Weniger Geld für Arbeitslose


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Hill:

Weniger Geld für Arbeitslose

 
19.10.02 21:33

Weniger Geld für Arbeitslose

 
Herbstgutachten: Das Wachstum sinkt weiter. Die Bundesregierung will bei Erwerbslosen 1,3 Milliarden Euro sparen
 
Berlin sob/-ng - Arbeitslose sollen künftig weniger Geld erhalten. Nach Informationen von WELT am SONNTAG will die Bundesregierung damit bereits im nächsten Jahr rund 1,3 Milliarden Euro einsparen.

Die Zahlungen an Arbeitslose mit Kindern würden künftig von 67 auf 60 Prozent des letzten Nettolohns gekürzt, stattdessen gebe es eine Pauschale von 35 Euro im Monat, berichtet der "Spiegel". Erwerbslose, die umschulen, sollen nicht mehr länger Arbeitslosengeld beziehen als andere Arbeitslose. Auch die Arbeitslosenhilfe soll für den Zeitraum einer Fortbildung nicht mehr aufgestockt werden. Zudem werde das Arbeitslosengeld künftig nicht jährlich an die Lohnentwicklung angepasst.

Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums bestätigte die Pläne gegenüber WELT am SONNTAG. Sie seien "Teil des Hartz-Konzepts und eng geknüpft an das Vorhaben, Arbeitslose künftig schneller in Jobs zu vermitteln".

Die Arbeitgeber begrüßten das Vorhaben: "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Das System wird damit vereinfacht, falsche Anreize werden zurückgenommen", sagte Christoph Kannengießer, Arbeitsmarktexperte der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, dieser Zeitung. Er kritisierte das Vorhaben aber als "nicht weit gehend genug". Die Bezugszeit des Arbeitslosengeldes müsse verkürzt und die Arbeitslosenhilfe mit der Sozialhilfe zusammengelegt werden. Zudem bezweifelt der BDA-Mann das von Rot-Grün angesetzte Einsparvolumen. Die Maßnahmen könnten frühestens für jene greifen, die nach dem 1. Januar 2003 arbeitslos würden.

Die Wachstums-Aussichten trüben sich unterdessen weiter ein. Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute werden in ihrem für Dienstag erwarteten Herbstgutachten ihre Prognose für 2003 drastisch auf 1,4 Prozent senken; ein Institut rechnet sogar nur noch mit 0,9 Prozent. Im Frühjahr hatten die Institute für 2003 noch eine Wachstumsrate von 2,4 Prozent vorausgesagt. Für 2002 sehen sie nur noch ein Wachstumsplus von 0,4 Prozent. Der frühere Wirtschaftsweise Rolf Peffekoven bezweifelt angesichts der Haushaltslage, dass die für 2004 und 2005 vorgesehenen Steuersenkungen überhaupt stattfinden können.

Nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Eichel kommen auf die staatlichen Haushalte weitere hohe Einnahmeausfälle zu. Es spreche alles dafür, dass die meisten Länderhaushalte für 2003 "verfassungswidrig" seien, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Eichel und Außenminister Fischer (Grüne) plädierten zudem für "mehr Flexibilität" bei der Auslegung des EU-Stabilitätspakts.

Fischer sagte: "Wenn die Konjunktur schlecht ist, müssen wir uns höher verschulden können." Eichels Staatsdefizit soll nach Berechnungen seines Hauses 2002 sogar auf 3,5 Prozent steigen.

WELT am SONNTAG

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estrich:

Dann sinkt auch der Konsum

 
20.10.02 10:33
Hast Du Arbeit, dann  sind das 60 Wochenstundenjobs. Der Kühlschrank bleibt leer, keine Zeit zum Einkaufen. Wirst Du entlassen, dann soll Dir die Knete gekürzt werden. Wer soll denn da noch konsumieren?

Schlechtes Konzept!

MfG

© Eastrich


                                     Money won't change you - Time won't change you - Weniger Geld für Arbeitslose 822962
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Nobody II:

@Estrich

 
20.10.02 11:35
Unsere Volskwirtschaft ist nicht so konsumlastig wie die Amis, aber wenn die Angebotsseite und der Export schwächelt, dann ist es vorbei. Der Konsum gewinnt immer mehr an Bedeutung, aber das interessiert keinen.

Wir fördern aber immer mehr die Angebotsseite (Steuerreform) bloß dass die nur soviel produzieren (soll/kann) wie man auch verkaufen kann, daran denkt in Dt. keiner. Dieses Problem bekommen wir aktuell zu spüren.

Der Staat muß seine Wirtschaftspolitik mehr auf den Konsum ausrichten - dann klappts auch wieder mit den Steuereinnahmen.

Mehr Geld für Konsum - Sicherheit und Vertrauen in persönl. Situation (Diskussion über Spekusteuer ist blankes Gift) - (da bleibt das Geld lieber auf der hohen Kante)- mehr Nachfrage - höhere Preise - mehr Umsatz und Absatz - höhere Unternehmensgewinne - mehr absolute Steuereinnahmen - mehr absoluter Gewinn - mehr Investitionen !

Gruß
Nobody II
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Reinyboy:

US-Komsum vor Einbruch ?????

 
20.10.02 12:30
Ich meine ja !!!

Zu viele neue Häuser und neue Autos, getrieben durch günstige Kredite und noch nie dagewesen Rabatte bei den Autos, wurden in den letzten Monaten verkauft und haben nun die Kreditlimits bei vielen US-Konsumenten ausgeschöpft.

Es leiden bereits Retailer unter stonierten Abbuchungen von Kreditkarten, ganz abgesehen von einem generellen Nachfrageschwund.

Das Job-cutting in USA geht auch unvermindert weiter. Zwar mag dadurch kurzfristig der Gewinn einiger Konzerne steigen, wie es nun auch z.T. an den Quartalszahlen ablesbar ist. Mittelfristig wird aber der Stellenabbau, wenn er so weitergeht ein wirtschaftlicher Harakiri.

Die Abwärtsspirale ist noch nicht beendet, bestenfalls dürften sie sich erst im Mittelfeld eines möglichen Bodens befinden.

Autos halten i.d. Regel 10 Jahre, US-Häuser 30-50 Jahre. Also wer soll da in nächster Zeit für nen Nachfrageschwung sorgen??

Auch wird es zwangsläufig in der nächsten Zeit in USA zu fallenden Immobillienpreisen kommen, aufgrund von Zwangsverkäufen, Angebotsüberhang und Nachfragerückgang .


Der Chart von Fannie May, der gerade zum Pullback an die Abwärtstrendlinie angesetzt hat, läßt das auch schon erahnen.


Die aktuelle Börsenralley wird sich wieder als Strohfeuer entpuppen und mit einem roundingtop verabschieden, wenn keine politischen Faktoren für nen scharfen Einbruch sorgen.

Spätestens nächstes Jahr gibt neue Tiefstkurse in allen Aktienindzies.




Grüße       Reiny


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prolet:

Vielleicht braucht Ihr alle bald

 
20.10.02 16:43
meine URL: www.erwerblose.de
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prolet:

entschuldigung war nich richtig

 
20.10.02 16:44
meine URL: www.erwerbslose.de
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