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Analysten pokern hoch für 2026 – Enttäuschungspotenzial wächst

Analysten setzen für 2026 auf starkes Gewinnwachstum, doch unterschätzen sie die Risiken hinter KI-Euphorie, hohen Bewertungen und möglicher Konjunkturflaute?
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Für 2026 dominiert derzeit ein klar positives Narrativ: Künstliche Intelligenz gilt als anhaltender Wachstumsmotor, die US-Notenbank dürfte die Leitzinsen noch zweimal senken, und zusätzliche Impulse könnten vom im Sommer beschlossenen Steuererleichterungsprogramm ausgehen.

Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass Analysten ambitionierte Erwartungen formulieren. Nach Daten von FactSet wird für die Unternehmen im S&P 500 im Jahr 2026 ein Gewinnwachstum je Aktie (EPS) von 14,5 Prozent prognostiziert.

Historische Erfahrung: Prognosen oft zu hoch

Ein Blick in die Vergangenheit spricht zunächst für Skepsis. Laut FactSet lagen die tatsächlich erzielten Gewinne je Aktie am Jahresende im Zeitraum von 2000 bis 2024 im Durchschnitt um 6,2 Prozent unter den Prognosen zu Jahresbeginn. Damit hätten Analysten die Gewinnentwicklung systematisch überschätzt.

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Bei näherer Betrachtung relativiert sich dieses Bild allerdings. Die Abweichung wird maßgeblich durch vier Ausnahmejahre verzerrt: 2001 (die Anschläge vom 11. September), 2008 und 2009 (globale Finanzkrise) sowie 2020 (Covid-Pandemie). Diese Ereignisse waren kaum vorhersehbar und führten zu massiven wirtschaftlichen Verwerfungen.

Rechnet man diese Jahre heraus, schrumpft die durchschnittliche Differenz zwischen Prognose und Realität auf lediglich 0,9 Prozent. Mit anderen Worten: In einem "normalen" makroökonomischen Umfeld liegen Analysten erstaunlich nah an der tatsächlichen Gewinnentwicklung.

Warum trotzdem so viele Überraschungen gemeldet werden

In nahezu jeder US-Berichtssaison übertreffen rund 80 Prozent der Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Unternehmen kommunizieren ihre Erwartungen im Laufe eines Quartals häufig vorsichtig, was Analysten dazu veranlasst, ihre Schätzungen schrittweise nach unten anzupassen. Die Ausgangsprognosen zu Jahresbeginn sind dadurch tendenziell zu hoch, werden aber im Verlauf des Jahres gezielt reduziert.

Das Ergebnis sind positive Überraschungen bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen – ohne dass sich die langfristige Gewinnentwicklung fundamental geändert hätte.

Analysten setzen auf Gewinne

Diese Sichtweise spiegelt sich auch in den jüngsten Einschätzungen großer Investmenthäuser wider. Bei Bank of America (Bank of America Aktie) erwartet man kein weiteres Ausnahmejahr für den S&P 500. Savita Subramanian, Equity- und Quant-Strategin der Bank, sieht den Leitindex 2026 bei rund 7.100 Punkten.

Der Antrieb soll dabei fast ausschließlich von den Gewinnen kommen. Subramanian rechnet mit einem EPS-Wachstum von rund 14 Prozent, warnt jedoch zugleich vor Gegenwind auf der Bewertungsseite.

Auch bei UBS bleibt man optimistisch. Arend Kapteyn, Global Head of Economics and Strategy Research, sieht den S&P 500 2026 bei etwa 7.500 Punkten. Diese Prognose impliziert ein Aufwärtspotenzial von knapp zwölf Prozent und basiert ebenfalls auf einem erwarteten Gewinnwachstum von rund 14 Prozent.

Kapteyn räumt jedoch ein, dass hohe Bewertungen kurzfristig belasten könnten. Die Gewinn- und Bewertungskennzahlen lägen "auf einem der höchsten Niveaus seit vier Jahrzehnten".

Autor: Ariva-Redaktion/pg


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