Der Öffentlichkeit wird von den Politikern sowie Regierungssprechern ständig beteuert, dass durch den Hebel sich das Haftungsrisiko für Deutschland nicht ändere, da die Summe nach wie vor auf die 211 Mrd. € begrenzt wäre. Was die Herren (oder Damen) jedoch verschweigen ist, dass durch den Kredithebel die Wahrscheinlichkeit, dass die Garantien schlagend werden, erheblich größer wird. Bislang hat man uns vertröstet und gesagt, es handele sich ja „lediglich“ um Garantien, und bislang sei ja auch kein einziger Cent geflossen. Wenn ein Rettungsfond faule Staatsanleihen aufkauft so besteht wenigstens die Hoffnung, dass bei einer „Umschuldung“ ein Teil der Forderungen erhalten bleibt. Bei einem Kredithebel fließt diese Summe in die Ersthaftung und muss komplett abgeschrieben werden. Ohne auf die Hintergründe und Mechanismen näher einzugehen sollte jedem Bürger mit gesunden Menschenverstand klar sein, dass es eine höhere Versicherungsleistung nicht zum gleichen Tarif gibt. Das widerspricht jeder praktischen Erfahrung.
Auf der anderen Seite ist es auch schon scheißegal, mit welcher Garantiezusage unserer Volksverräter hausieren gehen, wenn der Euro-Laden sowieso bald auseinanderfällt. Die Gerüchteküche brodelt derzeit ja wieder mächtig.
Das Krisenmanagement hat bisher zwar hervorragende Arbeit geleistet in dem Sinne, dass Zeit gewonnen wurde. In dieser Zeit wurde jedoch nichts unternommen, was die Krise hätte entschärfen können. Es gibt mehr Zündstoff als je zuvor. Zeit zu schinden macht nur dann Sinn, wenn diese Zeit auch genutzt wird. Wahrscheinlich wurde sie sogar genutzt, aber nicht zugunsten der Bevölkerung. Für uns hat sich die Sache nur noch zum noch Schlimmeren gewandelt.
Wann der große Knall wirklich kommt, können wir leider auch nicht vorhersagen. Der Druck im Kessel wird ständig höher, doch wir wissen nicht, wie viel der Kessel aushält. Die Anzeige ist bereits seit längerer Zeit im roten Bereich. Ein Daueralarm hat leider den Effekt, dass die Leute mit der Zeit abstumpfen. Wenn nicht in den nächsten Tagen, Wochen, dann kommendes Jahr? Es hilft alles nichts. Wir können uns erst dann anders aufstellen, wenn die neuen Voraussetzungen tatsächlich geschaffen sind. Wie diese aussehen werden, darüber gibt es nur Vermutungen.
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