will ich hier einmal den Artikel untersuchen. Er beginnt zunächst einmal wie folgt: "22. Mai 2009 Wie war das möglich? Japans Zentralbanker stellten 2002 geschockt fest: Von acht Yen, die man den Geschäftsbanken geliehen hatte, kam nur ein einziger bei den Unternehmen an! Ihre geldpolitischen Maßnahmen verpufften offenbar wirkungslos: Läppische 0,5 Prozent Zins verlangten sie für ihre Kredite an die Geschäftsbanken, seit sieben Jahren bereits, aus der damaligen Perspektive ein kühnes Unterfangen - dennoch ohne Erfolg! Und selbst als sie später noch mal nachlegten, den Zins noch tiefer, auf 0,1 Prozent und damit real unter null drückten: keine nennenswerte Wirkung!"
Was der Autor hier übersieht, ist die schlichte Tatsache, dass es neben dem Geldmarkt auch noch einen viel wichtigeren Kapitalmarkt gibt und es neben Zinsmaßnahmen auch quantitative Maßnahmen gibt. Für Investitionen sind nämlich nicht die Geldmarktzinsen entscheidend, sondern die Kapitalmarktzinsen. Senkt man nur die Geldmarktzinsen, bedeutet das längst keine entsprechende Absenkung der viel wichtigeren Kapitalmarktzinsen. Unmittelbar auf die Kapitalmarktzinsen kann man aber gerade mit quantiativen Maßnahmen einwirken, wie z.B. dem Ankauf von Anleihen - durch den Ankauf steigen die Kurse, was zu sinkenden Renditen führt. Zwar nicht nachvollziehbar aber Fakt ist, dass sich die japanische Notenbank über ein Jahrzehnt weigerte, quantitative Maßnahmen, die direkt am Kapitalmarkt ansetzen, einzusetzen. Erst nach einem Wechsel im Amt des Notenbankpräsidenten änderte man nach zehnjährigem nicht nachvollziehbaren Pennen diese unglaubliche Verweigerung - und damit war dann auch die Deflation in Japan zu Ende.