Welche Börse wird 2006 am meisten steigen?


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shaker:

Welche Börse wird 2006 am meisten steigen?

 
03.05.06 21:42
Libuda:

Nasdaq wird Superbörse 2006

 
03.05.06 22:40


Unter der Überschrift "US-Firmen vor Investitionszyklus?" konnte man vor einiger Zeit in Euro am Sonntag lesen:

"Über eine halbe Billion Dollar Cash haben die Konzerne auf der hohen Kante.

Corning als Anführer einer neuen Welle von Investitionen - das war vor einigen Jahren eher unwahrscheinlich. Nachdem in den 90er Jahren eine Multimilliarden-Dollar-Wette auf Glasfaserleiter schiefgelaufen war, wurde der Hersteller von Glas- und Hightech-Keramik, einer der Weltmarktführer, vorsichtig und sparsam.

Bei guten Gewinnen wurde Cash angehäuft. Das erst jetzt wieder investiert wird. Noch 2003 investierte Corning bescheidene 366 Millionen Dollar. Doch 2006 will das Unternehmen 1,5 Millioarden Dollar für den Ausbau einer Fabrik für Flüssigkristallanzeigen in Taichung in Taiwan und einer Keramikanlage für dieselfreie Produkte in Erwin, New York, ausgeben.

"Wir haben plötzlich neue Möglichkeiten gesehen", erklärte James Flaws, Finanzvorstand von Corning. Überall in den USA beginnen Unternehmen damit, ihre Cash-Bestände wieder zu investieren. In den letzten Jahren verzeichneten sie starkes Wachstum und Rekordprofite, aber als sie an die Grenzen ihrer Kapazitäten stießen, standen sie vor der Wahl, entweder das Wachstum zu stoppen oder zu expandieren. Aktuelle Zahlen zeigen, dass sie sich in jüngster Zeit wieder für die Expansion entscheiden."

Einige von Euch werden jetzt sicher anmerken, dass das für die Börse nicht unbedingt gut sein müsse, da jetzt Geld von den Finanzanlagen in Sachinvestitionen umgelenkt wird. Meine Antwort darauf ist JEIN. Richtig ist, dass die Kapitalmarktzinsen durch die Investitionen eher nach oben beeinflusst werden, was sich negativ auf die Aktienmärkte auswirken müsste. Andererseits sind Zinssteigerungen, vermutlich höhere als eintreten werden, in den momentanen Kursen schon antizipiert. Und außerdem stehen diesen negativen Zinswirkungen positive Ertragsaspekte bei den Ausrüstern der Firmen gegenüber. Dabei dürften meines Erachtens die Anbieter von Software für Firmen am meisten profitieren, denn hier hat man die Investitionen in den letzten Jahren noch stärker hinausgeschoben als bei "greifbaren" Gütern. Diese Firmen dominieren die Nasdaq und bei ihnen wird der gewinnsteigernde Effekt höherer Investitionen den negativen Aspekte höherer Kapitalmarktzinsen durch steigende Investitionen übertreffen. Bei den Dow-Werten wird es genau umgekehrt sein: Sie sind ausgereizt, also für ihr Gewinnwachstum ausreichend bezahlt, und bei ihnen wird die Zinskomponente dominiernder sein.

Fazit: Wir werden gespaltene Märkte haben wie nie seit der Technologieblase, als die Nasdaq outperformte, und ihrer Korrektur, die sie mehrfach stärker vornahm als der Dow. Die Nasdaq wird den S&P 500, vor allem aber den DOW haushoch outperformen.

Sehr diffenziert wird der Kursanstieg meines Erachtens allerdings sein. Die defensiven Werte, z.B. die Konsumaktien, haben ein ausreichendes Kursniveau. Dagegen wird Gewinnwachstum immer noch völlig unzureichend bezahlt. Es ist nun einmal Fakt, dass bei einem Gewinnwachstum von 10% pro Jahr sich der Gewinn in sieben Jahren verdoppelt hat und somit das KGV nur noch halb so hoch ist. Aber dieser Effekt wird nachwievor fast völlig ausgeblendet, weil sich die extreme Risikoaversion entgegen den Behauptungen der Weltuntergangsfraktion seit ihrem tiefsten Stand in der Blase nach unten fast noch überhaupt nicht zurückgebildet hat. Die bisherigen Kurssteigerung sind nicht das Ergebnis veränderter Risikoeinschätzungen, sondern von Gewinnverdoppelungen pro Aktie, sodass sich an den Bewertungsrelationen nichts verändert hat.

Die Devise in den USA heißt also: Raus aus den Konsumaktien, nicht weil ich den Konsum einbrechen sehe - dazu sind die Einkommenssteigerungen zu hoch, die wesentlich wichtiger sind als Vermögenseffekte, die unsinnig aufgeblasen werden - , sondern weil die Konsumwerte im Vergleich zu wachstumsstärkeren Aktien überbewertet sind.

Noch eine Ergänzung aus Euro am Sonntag:

"2,1 Millionen neue Arbeitsplätze wurden von Februar 2003 bis Februar 2006 geschaffen und in einer Befragung der Fuqua School of Business sagten über 300 Führungskräfte, dass sie innerhalb des nächsten Jahres ihre Investitionen um durchschnittlich 6,5% Prozent erhöhen wollen. Trotzdem ist das wesentlich weniger als noch vor ein paar Jahren.

Wir warten schon lange darauf, dass die Firmen ihre Portemonnaies wieder öffnen", sagt John Graham, Fuqua-Finanzprofessor. "Sie haben die Geldbeutel zwar noch nicht allzu weit aufgemacht, aber die Richtung stimmt." Seit der Jahrtausendwende haben US-Konzerne ihr Geld zusammengehalten - im Gegensatz zu den Verbrauchern und der Regierung. Zusammen mit dem auflebenden Wachtum in Japan und Europa könnten die Investitionen die globale Wirtschaft ankurbeln. "Die Tatsache, dass wieder Geld investiert wird und Leute angestellt werden, ist auf jeden Fall ein ermutigendes Zeichen", bestätigt David Mackie, Volkswirt bei J.P. Morgan in London."


Und außerdem teile ich eine weitere Sorge nicht, nämlich dass ein Teil der Kursgewinne von Dollarkursabwertungen aufgefressen werden - mein Kurzíel für den Euro zum 31.12.2006 ist ja ein Wert zwischen 1,12 und 1,15. Viele haben noch nicht wahrgenommen, dass die Anpassungen schon sehr viel weiter gelaufen sind, als das die Zahlen aufgrund der Elastizitäten und Rohstoffpreisentwicklung zeigen. Die obigen Ausführungen zeigen, dass die USA ihre Produktionskapazitäten ausweiten, die Einfuhren ersetzen und Exporte möglich machen werden. Als vor sechs oder sieben Jahren entschieden wurde, ob ein Anlage in Euroland oder den USA stehen sollte, fiel in nicht wenigen Fällen die Entscheidung zugunsten von Euroland - und zwar auf der Basis eines Dollarkurses von 0,85. Bei einem Kurs von 1,20 fallen die Berechnungen anders aus. Daher sind wir wieder auf dem Weg zurück zur Kaufkraftparität, die irgendwo zwischen 1,05 und 1,10 liegen dürfte - man sollte sich von der momentanen Euro-Bullenfalle nicht sehr beeindrucken lassen. Denn das ist eine von Invesmtmentbanken wie Goldman Sachs künstlich herbeigeführte Blase, die in the long run genauso auseinanderdonnert wie die Rohstoffspekulation.

Bei den Rohstoffen haben Goldman Sachs und Co. das Scheissspiel in Form von obskuren Zerifikaten schon an Lieschen Müller, diverse Milchbubis und den Mäikäfer weitergegben und plötzlich ist dadurch Kohle frei, did sie in Devisenspekulationen gesteckt haben, um hier ebenfalls die kleinen Dummbeutel, die auf steigende Eurokurse setzen, abzukassieren.
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shaker:

na los- ein paar stimmen mehr können nicht schaden o. T.

 
04.05.06 21:34
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