Die im gestrigen Kommentar angedeuteten Gefahren für Vermögensbesitzer möchte ich heute konkretisieren und durch ein Fallbeispiel für jeden nachvollziehbar gestalten. Wichtig ist auch zu verstehen, dass Vermögensbesitzer nicht die "Reichen" sind, sondern der deutsche Mittelstand. Nur dort können sich durch die Masse die erforderlichen Einnahmen für den Staat erzielen lassen. Alle anderen Aktionen, wie eine Vermögenssteuer mit Freibeträgen von 500.000 EUR wären nur kosmetische Aktionen, die zwar in der Öffentlichkeit gut verkauft werden könnten, die aber kaum Geld in die Kasse spülen würden.
Heute gilt: Der Staat braucht das Geld für sein Überleben. Noch gestern hatte er ausreichende Mittel, und die Politiker hatten nur nach einem Schuldigen gesucht, warum der Aufschwung der letzten Jahre nicht beim Normal-Bürger angekommen ist (in Wirklichkeit hat der Staat die Einnahmen des Aufschwungs zum Grossteil konsumiert). Da konnte die Partei DIE LINKE noch punkten - heute fürchten alle Parteien um ihre Pfründe. Alle sitzen jetzt in dem gleichen Boot - deshalb schreien auch alle gleichzeitig nach Steuer-Erhöhungen.
Der die letzten Tage zitierte Bericht des DIW zum Thema Vermögensbesteuerung zeigt die Richtung an, auf die wir uns vorbereiten müssen. Der Versuchs-Ballon Mehrwertsteuer-Erhöhung scheint wohl endgültig abgestürzt zu sein. Zu gross war das Sperrfeuer.
Erstens die Grundsteuer: Die Besteuerung des Wohneigentums stellt eine einfache Möglichkeit dar, das Vermögen zu besteuern. Der als Grundlage für die Berechnung dienende Einheitswert ist auf Basis Werte des Jahres 1964 berechnet und dürfte heute bei dem fünf- bis zehnfachen Wert liegen. Eine Änderung der Bemessungs-Grundlage könnte den Gemeinden erhebliche Geldmittel zuführen, die durch den Einbruch der Gewerbesteuer fehlen bzw zukünftig fehlen werden. Aber wie das DIW schon richtig bemerkt - die Grundsteuer würde eins-zu-eins über die Mietneben-Kosten besonders niedrige Einkommens-Gruppen treffen. Da Deutschland ein Land von Mietern ist, wird eine Erhöhung politisch nicht durchsetzbar sein. "Reiche" Eigentümer besteuern kann man, aber "arme" und "abhängige" Mieter nicht.
Zweitens: Die Vermögenssteuer. Diese hatten wir in Deutschland bereits schon einmal. Allerdings war die individuelle Erfassung mit so hohem Verwaltungs-Aufwand verbunden, dass die realen Einnahmen aus dieser Steuer nur im einstelligen Milliarden-Bereich lagen. Ein Vermögens-Steuer würde ausserdem zu einer Flucht des Geldes ins Ausland führen. Futsch wäre das Vermögen und damit auch die Steuer-Einnahmen.
Viel gefährlicher ist eine Vermögensabgabe. Mit dieser können in einer Einmal-Aktion grosse Geld-Beträge abgeschöpft werden. Bei der Vermögensabgabe wird das Vermögen mit einem Satz von beispielsweise 50 Prozent zwangsbelastet und der Steuerschuldige muss über einen Zeitraum von mehreren Jahren diese Schulden durch Zahlungen an den Staat abtragen. Diese gestaffelte Zahlung verhindert, dass der Belastete an seiner Schuld bankrott geht. Auf der anderen Seite sichert sie dem Staat ohne viel Aufwand gleichbleibende Einkünfte für viele Jahre. Eine Flucht ins Ausland ist nicht möglich, da das Vermögen zu einem Stichzeit-Punkt bereits besteuert ist. Will der Steuer-Pflichtige flüchten, dann verbleiben 50 Prozent des Wertes beim Staat.
Die Vermögensabgabe könnte zusammen mit einer Währungs-Reform und einer Hypotheken/Schulden-Ausgleichsabgabe kombiniert werden. Bei einer Währungs-Reform könnten Schulden beispielsweise 2 : 1 abgewertet werden, während Preise und Einkommen 1 : 1 umgestellt werden. Damit werden Schulden um 50 Prozent entwertet, aber auch die Gläubiger verlieren 50 Prozent ihres Geldvermögens. Damit sich die Hypotheken-Schuldsklaven nicht günstig entschulden, wird eine Hypotheken-Ausgleichsabgabe zu Gunsten des Staates erhoben. So werden aus 100.000 Schulden in der alten Währung zwar nur 50.000 Schulden in der neuen Währung. Aber der Staat belastet das Eigentum mit zusätzlichen 50.000 Schulden in der neuen Währung, die über mehrere Jahre als Zahlungen abzutragen sind. Nur der Staat entschuldet sich - alle anderen bleiben auf ihren Schulden sitzen.
Sie glauben nicht, dass der Staat so etwas machen kann: Dann googeln Sie einmal nach dem "Lastenausgleichs-Gesetz", das in Verbindung mit der Währungsreform erlassen wurde. Und unsere Politiker sind sicherlich sehr kreativ beim Finden von Gründen, warum man einen "Lastenausgleich" auch heute benötigt.
Der Staat verdient hier dreifach: Seine Schulden werden um 50 Prozent entwertet. Die Vermögensabgabe sichert ihm langjährige Einnahmen. Und auch die Hypotheken-Vergleichsabgabe sichert ihm langjährige Einnahmen. Das grosse Rad, das der Staat zur Zeit dreht, kann so für mehrere Jahrzehnte weitergehen. Ein Perpetuum Mobile für unsere Politiker. Alle Vermögens-Besitzer werden hier mit 50 Prozent besteuert - sei es nun durch die Währungs-Reform auf das Geld oder geldähnliche Werte (Lebensversicherungen, Rentenansprüche), auf Immobilien- und Firmenvermögen (ggf. auch Aktienvermögen) und auch die Schulden gehen nicht verloren.
Preisfrage: Welche Vermögensgegenstände verlieren in dieser Übergangs-Phase nicht ihren Wert ?
Das Gold-Kartell kriegt zur Zeit den Gold-Preis einfach nicht unter Kontrolle. Gestern konnte sich Gold auch im späten Access Handel über der Marke von $950 halten. Diese positive Entwicklung setzte sich heute früh in Asien fort. Dort konnte Gold immerhin $2 zulegen. Diese positive Entwicklung setzte sich im Londoner Handel fort, und der A.M. Fix kam stark mit $955,25 (EUR 671,34) zustande. Der Anstieg um $10 gegenüber dem gestrigen A.M. Fix zeigt, dass der Preis nicht nur durch Derivate-Geschäfte getrieben wird, sondern durch echte physische Nachfrage. Und das zu einer Saison, wo die Gold-Nachfrage tendentiell eher schwächer ist.
Während der ersten Handelsstunde der New Yorker COMEX wurde Gold dann jedoch von $955 auf unter $950 gedrückt. Der P.M. Fix kam mit $950,00 (EUR 668,07) zustande und zeigt, dass zusätzliches physisches Gold notwendig war, um den Preis-Anstieg unter Kontrolle zu halten. Die Gold-Spritze der Notenbanken half aber nur kurz und Gold sprang wieder auf $955 hoch. In der Folge wurde die Marke von $958 getestet. Das war dann aber zuviel des Guten, so dass Gold zum Ende des Handels an der COMEX auf $955 zurückfiel.
Gleich nach Ende des Handels an der COMEX setzte das Gold-Kartell "Plan C" um - Gold wurde im Access Handel wieder auf die Marke von $950 gedrückt. "Houston we have a problem" muss wohl die Nachricht aus dem Kartell-Hauptquartier gewesen sein.
Auch an anderer Stelle gab es ausreichend Probleme (nicht ablenken lassen durch die Kursfeuerwerke an den Aktien-Märkten): Der USDX konnte sich zwar nach anfänglicher Schwäche mit 78,8 wieder leicht in den positiven Bereich retten. Aber die Renditen der 10-jährigen Treasuries sind heute um 16 Basispunkte auf 3,7 Prozent gestiegen. Der Quotient aus beiden Werten erreichte heute mit 21,3 (Mittwoch: 22,5) einen Tiefpunkt der letzten 5 Wochen.
Der "Plan C" Angriff im Access Handel ist ein Hinweis auf eine bevorstehende Drückung am Freitag.
www.hartgeld.com/Ziemanns-gold-news.htm
"Die Börse reagiert nur zu 10% auf Fakten, der Rest ist Psychologie!" (Kostolany)
"Selten war mehr als ein Zehntel der Bevölkerung an dem beteiligt, was man Geschichte zu nennen pflegt!" (Samhaber)