
Zum Wochenauftakt: Earnings-Crash bei SUSS MicroTec!
Nach einer längeren Schwächephase meldete sich die Aktie von SUSS MicroTec in den vergangenen Monaten eindrucksvoll zurück. Angetrieben vom KI- und Halbleiterboom gelang eine Erholung von rund 24 auf knapp 63 Euro. Selbst vom Ausbruch des Iran-Krieges zeigten sich Anlegerinnen und Anleger unbeeindruckt. Bis zuletzt stand hier gegenüber dem Vormonat ein Gewinn zu Buche. Seit dem Jahreswechsel hat sich das Papier um rund ein Drittel verteuert.
Doch am Montag muss SUSS MicroTec Federn lassen, nachdem das Unternehmen seinen Geschäftsbericht zum abgelaufenen Fiskaljahr vorgestellt hat. Für Enttäuschung sorgen vor allem der Ausblick und die unbefriedigende Margenentwicklung.

2025 war ein voller Erfolg, doch jetzt droht Ungemach
Im Geschäftsjahr 2025 konnten die Erlöse um 12,6 Prozent auf 503,2 Millionen Euro gesteigert werden – ein neuer Umsatzrekord in der 77-jährigen Geschichte des Unternehmens, wie SUSS MicroTec in seiner am Morgen veröffentlichten Meldung mitteilte. Damit wurde das obere Ende der unternehmenseigenen Prognose von 470 bis 510 Millionen Euro erreicht. Bei Lösungen für das Packaging von Halbleitern kletterten die Erlöse um 10,7 Prozent auf 349,7 Millionen Euro, im Bereich Photomasken legte der Umsatz um 17,3 Prozent auf 153,4 Millionen Euro zu.
Das starke Geschäftswachstum ging allerdings zulasten der Margen. Nach einer starken Bruttomarge von 39,6 Prozent im Geschäftsjahr 2024 fiel die Ertragsspanne nun auf 35,7 Prozent zurück. SUSS MicroTec begründet den Rückgang mit einem unvorteilhaften Produktmix sowie "temporär" gestiegenen Belastung durch Produktionsanläufe bei den Kunden des Unternehmens. Auch die EBIT-Marge verzeichnete einen deutlichen Rückgang von 16,7 auf 13,1 Prozent.
"Übergangsjahr" mit sinkenden Erlösen und schwächeren Margen
Dieser Trend soll sich nach Einschätzung des Managements um CEO Burkhardt Frick 2026 fortsetzen. Während die Bruttomarge mit 35 bis 37 Prozent und damit im Rahmen des vergangenen Jahres angegeben ist, soll die EBIT-Spanne auf nur noch 8 bis 10 Prozent zurückfallen – eine Folge rückläufiger Erlöse (425 bis 485 Millionen Euro) einerseits und höheren Kosten für Forschung und Entwicklung andererseits.
„Auch wenn wir aus rein finanzieller Sicht in diesem Jahr einen kleinen Rückschritt erwarten, ist 2026 insbesondere im Hinblick auf die innovativen, neuen Lösungen, die wir in den Markt einführen werden, ein strategisch wichtiges Übergangsjahr für SUSS", so die Erklärung des Vorstandsvorsitzenden.

Chartbild trübt sich erheblich ein, weitere Verluste zu befürchten
Die Kombination aus Umsatz- und Margenrückgang lässt Anlegerinnen und Anleger zum Wochenauftakt die Flucht ergreifen. Die schmeißen ihre bis zuletzt stark gelaufenen Aktien auf den Markt und sorgen damit für einen deutlich zweistelligen Einbruch der Anteile. Auf fast 18 Prozent beliefen sich allein in der Vorbörse die Verluste.
Damit droht eine dramatische Verschlechterung des Chartbildes. Die am vergangenen Freitag mit Ach und Krach noch verteidigte 50-Tage-Linie ist unterschritten, womit der Bruch des Aufwärtstrendkanals besiegelt ist. Außerdem reißt die Unterstützung bei 50 Euro, während 45 Euro unter Druck gesetzt werden.
Angesichts der bearishen Divergenzen im RSI sowie des MACD-Crossings könnte die Schwäche vorerst anhalten. Können 45 Euro am Montag nicht verteidigt werden, dürfte ein Test der 200-Tage-Linie bei 39,30 Euro unausweichlich sein.
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Fazit: Das könnte noch nicht alles gewesen sein
Für das starke Geschäftsjahr 2025 wurde die Aktie von SUSS MicroTec in den vergangenen Wochen und Monaten hinreichen belohnt, deshalb sorgt der schwache Ausblick für 2026, die Rede ist von einem "Übergangsjahr", vor nachvollziehbare Enttäuschung am Markt, über die auch ein zuletzt starker Auftragseingang (117,5 Millionen Euro in Q4) nicht hinwegtrösten kann.
Die Unternehmensbewertung war zuletzt ohnehin ambitioniert und wird nun entsprechend korrigiert. Am unteren Ende der Prognose droht ein EBIT von gerade mal 34 Millionen Euro, was zu einem EV/EBIT-Verhältnis von 25,4 führen würde – der Branchendurchschnitt liegt bei 16,7. Sollte bei SUSS MicroTec jetzt der Worst Case eingeplant werden, könnte es selbst nach dem Einbruch am Montag nochmal eine ganze Ecke tiefer gehen.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
