DJ Irland steckt nochmals bis zu 20 Mrd EUR in die Banken - Presse
DUBLIN (Dow Jones)--In einem erneuten Versuch zur Stabilisierung des Bankensektors muss die irische Regierung nach Einschätzung von Beobachtern noch einmal zusätzliche Milliarden in die heimischen Banken stecken, um sie zu stabilisieren. Am frühen Abend (17.30 Uhr MESZ) wird das Ergebnis eines Stresstests der vier größten irischen Kreditinstitute Allied Irish Banks, Bank of Ireland, Irish Life & Permanent Group Holdings (IL&S) und EBS erwartet.
Es soll die Grundlage für eine dauerhafte Sanierung des Bankensektors bilden, die in den vergangenen vier Jahren auch nach vier Interventionen der Aufsichtsbehörden nicht gelungen ist. Von bis zu 25 Mrd EUR frischem Kapital, das der Steuerzahler aufbringen muss, schreibt die Tageszeitung "Irish Independent" am Donnerstag. von 20 Mrd EUR aufwärts ist im "Wall Street Journal" die Rede. Danach dürfte Irland alle Banken komplett verstaatlicht haben.
Nach Informationen des "Irish Independent" soll zugleich ein Umbau der Bankenlandschaft stattfinden, bei dem am Ende nur zwei größere Institute übrig bleiben - Allied Irish Banks (AIB) und Bank of Ireland. Die Educational Building Society (EBS) soll dazu in der AIB aufgehen.
Irish Life & Permanent soll nach dem Willen der Regierung ihr Pensions- und Investmentgeschäft und damit etwa zwei Drittel des gesamten Konzerns verkaufen. Das übrig bleibende defizitäre Bankgeschäft dürfte mit einer weiteren Kapitalspritze der öffentlichen Hand anschließend in Staatseigentum übergehen.
Außerdem will Finanzminister Michael Noonan, der die Pläne am Nachmittag erläutern soll, es den Banken ermöglichen, weitere problematische Aktiva im Volumen von 80 Mrd EUR aus den Bilanzen herauszulösen, schreibt "Irish Independent".
Insgesamt 46,3 Mrd EUR hat der irische Staat bisher in die fünf größten Banken des Landes gesteckt. Beobachter vermuten, dass der überwiegende Teil der neuerlichen Finanzspritze an Allied Irish Banks gehen wird, von bis zu 15 Mrd EUR ist die Rede. 5 Mrd EUR dürfte die Bank of Ireland benötigen, die bisher nur zu 36% dem Staat gehört. Bei Irish Life & Permanent könnte sich ein Finanzloch von 3 Mrd EUR auftun und bei EBS ein Kapitalbedarf von 1 Mrd EUR.
Auch die zu 93% staatliche Anglo Irish Bank, die mit bisher 30 Mrd EUR staatlichen Kapitalspritzen vor dem Untergang bewahrt werden musste, soll laut "Irish Independent" weitere Milliarden benötigen. Sie hat ihren Vorsteuerverlust wegen hoher Abschreibungen im Jahr 2010 um 5 Mrd auf 17,7 Mrd EUR ausgeweitet. Irland will Anglo Irish schließen und hat deren Einlagen bereits auf andere Banken verteilt.
Um die Turbulenzen an der Börse in Dublin zu begrenzen, sind Bankaktien am Donnerstag komplett vom Handel ausgesetzt. Die Aktie von Irish Life & Permanent wird bereits seit Mittwoch nicht mehr notiert, nachdem Gerüchte um eine bevorstehende mehrheitliche Verstaatlichung den Kurs am Dienstag um 45% hatte einbrechen lassen. Irish Life & Permanent ist der einzige große Finanzkonzern des Landes, der die Krise bisher ohne staatliche Hilfe überstanden hat.
Webseite: www.independent.ie
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March 31, 2011 06:43 ET (10:43 GMT)


