juliehamburg.wordpress.com/2009/07/25/whrungsreform/
Wenn die Staatskunst an ihre Grenzen gelangt, manipuliert sie mit etwas herum, was eigentlich ewig währen sollte, das Sicherheit, das Gewähr für die Zukunft geben sollte: die Währung. Diese Währung wird dann reformiert, es gibt danach eine alte Währung, die noch in den Köpfen steckt, und eine neue Währung in den Geldbeuteln.
Obwohl eine Währungsreform eine Bankrott-Erklärung der Regierung darstellt, sie der größtmögliche Betrug am Volk ist, wird sie häufig von ihren Opfern begrüßt, weil sie ein noch größeres Chaos beendet.
Ich möchte in diesem Artikel drei Arten der Währungsreform unterscheiden: Die Währungsumstellung, den Währungsschnitt und die Hyperinflation. Die Reihung ergibt sich aus der Schwere der Auswirkungen. Den Anlaß für diesen Artikel geben Gerüchte im Internet, daß ein Währungsschnitt geplant sei. Ein möglicher Zeitpunkt dafür wäre die Phase 5, in der Notstandsgesetze für einen starken, rücksichtslos handelnden Staat sorgen.
Währungsumstellung
Eine Währungsumstellung haben wir alle in jüngster Zeit erlebt: den Übergang von der D-Mark zum Euro. Diese war ebenfalls mit einer Bankrott-Erklärung verbunden, nicht mit einem wirtschaftlichen Bankrott, sondern mit einem Bankrott der Demokratie. Die überwiegende Mehrheit des Volkes – je nach Umfrage 80% bis 95% – hat diese Umstellung abgelehnt, doch der Wille des eigenen Volkes zählt in der BRD-Spielart der Demokratie nur dann, wenn er den Willen der Volksvertreter bestätigt. Im Verfassungsersatz Grundgesetz steht, daß alle Staatsgewalt vom Volke ausginge, doch nirgendwo wird spezifiziert, wer dieses Volk ist. Der hoffnungsvolle Ruf von 1989 in Leipzig, “Wir sind das Volk!”, ist längst verhallt.
Eine Währungsumstellung bedeutet, daß nur ein Zahlenfaktor angewendet wird, Löhne und Preise in ihrer Kaufkraft vorher und nachher gleich bleiben. “Vorher” und “nachher” sind natürlich keine Begriffe mit Ewigkeitsgarantie. Im Wesentlichen sagt das aus, daß die Preise in der Woche davor so sind, wie in der Woche danach. Sie tauschen einen grünen Schein (20 Mark) in einen roten Schein (10 Euro) um und bekommen danach für diesen roten Schein das, was Sie zuvor für den grünen Schein bekommen haben. Im Dezember 2001 / Januar 2002 war das erfüllt.
Eine Währungsumstellung verändert nur die Skalierung, nicht jedoch die Größen selbst. Gemessen am Einkommen bleiben die Schulden gleich, sowohl die privaten als auch die des Staates. Die Politik hat damals immer wieder betont, daß diese Umstellung fair und gerecht vorgenommen worden ist, der Euro also nur Vorteile böte und keinerlei Nachteile. Die Nachteile werden sichtbar, sobald man den Zeithorizont erweitert.
Die Formulierung des französischen Präsidenten Mitterand hatte es ehrlich ausgedrückt: Der Euro ist Versailles ohne Krieg. Mit Versailles war natürlich nicht das Prunkschloß der französischen Könige gemeint, gewissermaßen das Gegenstück zu Kohls protzigem Kanzleramt, sondern die rücksichtslose Ausplünderung Deutschlands nach dem ersten Weltkrieg, durch Nationen, die heute als Mitglieder der EU wieder auf der Empfängerseite stehen. Der Versailler Vertrag hat einen ganzen Kontinent auf die Schiene zum zweiten Weltkrieg gesetzt.
Der Euro koppelte die Wirtschaft inflationärer Staaten (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien, Belgien, Frankreich) mit der Wirtschaft währungsstabiler Staaten (Deutschland, Österreich). Der Euro hat in den nicht einmal acht Jahren seiner Existenz als allgemeines Zahlungsmittel mehr als die Hälfte seines Wertes verloren. Die Europäische Zentralbank ist eben nicht die Bundesbank im neuen Gewand, sondern sie ist die Dienerin vieler Herren. Zu D-Mark-Zeiten mußte die Bundesbank die Wirtschaft zwischen den Zukunftsindustrien in Bayern und dem abgewirtschafteten Bergbau im Ruhrgebiet ausgleichen, zwischen schwäbischer Geschäftigkeit in Baden-Württemberg und den Sozialutopisten in Bremen. Die Gegensätze zwischen Griechenland und Finnland, zwischen Irland und Österreich sind weitaus größer.
Ein deutliches Zeichen ist die Schnelligkeit, mit der sich die Staaten entfremden. Das Ruhrgebiet hat über Jahrzehnte den Almenrausch in Bayern unterstützt, bevor sich diese mit abfälligen Bemerkungen über das schrottreife Technikmuseum rund um Essen bedankt haben. Der Aufstieg Irlands erfolgte raketenartig, weil viel stärker umverteilt worden ist. Doch dieser Aufstieg endete mit einem Knall, die Trümmer fallen immer noch auf uns herab. Was innerhalb Deutschlands nachhaltig geworden ist, entfachte innerhalb der EU nur Strohfeuer.
Die Wirtschaft der BRD hat durch den Euro internationale Konkurrenz bekommen. Auf diese Konkurrenz mußte sie reagieren, indem sie “wettbewerbsfähiger” geworden ist. Diese “Wettbewerbsfähigkeit” äußerte sich vor allem im Lohnsektor. Die ehemaligen Spitzenverdiener Europas, die hochprofitablen deutschen Arbeiter, die Höchstleistungen erbracht haben, standen nun in direkter Lohnkonkurrenz zu anderen Völkern. Dank der verordneten Unfähigkeit der Politik war es für große Unternehmen leicht, ihre Fabriken in der Walachei zu errichten, wo die gleichen Roboter die gleiche Qualität produzierten, wie einst in Deutschland. Hilfsarbeiter, die den Robotern die Magazine füllen, brauchen keine Ausbildung, bei denen zählt nur der Lohn.
Wenn Deutschland mit eigener Währung 350 Milliarden Mark Überschuß erwirtschaftet hatte, dann waren diese 350 Milliarden Mark Vermögenszuwachs in Deutschland. Wenn Deutschland heute 180 Milliarden Euro Überschuß erwirtschaftet, landet das auf den Konten der EZB. Unsere lieben Freunde aus der Währungsunion können mit diesem Geld ihre eigenen Außenhandelsdefizite ausgleichen, am Ende sind nur noch 10 Milliarden Euro übrig. 2009 besteht diese Gefahr übrigens nicht mehr, dank der Weltwirtschaftskrise sind die deutschen Exporte eingebrochen. Die Binnennachfrage kann sie nicht ausgleichen, dank der im Verlauf der letzten Jahre gesunkenen Einkünfte eines Großteils der Bevölkerung. Nur Manager haben in der Euro-Zeit einen Einkommenszuwachs über die Geldentwertung hinaus erlebt.
Der Euro hat den bildungspolitischen Morgenthau-Plan in die Endphase geführt. Obwohl Politiker die Kunst verstehen, nicht vorhandene Euros mehrfach auszugeben, ist für Schulen und Lehrer kein Geld übrig geblieben. Die Sozialetats explodieren, um ein Minimum an Einkommen zu ermöglichen, das durch die globalisierte “Wettbewerbsfähigkeit” ohne eigene Währungshoheit verloren gegangen ist. Dieses Geld fehlt in Schulen und Universitäten. Sinkende Reallöhne vermindern den Anreiz, sich den schweren Ausbildungen zum Techniker und Ingenieur zu unterziehen; wer es geschafft hat, findet im Ausland bessere Arbeitsbedingungen vor. Die latente Technikfeindlichkeit, fortwährend geschürt von linksgrünen Ideologen, tut ein übriges. Warum die Mühsal eines Ingenieursstudiums auf sich nehmen, wenn man mit einem Drittel des geistigen Aufwands “Master of Business Administration” werden kann und “im Management” das Dreifache bezahlt bekommt? Und das, ohne mit 40 zum “alten Eisen” gerechnet zu werden und bei Verlust des Arbeitsplatzes keine Neuanstellung zu finden?
Auch wenn eine Währungsumstellung zuerst so aussieht, als hätte sich nichts verändert, hat sie doch gravierende Auswirkungen. Eine Währungsumstellung ist der erste Schritt zur Unterwerfung einer Nation. Wer die Hoheit über seine Währung abgibt, verliert die Hoheit über seine Wirtschaft. Die “Deutschland AG” ist Geschichte, es gibt nur noch einige internationale Firmen, die altmodische deutsche Namen haben und diese weitgehend anglisieren. Dank des Euros kann die deutsche Regierung nur noch die eigene Wohnbevölkerung ausplündern, Großfirmen gestalten ihre Gewinnsituation länderübergreifend so, daß maximale Subventionen bei minimalen Steuerzahlungen anfallen.
Die gefährlichste Währungsumstellung von allen ist jene, bei der die Währung beibehalten wird, jedoch ihren Charakter verliert. Der US-Dollar von 1913 hat sich durch nichts vom Dollar des Jahres 1914 unterschieden, und doch war es eine völlig andere Währung geworden. 1913 unterstand der Dollar der amerikanischen Regierung, 1914 einer Zentralbank, die von jüdischen Bankhäusern eingerichtet worden war. Die Federal Reserve Bank, kurz FED, druckte ab dann den Dollar und kassiert seit damals dafür Zinsen. Der Umsturz kam einem Staatsstreich gleich: Die Abstimmung wurde abgehalten, als ein großer Teil der Abgeordneten bereits in die Weihnachtsferien verreist gewesen war. Der amerikanische Arbeiter wurde dadurch zum Sklaven der Hochfinanz, gerade gut genug, als Kanonenfutter in deren Raubkriege zu ziehen...............................
wertlos wird.
"Die Börse reagiert nur zu 10% auf Fakten, der Rest ist Psychologie!" (Kostolany)
"Selten war mehr als ein Zehntel der Bevölkerung an dem beteiligt, was man Geschichte zu nennen pflegt!" (Samhaber)