Liebe Gold-Freunde,
wie in einigen internationalen Medien berichtet wird ist es in weiten Teilen Asiens zur Zeit schwer Goldmünzen/Barren, aber auch Goldschmuck zu bekommen. Immer weniger Schmelzgold ist auf dem Markt. Kunden müssen sich auf teilweise 4-6 Wochen Lieferzeiten einstellen. Hier nur eine Quelle, man sieht wie die Menschen in die Schmuckläden strömen:
www.businessinsider.com/asian-physical-gold-demand-2013-4
Aber auch in Europa wird Gold knapp:
www.telegraph.co.uk/finance/...rced-to-go-on-waiting-list.html
Meine Fragen an die Experten hier im Forum sind...
1.) Wieso wirkt sich diese deutlich gestiegene Nachfrage nicht signifikant auf den Goldpreis an der COMEX aus?
Ich habe gelesen, dass wenn die 400oz Barren weltweit knapp werden der Preis hoch "muss". Stimmt das?
2.) Viele Industrieländer wollen derzeit eine höhere Inflation erreichen weil sie unter einer Deflation, mit teilweise Rezession leiden (Japan, die USA und seit der Euro-Krise nun auch Europa)
Wieso schaut der Papiergold-Investor nur auf die aktuelle Inflations-Rate?
Die weltweite Geldmenge steigt seit vielen Jahren viel schneller an als die reale Produktionsleistung (globales BIP). Dies ist empirisch messbar.
Ein Investment in Gold, egal ob in Papierform oder physisch ist doch eine gute Absicherung vor dem Zusammenbruch des heutigen Finanzsystems, welches vor allem auf flexible, störungsanfällige Wechselkurse und eine expansive Geldpolitik der Notenbanken basiert.
Was Japan Anfang der 1990er Jahre erlebt hat, gilt nun m.E. auch für die USA und Europa. Ich meine damit, dass die Industrieländer anders als die Entwicklungsländer, nur noch wachsen können indem sie expansive Geldpolitik betreiben (die Geldmenge erhöhen, Japan verdoppelt in den kommenden Jahren mal eben so die Geldmenge...).
Die expansive Geldpolitik muss dann unendlich fortgeführt werden, bis die Geldmenge irgendwann in eine Exponentialfunktion übergeht. Spätestens dann heisst es "Game over", denn kein Investor ist dann mehr bereit in eine Staatsanleihe dieser Länder zu investieren.
Der Gold Investor, egal ob er nun physisch oder in Papierform investiert ist, sollte meiner Meinung nach nicht auf die aktuelle Inflationsrate schauen sondern eher das Finanzsystem an sich genauer betrachten.
Ab einem gewissen Schuldenstand, vielleicht 90% des BIP in einem Land, gibt es keinen Weg mehr zurück aus der expansiven Geldpolitik. Und genau das ist in der Eurozone jetzt auch geschehen. Gleiches geschah in den USA schon vor einigen Jahrzehnten, in Japan eben Anfang der 1990er Jahre.
Egal ob es ein Inflationsziel gibt, ob die Inflationsrate nun 2% oder 5% beträgt, es ist nicht gut für die Konsumenten, scheinbar aber gut für die Arbeitslosenquote (siehe Deutschland). Wir erinnern uns an eine Aussage von Helmut Schmidt in den 1970ern: "Lieber 5% Inflation, als 5% Arbeitslosigkeit". Damit fing doch alles an.
Steinbrück könnte das m.E. fortsetzen wenn er Kanzler wird. Bald kommen dann doch die Eurobonds.
Ich möchte mit meinem Beitrag aufzeigen, dass die aktuelle (niedrige) Inflation nicht die Gefahr ist. Sondern dass der Goldinvestor das System an sich anzweifeln sollte, dessen Nachhaltigkeit. Es gibt keine Nachhaltigkeit mehr. Das Geld-System hat per Definition schon einen Endzeitpunkt. Denn bald können die Industriestaaten ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen. Am Ende kommt die Währungsreform und der Reset.
Genau deswegen gibt es....vielleicht..
diese starke physische Nachfrage nach Gold in Asien. Vielleicht fühlen die Asiaten, dass hier in der westlichen Welt etwas seit Jahrzenten völlig aus dem Ruder läuft. Denn ein Chinese kauft sein Haus schon seit Jahrzehnten fast nur mit Eigenkapital, dann wenn er es sich leisten kann. Bis vor wenigen Jahren kannte man in China auch keine Kreditkarten.
In China könnte die Regierung ja vielleicht eines Tages eine eigene, mächtige, weil attraktive goldgedeckte Währung einführen. Das alte westliche Geld-System ist dann am Ende. Die Welt ist im Wandel und die wirtschaftlichen Mächte verschieben sich.
Alles fing damit an, dass die "westliche Welt" zu schnell wachsen wollte. Wachsen kann man auch mit technologischem Fortschritt...aber Wachstumsraten von 3-8% gehen nur auf Pump..(oder es handelt sich um ein Entwicklungsland)..das ist doch das eigentliche Thema. Wieso sehen die Goldinvestoren (die Politiker und die Wirtschaftswissenschaftler an den Unis) dies nicht? Wieso schauen die Investmentbanken und Analysten nur auf die aktuelle Inflationsrate?
Wie dekadent muss eine Gesellschaft sein?
Schaut nach Asien, dort liegt m.E. sehr bald das neue Zentrum der Welt.