In Vorbereitung auf eine weitere Reise nach Weimar und Jena beschäftige ich mich mal wieder ausgiebig mit Goethe und Schiller und es lohnt sich immer wieder.
Bevor Friedrich Schiller sich mit Goethe aussöhnte, weil auch von ihm in Jena gefördert, nannte er ihn einmal einen kaltherzigen Egoisten, der es sich in Weimar als Geheimrat und Freund des Herzogs Carl August gut ergehen ließ und dem die einfachen Menschen herzlich gleichgültig waren. Er sei ein Snob gewesen.
Ein anderer Dichter, Jakob Lenz fiel in Ungnade, weil auch er dies öffentlich an Goethe bemängelte und auch versuchte ihn bei Frau von Stein auszustechen, nachdem er vorher schon bei Friederike Brion, Goethes ehemaliger Geliebten in Straßburg, sein Glück versucht hatte, allerdings ohne Erfolg.
Von einem großen Bewunderer und Nacheiferer Goethes und dessen Freund wurde er zum Apostat bis Goethe ihn fallen ließ.
Goethe war allerdings auch nachtragend und eifersüchtig und sah in Lenz einen ernsthaften Konkurrenten und sorgte bei einem gegebenen Anlaß, Lenzens mysteriöser Eseley (sic) dafür, daß dieser Weimar verlassen mußte.
Ich bin bestrebt herauszufinden um welche Eseley es sich dabei gehandelt haben mag und habe auch einen ganz bestimmten Verdacht. Dazu ein andermal aus Weimar, wo ich hoffe durch Befragung eines Experten Hinweise für meine VT zu finden, die mein ideales Bild von Goethe ins Wanken bringen könnten, wie seinerzeit das von Humboldt. Die leidige Geschichte mit den Hunden und Krokodilen. Aber ich schweife ab.
Nicht anders erging es Heine 46 Jahre später, als er bei Goethe 1821 in Weimar vorstellig wird und von diesem sehr herablassend und beleidigend abserviert wird. Goethe wußte sicher, daß ihm in diesem Nachahmer eine echte Konkurrenz erwuchs, nachdem Heines Buch der Lieder auf Anhieb ein Publikumserfolg wurde.
Wo viel Licht, da auch viel Schatten. So auch bei Goethe, der charakterlich und auch moralisch dem echten Aristokraten und unterhaltsameren Dramatiker Schiller nicht gewachsen war.
Goethe wurde erst 1782 geadelt und hat in seiner Autobiographie, Dichtung und Wahrheit, so gut wie garnicht von seinem Großvater väterlicherseits, Friedrich Georg Göthé, übrigens ein Thüringer, für den er sich schämte, geredet, der als Schneidermeister, Gastwirt und Weinhändler in Frankfurt am Main so reich wurde, daß sein Sohn, Johann Caspar Goethe, finanziell unabhängig wurde und dann auch seinem Sohn Johann Wolfgang Goethe die beste Privaterziehung angedeihen lassen konnte.
Ich werde wieder einmal die Häuser der Beiden in Weimar besuchen und mir sehr viel Zeit und Muße dabei nehmen.
Ich weiß, ihr brennt schon darauf die Fortsetzung dieses Thrillers demnächst aus meiner Feder fließen zu sehen :))
Kommt der Mut, geht der Hass.