2.1. Trends auf dem Kunstmarkt
o Derzeit herrscht auf dem Kunstmarkt seitens Sammler und Händlern eine abwartende
Haltung vor. Es wird Geld für investiert und für Kunstwerke, die beson-
ders selten auftauchen. Das Kapital ist da, aber es fehlt derzeit die Bereitschaft, es in der
Breite im Kunstmarkt auszugeben.
Es wird heute anders gekauft als in den vergangenen Jahrzehnten. Modetrends bestim-
men den Markt. Die aktuelle Käufergeneration verfügt über wesentlich weniger Wissen
als vorangegangene Generationen.
Die heutigen Sammler kaufen weniger gezielt, sondern eher intuitiv das, was günstig er-
scheint und optisch attraktiv ist. Des Weiteren werden Namen/Brands enryorben. Die
kunstgeschichtliche Bedeutung spielt eine deutlich geringere Rolle
Es wird weiterhin auf Events (Messen) gekauft und vermehrt online Kunst erworben. Ein
Anbieter, der nur online präsent ist, hat aber Probleme, eine breite Zielgruppe zu errei-
chen.
a
a
3
a
a
a
Der Kunsthandel sieht sich aufgrund dieses Käuferverhalten gezwungen, ein hybrides
Verkaufsmodel anzubieten. Erfolgreich ist, wer Kunstwerke online, aber auch in points of
Sale physisch anbietet.
Ein weiterer Trend ist, dass die Anzahl der Galeristen und Kunsthändler sukzessive ab-
nimmt. Kosten und Risiken steigen - es wird schwerer, Finanzierungen zu erhalten. Die
Kunsthändler werden ihre bisherige Stellung im Kunstmarkt voraussichtlich in den nächs-
ten Jahren weitgehend verlieren und es ist davon auszugehen, dass die Geschäfte zu-
künftig mehrheitlich über Auktionshäuser und elektronische Handelsplattformen abgewik-
kelt werden.
2.2. Auswirkungen auf die ArtXX AG
o Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2024 nennenswerte Umsatzverluste gegenüber
2023 zu vezeichnen was, zum ersten Mal seit dem Bestehen der ArtXX AG, zu einem
Jahresverlust in der Erfolgsrechnung der Gesellschaft führte. Positiv zu vermerken ist,
dass die Margen auf hohem Niveau verblieben sind.
r Die Umsatz- / Volumenverluste sind auf die Entwicklung des Kunstmarktes seit dem über-
fall Russlands auf die Ukraine zuführen. Den kriegerischen Entwicklungen folgten lnflati-
ons- und Zinssteigerungen sowie ein Abschwung der Weltwirtschaft und damit einherge-
hend eine gedämpfte Konsumstimmung - insbesondere im Luxusgüterbereich. lm Ge-
gensatz zu der, anlässlich der letzten Generalversammlung, geäusserten Vermutung ent-
wickelte sich auch der amerikanische Kunstmarkt, welcher in den Jahren 2022 sowie 2023
erfreulich stabil war, im vergangenen Jahr negativ. Dies wirkte sich nochmals erschwe-
rend auf die Lage der ArtXX AG aus, da ein nennenswerter Anteil der Umsätze der Ge-
sellschaft in den USA getätigt wird.
Unter Beachtung der allgemeinen Trends im Kunstmarkt und deren konkreten Auswirkungen
auf die ArtXX AG ergeben sich für sie aktuell folgende Optionen:
- Aufbau eines eigenen Brands, um darüber zu expandieren;
- Übernahme einer Gesellschaft mit einem bereits gefestigten Brand;
- Rückzug aus der Produktion und dem Kauf von Editionen und in der Folge Übernahme
einer reinen Vermittlerrolle, mit wesentlich geringeren lnvestments und Risiken bei al-
lerdings auch deutlich reduzierten Margen.
2.3. unmittelbarer und mittelbarer Handlungsbedarf für die Artxx AG
. Die ArtXX AG steht vor einigen Herausforderungen. lm Vordergrund steht derzeit ein Kos-
tenreduktionsprogramm, da die Kosten für die Gesellschaft in der Schweiz viel zu hoch
für die verhältnismäßig geringe Umsatzgröße sind. Alle Dienstleistungen für die ArtXX AG
könnten von Deutschland aus viel günstiger erbracht werden. Mithin steht somit zur Dis-
kussion, ob eine Sitzverlegung der ArtXX AG nach Deutschland in Enruägung zu ziehen
4
a
a
ist, nachdem es kaum eine Rolle spielt, ob ihr Geschäftsmodell von der Schweiz oder von
Deutschland aus umgesetzt wird. Die vorgenommenen Abklärungen haben allerdings er-
geben, dass eine Sitzverlegung und somit kompletter Umzug der Gesellschaft nach
Deutschland, insbesondere aus rechtlicher und steuerrechtlicher Sicht, schwierig umset-
zen ist. Sodann spricht für die Beibehaltung des Sitzes der ArtXX AG in der Schweiz resp.
in Zug weiterhin der Steuervorteil, welcher allerdings erst dann wieder greift, wenn die
Gesellschaft Gewinne erzielt. Eine abschliessende Entscheidung wurde vom Vennral-
tungsrat der ArtXX AG noch nicht getroffen. Es müssen zuerst noch weitere Abklärungen
vorgenommen werden. Hingegen wurden erste Entscheide hinsichtlich der Kostenreduk-
tion bereits wie folgt getroffen:
. Die Buchhaltung der ArtXX AG soll ab 2026 nach Deutschland ausgelagert werden.
ln Deutschland betragen die Kosten für die Buchhaltung etwa die Hälfte der Kosten
in der Schweiz.
Die Warenbewirtschaftung verbleibt weiterhin in der Schweiz, weshalb neue Lager-
räumlichkeiten zur Miete gesucht werden.
Die Organisation des Verkaufes hängt nicht vom Sitz der Gesellschaft ab. Verkäufe
können somit standortunabhängig getätigt werden. ln diesem Sinne ist nicht auszu-
schliessen, dass die Organisation des Verkaufes der ArtXX AG zukünftig von
Deutschland aus abgewickelt wird und somit der Mietvertrag der Geschäftsräumlich-
keiten inZug aufgekündigt und damit die teure Miete von Geschäfts- und Lagerräum-
lichkeiten eingespart wird. Die aktuelle Laufzeit des Mietvertrages geht bis zum
30.09.2026.
Mittelfristig ist die Zusammenarbeit mit weiteren erfolgreichen Gesellschaften und Teil-
nehmern auf dem Kunstmarkt, allenfalls sogar der Enryerb einer solchen Gesellschaft,
nicht ausgeschlossen. Die ArtXX AG arbeitet derzeit daran, die Möglichkeiten in diesen
Bereichen auszuloten. Allerdings ist es anspruchsvoll, eine auf dem Kunstmarkt profitable
Gesellschaft zu einem fairen Preis zu erwerben und diesen Kauf auch finanziert zu be-
kommen.
Die ArtXX AG darf nicht den sich ins positive abzeichnende Trend 2026 auf dem Kunst-
markt verpassen. Entsprechend muss das notwendige Fachwissen und die Erfahrung im
Management der Gesellschaft weiterhin sichergestellt werden. Hingegen sind die bereits
ergriffenen Sparmassnahmen beim unterstützenden Personalweiterhin umzusetzen.
a
a
5
2.4. Abschliessende Gedanken des Präsidenten
Hinsichtlich der Zukunft auf dem Kunstmarkt ist der Präsident der ArtXX AG vorsichtig optimis-
tisch. Es zeichnet sich der Trend ab, dass sich der Kunstmarkt ab 2026 wieder positiv entwi-
ckeln könnte. Dabei wird allerdings nicht mehr davon ausgegangen, dass dieser (neue)
Kunstmarkt vergleichbar mit jenem vor und während der Covid-Jahre sein wird. Es wird zu
einer weiteren Marktbereinigung bei den Kunsthändlern, Galeristen und Kunstverlegern kom-
men. Die verbleibende Marktteilnehmer werden zu einer vermehrten Zusammenarbeit ge-
zwungen sein oder sich gar mit grösseren, kapitalkräftigeren Marktteilnehmern zusammen-
schliessen müssen.
Hinsichtlich der konkreten Ausgangslage der ArtXX AG ist der Präsident zuversichflich, dass
auch sie vom positiv entwickelnden Kunstmarkt ab 2026 profitieren und damit den Turnaround
schaffen kann. Er drückt seine große Zufriedenheit über die Leistung des Teams der ArtXX
AG aus, obwohl die Gesellschaft im vergangenen Jahr seit ihrem Bestehen den ersten Verlust
schrieb. Ferner ist er zuversichtlich, dass die ArtXX AG ein neues, passendes Geschäftsmo-
dell finden wird, welche den Anforderungen im aktuellen Kunstmarkt gerecht wird und das
Unternehmen wieder über die Gewinnschwelle führt.
2.5. Erläuterungen zur Jahresrechnung 2024
Nach diesen mündlichen Darlegungen kommentiert der Präsident die Jahresrechnung 2024
und erläutert insbesondere nachfolgende Kennzahlen:
o Weiterererheblicher Rückgang des Nettoerlöses von EUR 3'848'831 auf EUR 2'044'gO4
. Rückgang des EBITDA von EUR 585'138 auf EUR 52'460
. Erstmaliger Verlust von EUR 225'220
o Minimale Erhöhung der Bilanzsumme von EUR 12'043'758 auf EUR 12'084'000
o Rückgang des Eigenkapitals von EUR 7'158'640 auf EUR 6'819'920
lm Nachgang zu diesen Erläuterungen des Präsidenten räumt der Vorsitzende dem plenum
noch die Möglichkeit zur Fragestellung und Wortmeldungen ein. Nachdem keine Wortmeldun-
gen ergehen, beantragt der Vorsitzende, den Geschäftsbericht sowie die Jahresrechnung für
das Geschäftsjahr 2024 zu genehmigen.
Nach Beschlussfassung in offener Abstimmung gibt der Vorsitzende bekannt, dass die Gen-
realversammlung den zu diesem Traktandum vorliegenden Antrag einstimmig unverändert be-
schlossen und angenommen hat.