punkte oder 9,67 Prozent auf 3.321,29 Punkte ab. Das war der größte Punktverlust und der zweithöchste prozentuale Rückschlag für dieses wichtige Börsenbarometer. In der abgelaufenen Börsenwoche hat der Nasdaq-Index rund 25 Prozent an Wert eingebüßt. Das war der bislang schlimmste wöchentliche Rückschlag.
Der breiter gefasste Standard & Poor's 500-Index, der die Kursentwicklung der 500 wichtigsten US-Großkonzerne widerspiegelt, sackte um 83,95 Punkte oder 5,83 Prozent auf 1 356,56 Punkte ab. Dies war der höchste eintägige Punktverlust.
Die amerikanischen Verbraucherpreise sind im März um 0,7 Prozent in die Höhe geschossen. Das war ein viel stärkerer Anstieg als von den Wirtschaftsweisen erwartet. Dies ließ sofort die Angst vor einer möglichen halbprozentigen Leitzinserhöhung auf dem nächsten US- Notenbanktreffen am 16. Mai aufkommen. Die US-Notenbank unter Alan Greenspan hat es trotz der fünf Leitzinsaufschläge seit Juni 1999 bisher noch nicht geschafft, den konjunkturellen Höhenflug in den USA zu bremsen.
Höhere Zinsen verteuern die Kredite und belasten damit die Unternehmensgewinne. Zahllose Amerikaner haben auf Grund der langen Hausse Aktien auf Pump gekauft. Jetzt fordern viele Brokerhäuser die Rückzahlung der Kredite. Das hat die Verkaufslawine noch vergrößert, weil die Anleger in großem Stil Aktien verkaufen mussten.
Finanz- und Technologiewerte waren die größten Verlierer. Den einzigen Lichtblick boten Goldminenwerte, die angesichts der Krisenstimmung kräftig zulegten.
Der Nasdaq-Index ist seit seinem am 10. März verbuchten Rekord von 5 048,62 Punkten um nicht weniger als 34,2 Prozent eingebrochen. Der Index liegt jetzt um 18,4 Prozent niedriger als zum Jahresbeginn. Er hatte allerdings 1999 um 86 Prozent zugelegt. Der Dow-Jones-Index liegt jetzt um 12,07 Prozent unter seinem am 14. Januar verbuchten Höchststand von 11 722,98 Punkten. Nach den monatelangen exzessiven Aktienkurssteigerungen bei Technologiewerten schlage das Pendel nun in ähnlichen Exzessen in die andere Richtung, sagten Händler.
Der negative Trend an der Nasdaq dauere nun schon über einen Monat an. Der Markt suche nach einem Boden. Während technische Analysten an der Nasdaq nach dem Fall des Composite-Index durch mehrere Unterstützungslinien mit weiteren Kursverlusten rechnen, erwarten andere Analysten, dass sich die Kurse im Verlauf der kommenden Woche stabilisieren werden. Die Kursabschläge könnten nicht in dem in dieser Woche beobachteten Ausmaß weitergehen, hieß es weiter. Die Warnung wichtiger Technologieunternehmen, die Gewinne könnten im laufenden Jahr unter den Erwartungen liegen, beunruhigten jedoch die Anleger, sagten Händler. (AOL/rtr/dpa)
Südostasiatische Börsen stürzen in den Abwärtssog der Wall Street
Singapur (dpa) - Nach der asiatischen Leitbörse in Tokio sind am Montag auch die anderen Aktienmärkte der Region in den Abwärtssog der Wall Street gerissen worden. Im frühen Handel brach das Börsenbarometer in Seoul um mehr als neun Prozent ein, während der Hongkonger Hang-Seng-Index fast acht Prozent verlor und deutlich unter die Marke von 15 000 Punkten rutschte. Auch der Straits-Times- Index in Singapur musste drastische Einbußen von mehr als acht Prozent hinnehmen und blieb zunächst nur knapp über 2 000 Punkten.
Zuvor hatte die Tokioter Börse am Vormittag mit einem dramatischen Kurssturz von 8,6 Prozent auf den Einbruch an der Wall Street reagiert. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte verlor mehr als 1 700 Punkte und sackte deutlich unter die Marke von 19 000 Punkten.©dpa170437 Apr 00
LDP-Politiker will Tokios Börse manipulieren
Tokio (dpa) - Um den dramatischen Kurssturz an der Tokioter Börse zu stoppen, will ein führender Vertreter der japanischen Regierungspartei LDP mehr als eine Billion Yen (19 Milliarden Mark) an Steuergeldern in den Aktienmarkt pumpen. Die Regierung sollte dies erwägen, um die Stabilität der Börse zu sichern, wurde Shizuka Kamei am Montag von japanischen Nachrichtenagenturen zitiert.
Zuvor war die asiatische Leitbörse in Reaktion auf den Einbruch an der Wall Street bis zur Handelsmitte um rund 1 750 Punkte oder 8,6 Prozent abgestürzt. Das ist der drittgrößte Punktverlust, den die Tokioter Börse jemals auf Schlussbasis erlitt. Der Gesamtmarktwert der an der ersten Sektion der Tokioter Börse notierten Aktien schrumpfte in nur wenigen Stunden um gigantische 34 Billionen Yen. Ein Kursrückgang nach dem Wall-Street-Einbruch sei zu erwarten gewesen, sagte der japanische Finanzminister Kiichi Miyazawa.
Tokio ist die erste wichtige Weltbörse, die auf den Kurssturz in New York reagieren musste. Wie von vielen Experten befürchtet, kam es nach dem "Blutbad" in New York auch in Tokio zu einem weiteren Aderlass unter den marktführenden Hochtechnologie- und Telekommunikationsaktien. Zu den Opfer des "Kursmassakers" zählen Sony, NEC oder Fujitsu. Der Chef des Wirtschaftsplanungsamts Epa, Taichi Sakaiya, erklärte indes, der massive Kurssturz werde die wirtschaftliche Verfassung Japans nicht unterminieren. ©dpa 170542 Apr 00
Europäische Börsen brechen zum Börsenauftakt deutlich ein
Frankfurt/London/Paris, 16. April (AFP) - Nach dem dramatischen Börseneinbruch in den USA und Asien haben auch die europäischen Börsen am Montagmorgen deutlich nachgegeben. In Frankfurt gab der DAX-Index aus 30 führenden Unternehmenswerten in den ersten Handelsminuten um 3,55 Prozent auf 6959,43 Punkte nach. Der Technologieindex am neuen Markt sackte um 7,57 Prozent auf 9832,06 Punkte ab. Kurz vor dem Börsengang der Tochter T-Online rutschte die Aktie der Deutschen Telekom in Frankfurt um über sechs Prozent ins Minus. Der Handel mit T-Online-Aktien beginnt am Neuen Markt eine halbe Stunde verzögert um 9.30 Uhr; ein erster Kurs wird gegen zehn Uhr erwartet. Die Börsen in London, Paris und Amsterdam verloren zwischen drei und knapp fünf Prozent. In London gab der FTSE-Index aus hundert führenden Werten um über drei Prozent auf unter 6000 Punkte nach. In Paris wurde ein Kursrutsch von 4,8 Prozent auf 5.772,87 verzeichnet. Der dortige Neue Markt gab um knapp neun Prozent nach. An der Amsterdamer Börse rutschten die Kurse um 4,8 Prozent nach unten. Für zwei Millionen Erstanleger, die T-Online-Aktien zugeteilt bekamen, kostet das Papier 27 Euro (knapp 52,81 Mark). Mit dem Preis am unteren Ende der möglichen Spanne nimmt die Telekom zwischen 2,7 und 3,078 Milliarden Euro ein. Zur T-Online-Einführung werden Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) und Telekom-Chef Ron Sommer erwartet. © AFP 170927 Apr 00
"Jyllands-Posten": Aktienstürze ein Segen der Marktwirtschaft
Kopenhagen (dpa) - Die rechtsliberale dänische Tageszeitung "Jyllands-Posten" (Aarhus) meint am Dienstag zu den weltweiten Kursverlusten von Technologie-Aktien: "Es gehört zu den Segnungen der Marktwirtschaft, dass törichtes Benehmen hart und erbarmungslos bestraft wird. So geschah es in diesen Tagen an den Börsen. Besonders betroffen waren IT-Aktien. Wenn alles gut geht, wird das die auf Luftschlösser gebauten Unternehmen aussortieren und den wirklich lebensfähigen mehr Raum zum Atmen verschaffen. Der Glaube aber, dass die derzeitigen finanziellen Ohrfeigen den Investoren eine Lehre sein werden, ist nur Ausdruck von inakzeptabler Naivität. Wenn der Staub sich gelegt hat und die Wunden geleckt sind, wird eine neue Woge heranrollen, mit der viele viel verdienen werden. Aber noch mehr werden verlieren." ©dpa 180703 Apr 00
Euro Talfahrt geht weiter - Referenzkurs erneut unterboten
Frankfurt/Main (dpa) - Der Eurokurs hat am Donnerstag seine Talfahrt im Vergleich zum amerikanischen Dollar erneut fortgesetzt. Im frühen Handel unterbot der Kurs in Frankfurt ein drittes Mal in Folge mit 0,9414 US-Dollar klar den EZB Referenzkurs vom Vortag. Damit ergab sich ein Kurs von 2,0783 für den Euro in DM. Am Mittwoch hatte die europäische Zentralbank den Referenzkurs für die Gemeinschaftswährung gegenüber dem amerikanischen Dollar auf 0,9461 US-Dollar festgelegt.
Im New Yorker Handel war der Euro mit 0,9357 US-Dollar in der Nacht kurzzeitig sogar noch weniger wert gewesen. "Solange das Wirtschaftswachstum der europäischen Währungsunion in den Staaten nicht internationale Beachtung findet, wird der Euro weiter fallen", prophezeite ein Devisenhändler am Donnerstag.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse am Mittwoch für einen Euro auf 0,5983 (0,6003) britische Pfund, 98,79 (98,97) japanische Yen und 1,5748 (1,5710) Schweizer Franken fest.©dpa200832 Apr 00
Washington - Im Kartellprozess gegen Microsoft erwägt die US-Regierung angeblich eine Zerschlagung des weltgrößten Softwareherstellers. Nach entsprechenden Berichten der "Washington Post" und "USA Today" brach die Aktie des Konzerns am Montag ein und verlor zu Handelsbeginn in den USA fast 15 Prozent. In dem Prozess ist Microsoft schuldig gesprochen worden, unfair gegen Konkurrenten vorgegangen zu sein. Das Strafmaß steht noch aus.
Wie Zeitungen berichteten, plant die US-Regierung, mit einer Zerschlagung von Microsoft den Wettbewerb in der Softwarebranche zu stärken. Das Unternehmen des Milliardärs Bill Gates könnte in zwei oder drei eigenständige Unternehmen aufgespalten werden.
Die Microsoft-Aktien fielen an der NASDAQ, der US-Börse für Technologietitel, um mehr als zehn Prozent auf unter 67 Dollar (Aktueller Kurs der Microsoft-Aktie). Die Microsoft-Aktie hatte in den vergangenen zwölf Monaten zeitweise mit knapp 120 Dollar notiert. Weiterer Grund für den massiven Kurssturz war die Vorlage von Quartalsergebnissen und negative Bewertungen durch Analysten. Die Gesellschaft hatte vergangene Woche Quartalergebnisse vorgelegt, die die Wall Street enttäuschten.
Aufteilung in drei Gesellschaften
Der Plan des US-Justizministerium sieht vor, das Betriebssystem Windows vom Rest des Unternehmens abzuspalten. Eine zweite Firma würde den Anwendungssoftware-Bereich von Microsoft erhalten. Möglich sei auch die Abspaltung der Internetsparte in eine dritte Gesellschaft. Darin würde der der Online-Dienst MSN eingehen, wie die "Washington Post" berichtete.
Ein Microsoft-Sprecher wies nach Angaben der Zeitung diese Vorschläge energisch zurück. Sie würden als Abhilfe zu weit gehen und der Softwarebranche und den Verbrauchern schaden.
In dem Kartellprozess ist der nächste Gerichtstermin für den 24. Mai angesetzt. Der Richter muss dann entscheiden, mit welchen Mitteln er Microsoft in Zukunft von wettbewerbswidrigem Verhalten abhalten will. Der zuständige Richter Thomas Penfield Jackson hatte in dem bereits seit zwei Jahren laufenden Verfahren entschieden, dass Microsoft gegen das US-Kartellgesetz verstoße.
Das US-Justizministerium und die meisten der 19 mit klagenden US-Staaten wollen weit reichende Auflagen für die zukünftigen Geschäftsmethoden von Microsoft beantragen. Microsoft will in Berufung gehen. "USA Today" berichtet, dass das Berufungsverfahren mehr als zwei Jahre dauern könnte. Selbst wenn Jackson einer Zerschlagung zustimme, bestehe eine große Chance, dass höher gestellte Gerichte sie als zu extrem ablehnen könnten. (AOL/dpa/rtr)
Euro-Tief Gefahr?
Frankfurt - Überwiegend gelassen reagierten Fachleute gestern auf das neue Rekordtief des Euro. Der Referenzkurs war gestern von der Europäischen Zentralbank (EZB) mit 0,9302 Dollar festgelegt worden. Damit kostete der Dollar mit mehr als 2,10 Mark mehr als je zuvor. Eine neuerliche Zinserhöhung durch die EZB am morgigen Donnerstag gilt daher als wahrscheinlich.
"Die Deutschen werden nicht ärmer", kommentierte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) die Talfahrt des Euro lapidar. Allenfalls USA-Touristen hätten Anlass zu Frustration. Für die Exportwirtschaft ist der billige Euro indes ein wahrer Segen. Allein die deutschen Ausfuhren sprangen im Februar um fast 20 Prozent auf mehr als 90 Milliarden Mark in die Höhe. Für das gesamte Jahr gelten zweistellige Wachstumsraten im Export als wahrscheinlich. Dies wird sich nach Prognosen der Dresdner Bank auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken.
Importierte Waren und Rohstoffe wie Öl dagegen sind als Folge des niedrigen Eurokurses erheblich teurer, so der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA). Dadurch verteuerten sich auch die in der Bundesrepublik damit erzeugten Produkte, was die Gefahr einer Inflation mit sich bringe.
Kritisch äußerte sich der Commerzbank-Chefvolkswirt Ulrich Ramm zur Talfahrt des Euro. "Der Imageschaden ist nicht mehr zu bestreiten. Einen derart niedrigen Wechselkurs hätte ich nie für möglich gehalten, ich bin sehr enttäuscht", so Ramm. Im US-Handel stürzte der Euro am Abend noch weiter ab: Zeitweise wechselte er für nur 0,9232 Dollar den Besitzer. (HA)
Teure Mineralölprodukte heizen Produzentenpreise weiter an
Wiesbaden (dpa) - Teure Mineralölprodukte haben die Erzeugerpreise in Deutschland erneut angeheizt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte, lagen die Produzentenpreise im März um 2,4 Prozent höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Damit gab es allerdings erstmals seit Oktober 1999 im Jahresvergleich keinen Anstieg der Rate - im Februar 2000 waren die Erzeugerpreise binnen Jahresfrist ebenfalls um 2,4 Prozent gestiegen. Damals handelte es sich allerdings um ein Acht- Jahres-Hoch.
Preistreiber war wie in den Vormonaten das teure Mineralöl. Die Ölerzeugnisse verteuerten sich binnen Jahresfrist um 43,4 Prozent, im Vergleich zum Vormonat bedeutet dies allerdings nur einen Anstieg von 1,2 Prozent.
Innerhalb eines Jahres haben sich die Erzeugerpreise für manche Güter sogar verdoppelt. Dazu zählen schweres Heizöl (plus 107,5 Prozent) oder Flüssiggas (plus 105,4). Auch leichtes Heizöl (plus 72,2), Betonstahlmatten (plus 50,9) oder Aluminium (plus 42,3) legten überdurchschnittlich zu.
Billiger als vor Jahresfrist waren im März 2000 unter anderem elektrischer Strom (minus 15,5), Schweinefleisch (minus 10,6), EDV- Geräte (minus 8,1) sowie Fernsehgeräte (minus 6,7 Prozent).©dpa260910 Apr 00
Schweizer Nationalbank verkauft 120 Tonnen Gold Zürich (dpa) - Die Schweizerische Nationalbank baut ihre Goldreserven ab. Sie hat die ersten Kilobarren auf den Markt gebracht und will bis Ende September rund 120 Tonnen Gold verkaufen. Es handele sich dabei um die erste Tranche eines Verkaufsprogramms von insgesamt 1 300 Tonnen, teilte die Bank am Dienstag mit. Das Gold soll in den kommenden vier Jahren verkauft werden.
Der Verkaufsbeginn wirkte sich nicht auf den Goldpreis aus. In Zürich stieg der Kurs um drei Dollar auf 275,5 Dollar je Feinunze. Der Kilopreis stieg auf 15 250 Franken.
In der Bilanz der Notenbank wird gleichzeitig ein gewaltiger Aufwertungsgewinn verzeichnet: Mit dem am 1. Mai in Kraft getretenen neuen Währungsgesetz ist die Bindung des Frankens an das Gold und damit die offizielle Goldparität von 4 595 Franken (2 940 Euro, 5 750 DM) je Kilo aufgehoben. Bisher wurde der Schweizer Goldbestand von knapp 2 600 Tonnen mit 10,5 Milliarden Franken bewertet. Künftig gelten Marktpreise, sagte Banksprecher Werner Abegg. Das dürfte den Bilanzwert auf rund 34 Milliarden Franken treiben.
Die Nationalbank wird nach Abschluss der Verkäufe noch über einen Goldbestand von 1 290 Tonnen verfügen. Damit gehört die Schweiz zur Gruppe der Länder mit hohen Goldreserven.
Ein Teil des Aufwertungsgewinn werde als Rückstellungen ausgewiesen, um künftige Schwankungen des Marktpreises aufzufangen, sagte Abegg. Über den Rest ist noch nicht entschieden. Zur Diskussion steht, mit dem Geld die Rentenkasse aufzufüllen, Schulden abzubauen, ein umfanreiches Bildungsprogramm zu finanzieren oder eine Stiftung zur Linderung humanitären Leids in aller Welt zu gründen.
Um den Markt nicht zu stark zu belasten, hatte die Schweizerische Nationalbank im September 1999 mit 14 anderen Notenbanken ein Abkommen geschlossen. Danach sollen pro Jahr nur 400 Tonnen Notenbankengold auf den Markt gelangen. In den vergangenen Jahren war der Goldpreis stark unter Druck geraten, weil viele Notenbanken überflüssige Reserven verkauften. Die Schweizer beauftragten die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel mit dem Verkauf.
Trotz des Abkommens und der guten Konjunktur ist der Goldpreis im historischen Vergleich tief. Zwischen 1989 und 1996 pendelte er im Bereich von 380 Dollar je Feinunze. Angekündigte Goldverkäufe und später die Auktionen der britischen Zentralbank drückten den Preis jedoch auf bis um 250 Dollar je Unze runter. ©dpa 021540 Mai 00
Euro fällt unter 0,90 Dollar
London, 3. Mai (AFP) - Die europäische Gemeinschaftswährung Euro hat ihre Talfahrt am Mittwoch fortgesetzt und ist erstmals unter einen Kurs von 0,90 Dollar gefallen. Am wichtigsten europäischen Devisenmarkt in London stürzte die Einheitsdevise zwischenzeitlich auf den bisherigen Tiefstand von 0,8997 Dollar. Ein Dollar war dabei 2,1738 Mark wert. Zuvor hatte sich der Euro bereits in New York und auf dem asiatischen Markt schwach gezeigt.© AFP031008 Mai 00
Euro setzt Talfahrt fort - Gerüchte um EZB-Intervention
London/Frankfurt, 4. Mai (AFP) - Die Talfahrt des Euro hat sich am Donnerstag auf ein neues Allzeittief von 0,8853 US-Dollar fortgesetzt, bevor Interventionsgerüchte der europäischen Einheitswährung wieder etwas aufhalfen. Am Londoner Devisenmarkt erholte sich der Euro im Verlauf des Vormittags auf 0,8950; ein Dollar war dabei 2,1853 wert. Zum Tiefsstand am Morgen hatte der Dollar noch bei 2,2092 Mark gestanden. Auch in New York und Asien hatte sich der Euro in der Nacht schwach gezeigt. Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main wollte die an den Märkten kursierenden Gerüchte über bevorstehende Interventionen der EZB selbst oder einzelner nationaler Zentralbanken nicht kommentieren.© AFP041029 Mai 00
Inflationsgefahr durch Euro
Großhandel warnt vor Preisanstieg - Europäische Politiker beruhigen
Hamburg - Wegen der anhaltenden Euro-Schwäche rechnet der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) für die zweite Jahreshälfte mit einem starken Preisanstieg. "Ich gehe von massiven Preiserhöhungen aus", sagte der BGA-Präsident, Michael Fuchs, der Zeitung "Welt am Sonntag". Viele Importeure müssten die Euro-Schwäche durch Preisanhebungen ausgleichen. Die Inflationsrate werde in Deutschland in diesem Jahr über zwei Prozent liegen. Die Wirtschaftsforschungsinstitute hatten in ihrem Frühjahrsgutachten eine Inflationsrate von 1,5 Prozent vorausgesagt. Zugleich erwartet Fuchs einen noch stärkeren Exportboom in diesem Jahr.
Führende europäische Politiker beschwichtigten dagegen kursierende Euro-Ängste. Der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, und Bundesbank-Präsident Ernst Welteke zeigten sich überzeugt, dass der Euro zum US-Dollar bald wieder an Wert gewinnen werde. Ungeachtet der derzeitigen Schwankungen werde der Euro mittelfristig die dominante Weltwährung. "Der Euro wird stärker als der Dollar werden", sagte Prodi und verwies auf die positive Zahlungsbilanz der Europäer im Vergleich zum Defizit der USA. "Ich bin überzeugt, dass es sich bei der gegenwärtigen Euro-Schwäche um Übertreibungen der Märkte handelt, die bald wieder korrigiert werden. Angst um sein Geld braucht niemand zu haben", betonte der Bundesbankpräsident. Entscheidend sei die Preisstabilität. Und der Euro sei eine äußerst stabile Währung.
Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker kritisierte politische Versäumnisse in der Europäischen Union. "Wir schaffen es einfach nicht, die Euro-Zone als Ganzes dem weltweiten Publikum zu präsentieren." Erst wenn die EU-Staaten ihre Volkswirtschaften reformiert hätten, werde der Blick für Schwächen der amerikanischen Volkswirtschaft wieder frei. Juncker nannte beispielhaft das riesiges Außenhandelsdefizit und die hohe Staatsverschuldung der USA.
Der Euro-Kritiker Karl-Albrecht Schachtschneider geht dagegen davon aus, dass der Kursverfall des Euro in den nächsten Jahren weitergehen werde. "Der Euro wird mit Schwankungen langfristig auf 0,50 Dollar sinken", so der Professor, der vergeblich gegen die Einführung des Euro vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt hatte. Der schwache Euro werde über höhere Preise die Kaufkraft in Deutschland stark absenken. "Die Inflation wird die privaten Vermögen in Deutschland auffressen." (dpa)
Tokios Börse schließt auf tiefstem Jahresstand - Euro steigt leicht
Tokio (dpa) - Die asiatische Leitbörse in Tokio hat die Woche in schwacher Verfassung beendet. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte am Freitag unter die Marke von 17 000 Punkten und schloss auf dem tiefsten Stand des Jahres. In Folge der negativen Vorgabe der New Yorker Technologiebörse NASDAQ büßte das Börsenbarometer weitere 173,46 Punkte oder ein Prozent ein und ging mit 16 858,17 Punkten ins Wochenende. Zuvor hatte der Nikkei schon mehr als zwei Prozent verloren.
Der Kurs des US-Dollar verlor in Tokio unterdessen zum Yen an Wert und lag um 15.00 Uhr Ortszeit bei 108,50-53 Yen nach 108,95-98 Yen zur gleichen Zeit am Vortag.
Der Euro notierte um 15.00 Uhr Ortszeit etwas fester mit 0,8940-50 Dollar nach 0,8930-40 Dollar am Donnerstagnachmittag.©dpa190825 Mai 00
Euro fällt auf neues Rekordtief
Auch Aktien schwächer - Vorsicht am Neuen Markt nach erster Internetpleite
Frankfurt/Main - An den Finanzmärkten ist es am Freitag erneut zu Turbulenzen gekommen. Der Euro fiel im Devisenhandel vorübergehend auf ein neues Rekordtief von 0,8844 US-Dollar. Das entsprach einem Kurs von 2,21 Mark je Dollar. Konkrete Gründe für den neuerlichen Schwächeanfall konnten Devisenhändler nicht nennen. Die Stimmung für die Gemeinschaftswährung sei an den internationalen Finanzmärkten zurzeit einfach schlecht. Am Abend erholte sich der Euro wieder leicht.
In schweres Fahrwasser kamen am Freitag auch die deutschen Aktien. Der DAX, der als Börsenbarometer die Kursentwicklung der 30 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften spiegelt, fiel erstmals wieder unter 7000 Punkte. Er ging mit einem Minus von 192,55 Punkten bei 6989,03 Zählern aus dem Handel. Negativ beeinflusst hätten den DAX ein gestiegener Ölpreis, schlechte Vorgaben aus den USA, insbesondere aber "europaweit gedämpfte Erwartungen zum Thema Telefongesellschaften". Hintergrund sei eine offenkundige Einflussnahme der Regierung in Madrid bei der geplanten Fusion der spanischen Telefonica und der niederländischen KPN.
Auch am Neuen Markt der Technologiewerte kam es zum Teil zu massiven Kursverlusten. Als besonders negatives Signal gerade für Internetwerte werten Experten den Zusammenbruch des britischen Designermodehändlers Boo.com in dieser Woche. Mit Boo.com ist erstmals einer der größften Newcomer am Internetmarkt in Europa in Konkurs gegangen. Analysten rechnen nun damit, dass diesem Konkurs weitere folgen und die Internet-Begeisterung langsam einer realistischeren Sichtweise weiche. "Die Zeiten, in denen zweifelhafte Geschäftsideen gefördert werden, sind vorbei. Es werden noch mehr dieser Unternehmen scheitern", so Merrill-Lynch-Analyst Peter Bradshaw. Seine Bank schätze, dass drei von vier der so genannten Internet-StartUp-Firmen in den kommenden Jahren entweder durch Konkurs oder durch den Konsolidierungsprozess, also durch Fusion oder Übernahmen, von der Bildfläche verschwinden.
Viele der jungen Internetfirmen haben sich durch Risikokapitalgeber oder durch den Gang an die Börse umfangreiche Mittel beschafft, erzielen aber enorme Verluste. Bei zahlreichen Firmen der so genannten Neuen Ökonomie übersteigen die Kosten für Werbung und Marketing sogar die Umsätze um ein Vielfaches.
Aktienhändler sagen nun, dass der Zusammenbruch von Boo.com viele Investoren abschrecken könnte. "Investoren werden jetzt sehr achtsam mit allem sein, was irgendwie mit dieser Branche zu tun hat", sagte ein Händler. (HA)
Tokios Börse weiter auf Talfahrt - Kritik an Regierung - Euro fester
Tokio (dpa) - Die Talfahrt an der asiatischen Leitbörse in Tokio hat sich am Dienstag im frühen Geschäft fortgesetzt. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte verlor weitere 155,82 Punkte oder rund ein Prozent und notierte um 11.00 Uhr Ortszeit beim Stand von nur noch 16 230,19 Punkten. Bereits am Vortag war das Börsenbarometer nach Verlusten an der US-Technologiebörse NASDAQ auf den tiefsten Stand seit fast einem Jahr gerutscht.
Finanzminister Kiichi Miyazawa machte sich jedoch über die Talfahrt an der Börse keine Sorgen. Die Wirtschaft befinde sich klar auf einem Erholungspfad. "Was nach unten geht, geht auch wieder hoch", wurde Miyazawa am Dienstag zitiert. Er gab der kürzlichen Neuordnung des Nikkei-Indexes sowie der Wall-Street-Schwäche die Schuld an den Kursstürzen. Die Auswechslung von 30 Titeln im Nikkei habe zu einer großen Diskrepanz zwischen dem alten Niveau und dem neuen geführt.
Manche Analysten sehen das aber anders: Nicht die Neuordnung des Indexes, sondern die Sorge über die japanische Wirtschaftspolitik sei mit ursächlich für den Börsenabschwung. Die Regierung von Ministerpräsident Yoshiro Mori blockiere im Vorfeld der Wahlen am 25. Juni notwendige Strukturreformen, zitierte die Finanzzeitung "Nihon Keizai Shimbun" Analysten. Zudem habe es Mori durch seine jüngsten heftig kritisierten Äußerungen zu verantworten, dass zentrale wirtschaftspolitische Fragen im Parlament in den Hintergrund traten.
Mori hatte kürzlich vor shintoistischen Parlamentariern Japan als "Götterland mit dem Kaiser im Zentrum" bezeichnet, was Kritiker an die Zeit des japanischen Extremnationalismus vor und während des Zweiten Weltkrieges erinnerte. Am Dienstag veröffentlichten Umfragen zufolge lehnen mehr als 50 Prozent der von Zeitungen befragten Wahlberechtigten die neue Regierung ab.
Der US-Dollar tendierte unterdessen zum Yen fester. Um 11.00 Uhr Tokioter Ortszeit wurden für einen Dollar 107,12-14 Yen bezahlt nach 107,00-03 Yen am späten Montag. Der Euro notierte im frühen Geschäft fester mit 0,9027-30 Dollar nach 0,9013-16 Dollar am Vortag um 17.00 Uhr Ortszeit. Zum Yen wurde der Euro mit 96,75-80 Yen gehandelt nach 96,45-50 Yen am späten Montag. ©dpa 230423 Mai 00
Tokios Börse weiter auf Talfahrt - Nikkei nur noch knapp über 16 000
Tokio (dpa) - Nach der negativen Vorgabe der Wall Street hat die asiatische Leitbörse in Tokio ihre Talfahrt am Mittwoch fortgesetzt. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte büßte weitere 1,7 Prozent ein und erneuerte damit sein Jahrestief. Zum Handelsende notierte der Nikkei-Index 16 044,44 Zähler - ein Minus von 274,29 Punkten. Zwischenzeitlich war das Börsenbarometer zum ersten Mal seit fast einem Jahr unter 16 000 Punkte gefallen, konnte sich dann später aber doch noch knapp über die psychologisch wichtige Marke retten.
Der US-Dollar notierte um 15.00 Uhr Ortszeit unterdessen zum Yen schwächer mit 106,62-64 Yen nach 107,05-08 Yen am Vortag. Der Euro gab zum Dollar nach und notierte mit 0,9045-55 Dollar nach 0,9050-60 Dollar am Dienstag um 15.00 Uhr Ortszeit.©dpa 240830 Mai 00
DAX unter Druck - Technologiewerte geben ab - Thyssen Krupp schwach
Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Aktienindex DAX hat sich am Mittwoch dem Druck kräftig rückläufiger Aktienmärkte rund um den Globus nicht entziehen können. Nach mehr als einer Stunde Handel gab der Index in Frankfurt um 1,65 Prozent auf 6 810,16 Punkte nach. Der Nebenwerteindex MDAX verlor gleichzeitig 1,36 Prozent und sank auf 4 464,48 Punkte. Der mit Technologiewerten gespickte Neue Markt-Index NEMAX 50 (Performance Index) gab zuletzt besonders unter dem Eindruck einer schwachen NASDAQ in New York um 3,64 Prozent auf 5 745,83 Punkte ab.
Die schwer gewichteten Technologietitel SAP und die Deutsche Telekom verloren jeweils mehr als drei Prozent. Stärkster Verlierer war die Aktie der Essener ThyssenKrupp. Der Wert gab zuletzt 9,72 Prozent auf 20,72 Euro ab.
Gesucht dagegen waren Konsumwerte: Henkel gewannen gegen den Trend 0,31 Prozent und stiegen auf 62,19 Euro, Karstadt gewannen 2,57 Prozent und stiegen auf 34,26 Euro. Kurz vor Vollzug eines Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 3 gewannen Aktien des Berliner Pharmakonzerns Schering 0,37 Prozent auf 164,00 Euro.
Der Euro gab zwar leicht ab, hielt sich am Frankfurter Devisenmarkt aber über der Marke von 90 US-Cent. Zuletzt wurde ein Euro bei 0,9058 US-Dollar gehandelt. Damit war der Dollar 2,1619 DM wert. ©dpa 241035 Mai 00
Börsengang verschoben
Nach Kursverfall sagen drei Hightech-Titel ihre Platzierung am Neuen Markt ab
Frankfurt - Die Kursverluste der amerikanischen und deutschen Wachstumswerte verunsichern nicht nur die Anleger, sondern auch die Börsenkandidaten. Nach dem Münchner Internet-Anbieter GMX AG haben gestern zwei weitere Firmen ihre geplanten Börsengänge abgesagt. Die Augsburger Ibex AG und die HighwayOne AG verschoben ihren Gang an den Neuen Markt auf unbestimmte Zeit. Der Rückzug wurde mit der marktbedingten Zurückhaltung institutioneller Investoren begründet. In Marktkreisen wurde nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Firmen ihre Börsengänge verschieben werden. Auch in Großbritannien zogen Firmen ihren Börsengang zurück.
Die Stimmung am Neuen Markt ist schlecht und birgt viele Unsicherheiten. "Qualitätstitel kann man zwar in fast jedem Börsenumfeld platzieren. Dies gilt aber nicht für Unternehmen, die in nächster Zeit keine Gewinne erwarten", sagt der Analyst der Hamburger Sparkasse, Claus Roggatz, dem Abendblatt. Das Schlimmste für Firmen sei, wenn der Emissionskurs auf Grund einer zu geringen Nachfrage nicht erreicht werde und den Unternehmen dadurch viele Millionen Mark bei den Emissionserlösen verloren gingen. Schlecht sei es auch gerade für das Vertrauen von Anlegern, wenn der Kurs in den ersten Tagen unter den Ausgabepreis falle.
An der als Leitbörse der Technologiewerte geltenden Nasdaq in New York geht es seit dem am 10. März verbuchten Allzeithoch von rund 5132 Zählern fast kontinuierlich abwärts. Allein im Mai gab der Nasdaq Composite Index um mehr als 600 Punkte auf rund 3354 Zähler nach. Der Neue Markt, Wachstumssegment der Deutschen Börse, konnte dem Sog aus Übersee nicht lange trotzen. Nach einem seit dem Herbst anhaltenden Höhensturm, der in einem Allzeithoch von rund 8546 Zählern gipfelte, befindet sich das Kursbarometer Nemax seit Mitte März auf Korrekturkurs. Allein im Mai gab der alle Titel umfassende Index rund 20 Prozent ab. Und die Talfahrt ging auch gestern weiter.
Die Gründe für die Flaute sind vielfältig. Das Aktienklima ist nach Ansicht von Analysten durch die Zinserhöhungen in den USA belastet. Zudem habe die Pleite des britischen Online-Anbieters Boo.com Anleger für die hohen Risiken von Internetwerten sensibel gemacht. Einige Experten sehen einen Grund auch in der mangelnden Qualität der Emissionen. Zudem hätten große Emissionen wie Infineon oder T-Online viel Kapital gebunden.
Dennoch gebe es keinen Grund zur Panik, so ein Analyst von Lang & Schwarz: "Das ist ja nicht das erste Mal, dass Unternehmen ihre Börsenpläne verschieben." Im vergangenen Herbst hatten mindestens fünf Firmen ihren Börsengang kurz vor dem Emissionstermin abgesagt. Einige dieser Unternehmen seien wie die Hamburger Biotechnologiefirma Evotec beim zweiten Anlauf richtig durchgestartet. (bk/rtr)
Die Euphorie ist vorbei. Das Geld wird knapp. Die Aktienkurse fallen. Was ist mit den hoch gelobten Internet-Unternehmen los? Experten befürchten eine dramatische Veränderung des Online-Marktes.
Die Angst vor dem Untergang
Von MELANIE WASSINK und MATHIAS EBERENZ
Hamburg - Viele Monate knallten die Sektkorken auf dem Frankfurter Börsenparkett. Internet-Start-Up-Manager und Kapitalgeber feierten grandiose Börsenstarts. Doch dann stürzten im März die Kurse ab. Neue Aktien notierten auf einmal unter dem Ausgabepreis. Geplante Börsengänge wurden gleich dutzendweise abgesagt.
Und es kommt noch schlimmer. Was Insider schon seit längerem befürchteten, wird jetzt bittere Realität: Immer mehr Internetfirmen, ob börsennotiert oder nicht, geht das Geld aus. Jedes vierte der eben noch hochgejubelten Online-Unternehmen steht laut Experten, die das Abendblatt befragt hat, kurz vor dem Bankrott.
Markus Krämling, bei der Deutschen Bank zuständig für den Neuen Markt, sieht die Lage dramatisch: "Es wird eine massive, schnelle Konsolidierung geben." Noch negativer gestimmt ist Dietmar Hopp, Aufsichtsratsvorsitzender der Walldorfer Softwareschmiede SAP. Seine Prognose: "Von 100 Internet-Gründungen werden maximal zehn bis 15 überleben."
Das US-Marktfoschungsunternehmen Pegasus verbreitet in Zusammenarbeit mit dem renommierten Anlegermagazin Barron's regelrechte "Todeslisten". Demnach ist selbst ein führender Online-Dienstleister im zukunftsträchtigen US-Gesundheitsmarkt wie Healtheon vom Konkurs bedroht. Die Website DrKoop.com des ehemaligen US-Gesundheitsministers verfüge sogar nur noch über Barreserven für sechs Wochen. Auch die Pleite des Online-Musikhändlers CDNow stehe unmittelbar bevor. Und selbst die wegen ihrer Idee für digitales Bezahlen im Internet weltweit beachtete Firma Cybercash werde auf Dauer nicht genug Geld einspielen, um zu bestehen.
Die Meldung der Pegasus-Marktforscher, dass rund zwei Drittel der 280 untersuchten US-Internetfirmen Verluste machen, hat auch in der europäischen Internetszene für reichlich Unruhe gesorgt. Besonders bedrohlich: Für viele kränkelnde Internet-Start-Ups in Deutschland wird es kein weiteres Geld geben, keine neue Finanzierungsrunde. Das ergab eine Umfrage des Abendblatts unter Analysten und Wagniskapitalgebern. Denn die haben aus den jüngsten Pleiten gelernt. Etwa vom Absturz des britischen Internet-Kleidermarkts Boo.com, oder des US-Online-Spielzeughändlers Toysmart.
Mit dem Nürnberger Internet-Supermarkt Direktkauf.de meldete jetzt auch der erste deutsche Online-Hoffnungsträger Konkurs an. Den Hauptgrund für die vorhergesagte Konkurs- und Fusionswelle haben die Analysten schon ausgemacht: Bei immer mehr Internet-Unternehmen übersteigen die laufenden Kosten, insbesondere jene für das aggressive Marketing, die Umsätze. Besonders krass ist das Verhältnis beim britischen Online-Reisebüro Ebookers. Das Unternehmen verkaufte im ersten Quartal für rund drei Millionen Dollar Tickets, steckte aber mehr als acht Millionen ins Marketing.
Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Insider sehen die ersten Konkurse und die Kursstürze an den Aktienmärkten deshalb erst als Vorboten - als erste dunkle Wolken, die ein tosendes Gewitter am Internetmarkt ankündigen. Dietmar Hopp warnt eindringlich: "Selbst heute sind die Kurse noch abenteuerlich hoch. Es kann noch in diesem Jahr zu einer Halbierung der aktuellen Werte kommen." Das mag nicht für alle Werte am Neuen Markt gelten, aber wie dramatisch die Lage zum Teil ist, zeigen die Kursabstürze des letzten Quartals: Allein beim Softwareanbieter Abit waren es 86 Prozent, 81 Prozent verlor das Softwarehaus CPU.
Der Münsteraner Marketing-Experte Professor Heribert Meffert sagt sogar ein Massensterben im Internetmarkt voraus: "Bis 2006 oder 2008 werden höchstens noch zehn bis 20 Prozent der heutigen E-Commerce-Unternehmen existieren." Ganz oben auf der Liste der Pleitiers sehen die Experten Unternehmen, die ausschließlich auf den Handel mit Endkunden im Internet setzten. "In diesem Segment werden in den nächsten drei bis vier Jahren nur noch ein bis zwei große, weltweit tätige Firmen überleben", schätzt Rolf Drees von der Union-Investment-Gesellschaft in Frankfurt.
Als Sorgenkinder gelten dabei insbesondere die Kleinen der Branche: Unternehmen, die die kritische Größfe noch nicht erreicht haben, um sich im Markt durchsetzen zu können, die nicht mächtig genug sind, um im Einkauf die Preise zu drücken. Die von den Kosten ihrer Verwaltung erdrückt werden, für die moderne Logistiksysteme noch zu teuer sind. Nur wenn diese Newcomer schwer nachzuahmende Produkte oder Dienstleistungen anbieten, könnten sie überleben, so Drees. Wie etwa der israelische Smartcard-Hersteller On Track Innovations, der intelligente Lösungen im elektronischen Zahlungsverkehr anbietet. Solche Unternehmen können durch "Wachstum aus eigener Kraft oder als Übernahmekandidat" bestehen, sagt Rolf Mathies von der Venture Capital Gesellschaft Earlybird.
Als Beispiel für einen Übernahmekandidaten nennt Mathies die seit 1999 börsennotierte Netlife AG. Das Hamburger Softwarehaus sei auch mit dem für 2001 vorhergesagten Umsatz von 75 Millionen Mark noch viel zu klein für den Weltmarkt. Das sieht Netlife-Vorstand Claus Müller natürlich anders. "Wir spezialisieren uns auf Brokerage-Anwendungen in den Zielmärkten Zentraleuropa und Asien und befinden uns damit in einem absolut boomenden Markt."
Ganz anders als die Marktchancen von Netlife beurteilt Mathies dagegen den Netlife-Konkurrenten Brokat, der mit 3,2 Milliarden Euro eine mehr als zehnmal mal größfere Marktkapitalisierung vorweisen kann als die Hamburger - bei einem erwarteten Umsatz für 2001 von 270 Millionen Mark (laut Credit Suisse First Boston).
"Schwierig" ist nach Meinung des Investmentexperten Drees auch die Situation von Unternehmen wie dem Online-Buchversender Buch.de, der im Schatten des größften Internetbuchhändlers Amazon steht, oder dem Kunsthändler Artnet. Beide hätten praktisch keinen Mehrwert zu bieten. Die Kunden hingegen erwarteten Niedrigpreise, doch damit gingen die Gewinnspannen weiter in den Keller.
Wie Buch.de diese Entwicklung verhindern will, sagt Gründer Michael Urban: "Wir versuchen uns jetzt durch die Kooperation mit dem in Deutschland flächendeckend präsenten Buchhändler Phönix-Montanus zu vergrößfern." An Terminals in den Buchläden sollen Kunden Bücher online bestellen, die in den Regalen nicht vorliegen.
Angesichts der Schreckensszenarien in der Internetszene sind auch die Analysten und Kapitalgeber zurückhaltender geworden. Gerade erst eingeführte Bewertungsmaßstäbe werden über den Haufen geworfen. Etwa die Rechenregel, einen Mausklick auf einer Internetseite mit Tausenden von Mark zu bewerten. "Der Versuch, eine Firma mit Klicks zu bewerten, ist gescheitert", sagt Wagniskapitalgeber Mathies.
Viele hätten einsehen müssen, dass sich bloße Online-Kundenkontakte "nicht so schnell in Erträge umsetzen lassen". So belegten Studien, dass immer noch mehr als 40 Prozent der kaufwilligen Kunden beim Online-Kauf überfordert sind und die Bestellung abbrechen.
Der Hamburger Venture Capitalist Gottfried Neuhaus legt deshalb einen eher traditionellen Bewertungsmaßstab an. Sein Credo: "Nur wer Erträge zeigt, wird überleben." Der finanzielle Aufwand müsse in einem vernünftigen Verhältnis zur Geschäftsidee stehen. Im Übrigen seien Konkurse etwas ganz Normales, sogar gesund, so Neuhaus.
Von einer Normalisierung und einer heilsamen Beruhigung des Internetmarktes spricht auch Rolf Mathies: "Unter denjenigen, die jetzt an der Börse sind, wird sich der Markt verteilen. Sie haben keine Newcomer mehr zu fürchten. Schließlich wird es nicht noch einen x-ten Buchhändler oder Auktionator geben, der an den Neuen Markt geht." Der Grund: " Er wird keine Geldgeber mehr finden." Die Zeiten, "als Geld verbrennen noch sexy war", sind vorbei. Die Investoren - und auch die Aktionäre - sind vorsichtiger geworden.